In der 2. Klasse Ybbstal hat FCU Mayr-Bau Ertl am Freitagabend gegen ASKÖ Lunz/See einen klaren 5:1-Heimsieg gefeiert. Nach dem 1:1 zur Pause zogen die Gastgeber in der zweiten Hälfte deutlich an und machten aus einer offenen Partie noch eine klare Angelegenheit. Co-Trainer Reinhard Bürbaumer-Marquart sah den entscheidenden Moment im Elfmeter zum 2:1: „Das war sehr wichtig und auch der Knackpunkt.“
Aus Sicht von Bürbaumer-Marquart war schon in den ersten Minuten zu erkennen, in welche Richtung das Spiel gehen sollte. „Ertl hat gleich am Anfang die Kontrolle gehabt und spielerisch das Spiel in die Hand genommen“, sagte der Co-Trainer nach dem Schlusspfiff. Die Gastgeber spielten früh nach vorne, wollten Lunz sofort unter Druck setzen und bekamen nach seiner Einschätzung genau das auf den Platz, was sie sich vorgenommen hatten. Der Lohn für diesen Start war das 1:0 in der 25. Minute, als Lukas Pfeifer Ertl in Führung brachte. Ganz ruhig wurde der Abend aber nicht zu Ende gespielt, weil Lunz kurz vor der Pause noch einmal zurückkam. Simon Kozak erzielte in Minute 44 das 1:1, und genau über die Entstehung dieses Treffers sprach Bürbaumer-Marquart im Anschluss. „Eigentlich wäre es ein Out für Ertl gewesen“, schilderte er die Szene aus seiner Sicht. Stattdessen lief das Spiel weiter, es gab einen Freistoß für die Gäste, und wenig später stand es zur Pause wieder unentschieden.
Dass Ertl nach dem Seitenwechsel rasch wieder die Führung übernahm, war für den Co-Trainer der Punkt, an dem das Spiel endgültig auf die Heimseite kippte. In der 50. Minute gab es einen Elfmeter für die Gastgeber, den Daniel Turyna zum 2:1 verwertete. Bürbaumer-Marquart beschrieb die Situation knapp, aber deutlich: „Das war ein Handelfmeter, eigentlich relativ klar, souverän verwertet.“ Vor allem die Wirkung dieses Treffers sei entscheidend gewesen. „Das war zum 2:1 sehr wichtig, und das war auch dann der Knackpunkt, dass Ertl eigentlich dominiert hat“, sagte er. Genau so entwickelte sich die Partie dann auch auf der Anzeigetafel. In der 70. Minute erhöhte Lukas Pfeifer mit seinem zweiten Treffer auf 3:1, nur vier Minuten später legte Elias Lohnecker das 4:1 nach, und in der 75. Minute machte Patrik Halda mit dem 5:1 endgültig alles klar. Aus einem knappen Spiel wurde damit innerhalb weniger Minuten ein sehr deutlicher Heimsieg.
Besonders zufrieden war Bürbaumer-Marquart mit der Art und Weise, wie Ertl die Partie insgesamt angegangen ist. „Das Offensivspiel, das Pressing gegen den Ball und auch defensiv – wir sind sehr gut gestanden und haben sehr wenig Torchancen zugelassen“, fasste er die Leistung seiner Mannschaft zusammen. Gerade diese Mischung aus aktivem Spiel nach vorne und einer geordneten Defensive sei für ihn ein wesentlicher Grund gewesen, warum Ertl nach dem Seitenwechsel so klar wegziehen konnte. Gleichzeitig schätzte er auch den Gegner nicht klein. „Offensiv ist Lunz stark. Da muss man aufpassen. Wenn man sie spielen lässt, dann sind gute Fußballer drin“, sagte er. Den Unterschied sah er eher auf der anderen Seite des Feldes, denn defensiv sei Lunz anfällig gewesen. Unterm Strich sprach der Co-Trainer daher von einer Leistung, „so wie man es gewohnt ist von Ertl“, und ergänzte: „Ertl hat wieder die alte Stärke, offensiv und defensiv sehr gut gespielt und auch die Chancen in der zweiten Halbzeit genutzt.“ Darum sei am Ende auch „die Höhe vom Sieg verdient“ gewesen. Mit 14 Punkten aus sieben Spielen bleibt Ertl damit ganz vorne dabei und untermauerte gegen Lunz vor allem eines: Wenn das Pressing greift und die Offensive ins Rollen kommt, ist die Mannschaft in dieser Liga nur schwer zu bremsen.