Spielberichte

„Das 4:2 war am Fuß“ – Wolfsbach gibt nach drei Führungen den Sieg noch aus der Hand

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Union Wolfsbach
SV Gaflenz

In der 2. Klasse Ybbstal lieferten sich Sportunion Wolfsbach und SV Gaflenz ein unterhaltsames 3:3. Dreimal gingen die Gastgeber voran, dreimal fanden die Gäste eine Antwort. Für Wolfsbach blieb damit ein zwiespältiger Nachmittag zurück: viel Lob für die eigene Offensive, aber auch Ärger darüber, dass ein möglicher Heimsieg nach mehreren Führungen und einer großen Chance auf das 4:2 doch noch aus der Hand gegeben wurde.

Torwart in türkisem Trikot

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Offener Beginn, Wolfsbach legt vor

Georg Gruber sprach nach dem Schlusspfiff von einem „sehr guten Spiel von beiden Mannschaften, vor allem in der Offensive“ und lag mit dieser Einschätzung richtig. Schon früh war zu sehen, dass beide Teams nach vorne einiges anzubieten hatten. Die erste große Möglichkeit gehörte den Gästen, als ein Gaflenzer Angreifer allein vor Lukas Reitmann auftauchte, Wolfsbachs Tormann aber stark parierte. Praktisch im Gegenzug nutzten die Hausherren ihre erste klare Aktion konsequent. In der 15. Minute brachte Daniel Sarossy Wolfsbach mit 1:0 in Führung, nachdem Simon Rittmannsperger die Aktion schön vorbereitet hatte. Lange hielt dieser Vorsprung allerdings nicht. Nur fünf Minuten später glich Tomas Motycka zum 1:1 aus. Gerade bei diesem Treffer sah Gruber, wie sehr seine junge Defensive gegen solche Qualität gefordert war. „Unsere junge Verteidigung war gegen solche Klassespieler richtig gefordert. Sie haben es wirklich sehr gut gemacht, aber solche Spieler können dann auch den Unterschied ausmachen“, sagte er. Mit dem 1:1 zur Pause war die Partie völlig offen, und genau so sollte es nach dem Seitenwechsel weitergehen.

Nach der Pause dreimal vorne – und doch nur ein Punkt

Wolfsbach kam stark aus der Kabine und belohnte sich in der 52. Minute mit dem 2:1. Gruber hob diese Szene besonders hervor, weil sie sauber herausgespielt war. Über die rechte Seite kam der Ball zur Grundlinie, von dort folgte der Stanglpass in die Mitte, wo Bashkim Biticaj vollendete. „Das war wahrscheinlich eines der schönsten Tore“, meinte Gruber, der diese Aktion ausdrücklich herausstrich. Die Antwort von Gaflenz ließ aber erneut nicht lange auf sich warten. Nur vier Minuten nach dem 2:1 verursachte Wolfsbach einen Elfmeter in einer aus Sicht der Gastgeber unnötigen Situation. Josef Dusek verwandelte zum 2:2. Gruber wurde dabei deutlich: „Da dürfen wir nicht hingehen, wo der Gegner eigentlich keine Chance auf ein Tor hat.“ Trotzdem stemmte sich Wolfsbach noch einmal nach vorne. In der 62. Minute war es wieder Daniel Sarossy, der mit seinem zweiten Treffer auf 3:2 stellte. Danach hatte die Heimelf sogar die große Möglichkeit, endgültig davonzuziehen. Der eingewechselte Tobias Wagner brachte den Ball allerdings über das Tor. Für Gruber war genau das einer der Momente, die nachwirkten: „Das 4:2 war am Fuß, dann wäre das Spiel wahrscheinlich für uns gegessen gewesen.“ Stattdessen blieb Gaflenz im Spiel und kam in der 83. Minute durch Julian Englisch nach einer Standardsituation noch zum 3:3. „Es ist ärgerlich, wenn du dreimal in Führung gehst, dann die Chance auf das 4:2 hast und trotzdem nur einen Punkt mitnimmst“, brachte es Gruber auf den Punkt.

Junge Mannschaft zahlt noch Lehrgeld

So sehr Wolfsbach vorne überzeugen konnte, so klar benannte Gruber auch die Gründe dafür, warum am Ende nicht mehr als ein Zähler heraussprang. Aus seiner Sicht fehlte seiner Mannschaft vor allem die Cleverness. „Du musst das Ergebnis nach einer Führung länger halten können“, sagte er. Genau das gelang den Wolfsbachern an diesem Nachmittag nicht, weil Gaflenz nach jedem Rückstand rasch wieder zurückkam. Dazu kam aus Sicht des Funktionärs, dass man gegen Spieler wie Tomas Motycka und Josef Dusek in der Verteidigung noch konsequenter arbeiten muss. Gleichzeitig schlug Gruber aber einen Ton an, der gut zur aktuellen Lage der Mannschaft passt. Wolfsbach hat viele junge Spieler im Aufgebot und zahlt in solchen Phasen noch Lehrgeld. „Kein Vorwurf an die Jugend. Wichtig ist, dass wir solche Fehler nicht mehr wiederholen“, sagte er. Überhaupt stellte er der Mannschaft ein gutes Zeugnis aus. Sie arbeite stark gegen den Ball, kämpfe füreinander und trainiere sehr ordentlich. Auch das Trainerteam bekam von ihm Lob für die Entwicklung der Gruppe. Dass Gaflenz offensiv schwer zu verteidigen sein würde, habe man ohnehin gewusst. Neben Motycka und Dusek hob Gruber auch Julian Englisch hervor und sprach von einer körperlich starken Mannschaft, die vorne viel Qualität mitbringt.

Viel Unterhaltung, aber auch klare Lehren für die nächsten Wochen

Am Ende blieb unter dem Strich ein Remis, mit dem Wolfsbach leben kann, auch wenn die Art und Weise weh tat. Gruber sprach von einem „Spiel für die Zuschauer“ und meinte damit nicht nur die sechs Tore, sondern auch die Spannung bis zum Schluss. Positiv wertete er, dass seine Mannschaft gegen einen starken Gegner offensiv dagegenhalten und Gaflenz defensiv fordern konnte. Gleichzeitig nahm er aus der Partie einige klare Aufgaben mit. Zu viele schnelle Antworten nach eigenen Führungstreffern, zu viele Standards gegen sich und dazu die fehlende Konsequenz in manchen Defensivaktionen – genau dort sieht er den nächsten Schritt. Auch sonst ordnete er die Partie nüchtern ein und hob trotz des Ärgers den insgesamt ordentlichen Auftritt seiner Mannschaft hervor. Trotz aller Enttäuschung über die verpasste volle Ausbeute blickt Wolfsbach nicht nur zurück, sondern auch nach vorne. „Wir arbeiten intensiv mit unserem Trainerteam weiter. Die Mannschaft funktioniert sehr gut, sie hält zusammen, und unsere Routiniers führen die Jungen sehr gut in den Kampfmannschaftsbetrieb ein“, sagte Gruber. Im Lager der Wolfsbacher ist also Ärger über diesen Nachmittag da – aber ebenso die Überzeugung, dass solche Partien mit mehr Erfahrung künftig eher auf die eigene Seite fallen können.

2. Klasse Ybbstal: Wolfsbach : SV Gaflenz - 3:3 (1:1)

  • 83
    Julian Englisch 3:3
  • 62
    Daniel Sarossy 3:2
  • 56
    Josef Dusek 2:2
  • 52
    Bashkim Biticaj 2:1
  • 20
    Tomas Motycka 1:1
  • 15
    Daniel Sarossy 1:0