In der 2. Klasse Ybbstal setzte sich SC Welser Profile Raika Gresten-Reinsberg am Samstag bei ASKÖ Lunz/See mit 3:1 durch. Trainer Philipp Schager sah vor allem die erste Halbzeit und die Reaktion nach dem 1:1 als Schlüssel: Gresten war früh vorne, ließ vor der Pause weitere Möglichkeiten liegen, verlor nach dem Seitenwechsel kurz den Faden und fand nach dem Ausgleich doch wieder klar zurück.

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Gresten erwischte nach Schagers Eindruck genau den Beginn, den man sich für ein Auswärtsspiel wünscht. „Wir haben einen sehr guten Start erwischt und in den ersten dreißig Minuten sehr gut gespielt“, sagte der Trainer. Schon nach fünf Minuten nutzte Simon Stuckenberger eine Standardsituation zum 0:1, als er nach einem Gestocher im Strafraum hellwach blieb und den Ball verwertete. Für Schager war das nur der erste sichtbare Ertrag einer Phase, in der seine Mannschaft das Spiel kontrollierte, immer wieder nach vorne kam und sich mehrere gute Chancen erspielte. Dass es zur Pause trotzdem nur 1:0 stand, lag aus seiner Sicht vor allem am stark haltenden Lunz-Torhüter und einmal auch an der Latte. „Die ersten fünfundvierzig Minuten waren klar auf unserer Seite“, sagte Schager, der sogar meinte, seine Elf hätte schon deutlicher führen können.
Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild allerdings deutlich. Lunz fand besser in die Partie, stand defensiv stabiler und machte es Gresten schwerer, saubere Angriffe aufzubauen. Schager beschrieb diese Phase offen: „Von Minute 46 bis zum 1:1 haben wir ein bisschen den Faden verloren.“ Die Gastgeber bekamen mehr Zugriff und kamen in der 55. Minute zum Ausgleich, als Adam Balajti einen Angriff über die linke Seite erfolgreich abschloss. Damit war aus der klaren ersten Halbzeit der Gäste plötzlich ein offenes Spiel geworden. Schager sah auch, warum Lunz stärker wurde: „Sie haben in der zweiten Halbzeit unsere Angriffe besser wegverteidigen können.“ Gleichzeitig blieb die Heimelf nach Ballgewinnen und Kontern nicht ungefährlich, sodass Gresten diese Phase erst wieder in den Griff bekommen musste.
Gerade deshalb maß der Gresten-Coach der Reaktion seiner Mannschaft so viel Bedeutung bei. „Entscheidend war die Reaktion nach dem 1:1“, sagte Schager. Seine Elf steckte den Ausgleich nicht einfach weg, sondern brachte das Spiel nach seiner Wahrnehmung wieder mehr in die Hälfte von Lunz, hatte bessere Passfolgen und bekam auch gegen den Ball wieder einen besseren Zugriff. Zunächst blieb es zwar bei einigen Halbchancen, doch gut zehn Minuten vor Schluss fiel dann das 1:2: Lukas Bogenreiter bekam den Ball am Sechzehner und traf in der 78. Minute sehenswert. Als Lunz in der Schlussphase mehr riskieren musste, legten die Gäste nach. Nach einem Foul an Timo Haselreither im Strafraum verwandelte Thomas Wagner den fälligen Elfmeter in der 84. Minute zum 1:3. Für Schager war das die Entscheidung in einer zweiten Halbzeit, die zwischenzeitlich offen geworden war.
Unterm Strich blieb beim Gresten-Trainer viel Zufriedenheit hängen, auch weil für ihn über die gesamten neunzig Minuten mehr gelungen als misslungen war. „Es war sowohl defensiv als auch offensiv eine sehr saubere Leistung von uns“, sagte Schager mit Blick auf die starke erste Halbzeit. Den einzigen größeren Makel sprach er selbst an: „Wir hätten schon 2:0 oder 3:0 führen können.“ Gleichzeitig zollte er Lunz Respekt, weil die Gastgeber nach der Pause zulegten und mit ihren Offensivspielern immer wieder gefährliche Momente hatten. Auch den Schiedsrichter hob er ausdrücklich positiv hervor und sprach von einer „sehr guten Leistung“. Mit dem 3:1-Auswärtssieg hält Gresten-Reinsberg nach vier Runden nun bei sechs Punkten. Vor allem die klare Antwort nach dem 1:1 dürfte Schager für die nächsten Aufgaben mitnehmen.