In der 2. Klasse Weinviertel hat der SCU Altlichtenwarth am Samstag daheim gegen den USC Wetzelsdorf eine bittere 0:1-Niederlage hinnehmen müssen. Lange lief alles auf ein torloses Remis hinaus, ehe zwei Ausschlüsse die Gastgeber in der Schlussphase aus dem Tritt brachten. Trainer Patrick Schachinger sprach danach von zu wenig Frische und Präsenz, während der Gegner bei den zweiten Bällen konsequenter und im Kopf klarer gewesen sei.

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Wer auf ein spielerisch sauberes Match gehofft hatte, bekam in Altlichtenwarth laut dem Heimtrainer ein ganz anderes Bild zu sehen. Schachinger beschrieb eine Partie, in der sich beide Mannschaften zunächst sehr ähnlich verhielten. „Von beiden Mannschaften war das Spiel eigentlich gleich angelegt. Viel mit weiten Bällen, wenig Kontrolle in den eigenen Reihen, viel auf zweite Bälle“, sagte er. Genau aus dieser Art Spiel entwickelte sich dann auch die Richtung des Nachmittags. Während die Gastgeber nicht wirklich in ihre gewohnte Präsenz fanden, arbeitete sich Wetzelsdorf nach und nach in Vorteile hinein. Für Schachinger lag das nicht an großer fußballerischer Überlegenheit, sondern an den einfachen Dingen: näher am Gegenspieler sein, früher am Ball sein, die zweiten Bälle sichern. So stand es zur Pause zwar 0:0, doch der Altlichtenwarth-Coach hatte bereits das Gefühl, dass der Gegner in diesen Bereichen einen Tick wacher war.
Richtig heikel wurde es aus Sicht der Heimischen in den letzten zehn Minuten. In der 80. Minute sah Sadi Nazir die Rote Karte, sieben Minuten später folgte auch noch Florian Antos. Schachinger redete dabei nicht um den heißen Brei herum und suchte die Schuld nicht beim Unparteiischen. Im Gegenteil: „Die Ausschlüsse kann man auf jeden Fall vertreten. Der Schiedsrichter hat dieses Spiel auf keinen Fall verloren.“ Vor allem die erste Rote Karte schmerzte ihn, weil sie einen Spieler traf, den er bis dahin besonders stark gesehen hatte. „Sadi hat bis zu dem Zeitpunkt eigentlich ganz stark gespielt, für mich war er bis dahin Man of the Match“, erklärte der Trainer. Umso bitterer sei gewesen, dass sich Nazir nach einem Zweikampf und einer verbalen Reaktion zu einer Unsportlichkeit hinreißen ließ, die der Schiedsrichter hörte und sofort mit Rot ahndete. Altlichtenwarth war damit erst zu zehnt und wenig später sogar nur noch zu neunt unterwegs. In so einer Phase, sagte Schachinger, müsse man unter den Umständen eigentlich „das 0:0 mitnehmen“.
Das entscheidende Tor fiel schließlich in der 89. Minute, als Paul Mayerhofer für Wetzelsdorf zum 0:1 traf. Auch hier blieb Schachinger bei einer nüchternen Erklärung. Er sprach von einem weiten Freistoß und von einer Unachtsamkeit seiner Mannschaft in einer ohnehin schon schwierigen Situation. „Dann kriegst du, obwohl du schon dezimiert bist, durch einen unkomplizierten Ball, den man eigentlich klären kann, das Tor. Das hat zu dem Tag gepasst“, sagte er. Damit war das Spiel entschieden, obwohl es bis dahin lange nach einem zähen 0:0 ausgesehen hatte. Für den Altlichtenwarth-Coach war dieses Gegentor nicht nur ein später Rückschlag, sondern fast schon die logische Zuspitzung eines Tages, an dem seine Mannschaft nie so richtig Zugriff bekam. Wetzelsdorf nutzte genau jene Phase, in der die Gastgeber personell und mental am meisten gefordert waren, und nahm die drei Punkte mit.
Bemerkenswert war nach dem Spiel vor allem, wie deutlich Schachinger die eigene Leistung einordnete. Er sprach von einem Auftritt, in dem Altlichtenwarth vieles vermissen ließ, was die Mannschaft in den Wochen davor ausgezeichnet hatte. „Wir haben nicht diesen Einsatz und diesen Willen auf den Platz gekriegt, den wir die letzten Wochen gehabt haben“, sagte er. Dazu kam seine zweite klare Diagnose: „Wir waren nicht clever genug, nicht frisch genug und nicht präsent genug.“ Den Gegner sah er genau in diesen Punkten vorne. Wetzelsdorf sei „klarer im Kopf“ gewesen, habe die langen Bälle besser verarbeitet und bei den zweiten Bällen mehr Entschlossenheit gezeigt. Auch deshalb fiel sein Schlusswort fair aus: „Gratulation an Wetzelsdorf zum Sieg, so ehrlich muss man sein.“ Für Altlichtenwarth bleibt nach dieser knappen Heimniederlage damit vor allem die Erkenntnis, dass es nicht reicht, wenn Frische, Präsenz und Disziplin an einem Tag nicht in gewohntem Maß da sind.