Nach wackeligem Start und bestandenem Moraltest ordnete Co-Trainer Philipp Schager den 4:3-Heimsieg des SC Welser Profile Raika Gresten-Reinsberg gegen den FC Hollenstein als verdienten Arbeitssieg ein – in der 2. Klasse Ybbstal geprägt von nassen, dennoch guten Platzverhältnissen, hoher Intensität und einer Stimmung, die sich mit dem Comeback der Gastgeber drehte. Die Anfangsphase gehörte klar den Gästen, danach setzte Gresten spielerische und mentale Akzente, fand nach der Pause den Schlüsselmoment – und blickt nun mit Fokus auf Feinabstimmung in der Defensive und Mut in der Offensive nach vorne.

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Gresten erwischte den denkbar schlechtesten Start: Stanislav Klobasa traf früh doppelt für Hollenstein – in Minute 8 zum 0:1 und in Minute 10 zum 0:2 – und stellte die Gastgeber vor eine echte Prüfung. Statt zu wackeln, folgte die Reaktion. Jonas Frühwald sorgte in Minute 11 für den wichtigen Anschluss zum 1:2, Gresten gewann im Zentrum an Präsenz und suchte die direkten Wege nach vorne. Kurz vor dem Pausenpfiff fiel der verdiente Ausgleich: Erich Rülling traf in Minute 40 zum 2:2, nachdem die Hausherren die Zweikämpfe immer konsequenter annahmen und das Spiel mehr und mehr kontrollierten. Aus einem nervösen Beginn wurde eine Willensleistung – spürbar auch auf den Rängen.
Nach dem Seitenwechsel lag der nächste Bruch in der Luft – zunächst zugunsten der Gäste. Um die 50. Minute lief ein Hollensteiner Offensivspieler frei auf den Grestener Torhüter zu, zielte auf die lange Ecke – und der Heimkeeper parierte stark. Der Save erwies sich als Wendepunkt. Kurz darauf drehte Gresten die Partie endgültig: Jonas Frühwald traf in Minute 59 erneut und stellte auf 3:2. Von da an lagen Ballbesitzphasen und Chancenplus mehrheitlich bei den Gastgebern; besonders nach Standards blieb es brenzlig im Hollensteiner Strafraum. Schager unterstrich: „Unsere Standards in der Offensive waren gut getreten, wir hatten mehrfach die Möglichkeit, den Ball über die Linie zu drücken.“ Ein Treffer nach ruhendem Ball blieb zwar aus, doch Ecken und Freistöße hielten den Druck hoch. Hollenstein blieb mit Nadelstichen gefährlich und verbuchte zudem einen Lattentreffer – ein weiterer Hinweis darauf, dass die Partie bis tief in die Schlussphase offenblieb.
Gresten blieb am Drücker und belohnte sich in Minute 76, als Thomas Wagner nach einem Angriff durchs Zentrum auf 4:2 stellte. Doch Hollenstein gab nicht auf: Ein sehenswerter Freistoß von Markus Perger in Minute 80 verkürzte auf 4:3 und leitete eine nervöse Schlussphase ein. Standards und zweite Bälle prägten weiterhin das Geschehen, während die Gäste Nadelstiche setzten. Trotz aller Intensität blieb das Duell sauber geführt. Schager hielt fest: „Es gab heute keine Situation, die strittig war und das Spielgeschehen anders gestaltet hätte.“ Sportlich zieht das Trainerteam klare Schlüsse: Offensiv stimmten Abläufe und Mut, in der Defensive soll weiter an Abstimmung und Verhalten gearbeitet werden – ohne die eigene Spielidee zu verwässern. Prägend war der Doppeltorschütze Jonas Frühwald mit enormer Laufbereitschaft und Einsatzfreude, zugleich unterstrich Schager den kollektiven Anteil: ein Sieg, gewachsen aus Widerstandsfähigkeit, einer Glanzparade im richtigen Moment und konsequenten Wegen zum Tor.