In der 2. Klasse Ybbstal teilten sich der FC Göstling/Ybbs und die Union Haag am Samstag die Punkte. Beim 1:1 in der vierten Runde blieb bei den Gästen vor allem die Frage hängen, warum aus den eigenen Möglichkeiten nicht mehr geworden ist. Obmann Gerhard Stöckler sah ein offenes Spiel, in dem beide Seiten den Sieg einfahren hätten können, meinte aber auch: „Eigentlich waren wir näher am Sieg.“

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Stöckler beschrieb den Beginn aus Haager Sicht so, dass Göstling zunächst „eher etwas überlegen“ war. Die Gastgeber kamen also besser hinein und belohnten sich schon in der 10. Minute, als Thomas Lindner zum 1:0 traf. Haag fand danach aber rasch ins Spiel und ließ sich vom frühen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen. In der 27. Minute gelang Nico Harrer der Ausgleich, mit dem auch der Halbzeitstand hergestellt war. Für Stöckler passte dieses 1:1 zur ersten Hälfte, weil seine Mannschaft nach anfänglichen Problemen immer besser hineinkam, während Göstling mit seiner jungen und sehr fitten Truppe über die vollen 90 Minuten unangenehm blieb.
Gerade weil sich die Gäste nach dem 0:1 steigerten, ärgerte Stöckler im Nachhinein vor allem die Chancenverwertung. „Am Ende des Tages müsste man sagen, dass eigentlich Haag näher am Sieg war“, hielt der Obmann fest und nannte auch die Gründe dafür. Einmal blieb das leere Tor ungenutzt, dazu lief Haag laut seiner Einschätzung sogar einmal allein auf den Tormann zu und hatte auch so noch sehr gute Chancen ohne daraus Kapital zu schlagen. Gleichzeitig stellte er aber auch klar, dass das Spiel keineswegs nur in eine Richtung lief. Auch Göstling hatte „zwei, drei gute Chancen“, bei denen der Haager Tormann und die Verteidigung im Kollektiv stark hielt. Genau deshalb sprach Stöckler unter dem Strich von einem „leistungsgerechten Unentschieden“, auch wenn für ihn mehr möglich gewesen wäre.
Warum Haag trotz des einen Zählers viel Positives mitnimmt, erklärte Stöckler vor allem mit dem Auftreten der ganzen Mannschaft. „Das Kollektiv ist bei uns entscheidend“, sagte er und betonte, dass derzeit sehr viele Spieler „auf gleichem Niveau“ agieren, ihre Leistung bringen und von Woche zu Woche stärker werden. Gerade in einer Partie, in der nicht jede Aktion sitzt, sei das für seine Elf ein wichtiger Punkt. Gefehlt habe aus seiner Sicht am Ende nur die letzte Konsequenz vor dem Tor. „Göstling hat sich ein paar Fehler erlaubt und aus denen haben wir kein Kapital geschlagen“, brachte er es auf den Punkt. Das sei letztlich der Hauptgrund gewesen, warum aus dem Remis kein Auswärtssieg wurde.
Respekt zollte der Haager Obmann auch dem Gegner. Göstling sei „kampfstark“ und „spielstark“ gewesen, dazu verfüge der FC über eine sehr junge Mannschaft, die körperlich in guter Verfassung sei und das hohe Tempo „über neunzig Minuten“ durchziehen könne. Auch deshalb entwickelte sich eine Begegnung, die laut Stöckler „sehr hart geführt, aber nicht unfair“ war. In der Tabelle bleibt Haag nach vier Runden mit acht Punkten auf Rang drei, Göstling hält bei sieben Zählern. Der Punkt hilft also beiden, bei den Gästen bleibt aber vor allem das Gefühl, dass an diesem Nachmittag noch mehr drin gewesen wäre.