Spielberichte

„Leidenschaft und der Wille, dass Verlieren verboten ist“ – Sonntagberg dreht das Topspiel

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FC Sonntagberg
Union Haag

In der 2. Klasse Ybbstal hat FC Sonntagberg das Spitzenspiel gegen Union Haag mit 3:2 für sich entschieden und damit im Spitzenfeld ein Ausrufezeichen gesetzt. Trainer Pren Zefi führte den Heimsieg vor allem auf die Haltung seiner Mannschaft zurück. Nach einem schwierigen Beginn und dem Rückstand kämpfte sich Sonntagberg noch vor der Pause zurück und legte nach dem Seitenwechsel zweimal nach.

Fußball landet im Netz, blauer Himmel im Hintergrund

Foto von Chaos Soccer Gear auf Unsplash

Nach dem Rückstand kam Sonntagberg besser ins Spiel

Für Zefi begann die Partie genauso schwierig, wie er es erwartet hatte. Der Sonntagberg-Trainer sprach von „Leidenschaft“ und von einem klaren inneren Antrieb seiner Mannschaft: „Man hat schon in der Besprechung gemerkt, dass die Bereitschaft zu hundert Prozent da war. Verlieren war für uns heute einfach keine Option.“ Auf dem Platz sah er zunächst trotzdem eine Mannschaft, die zwar den Kampf annahm, im Spiel mit dem Ball aber noch nicht richtig frei war. „Am Beginn waren wir ein bissl ängstlich und verkrampft“, sagte Zefi. Vor allem die vielen hohen Bälle gefielen ihm nicht, weil sie nicht zum eigentlichen Matchplan passten. Haag stand tief, machte die Räume eng und wartete auf Umschaltmomente. Genau daraus fiel in der 19. Minute auch das 0:1 durch Jonas Reitner. Sonntagberg brauchte eine Zeit, um Ruhe zu finden, kam gegen Ende der ersten Hälfte aber besser hinein. Kurz vor der Pause gelang dann das wichtige 1:1 durch Jan Gruber, das nach Zefis Einschätzung nicht nur wegen des Zeitpunkts, sondern auch wegen der Art des Angriffs viel wert war.

Mehr Ruhe, mehr flache Bälle und Balogh trifft doppelt

Der Ausgleich kurz vor der Pause war für Sonntagberg mehr als nur ein Treffer zum 1:1. Er passte genau zu dem, was Zefi von seiner Mannschaft sehen wollte. „Wir müssen Fußball spielen, wir müssen im letzten Drittel flach kommen“, erklärte der Trainer. Nach seiner Wahrnehmung wurde das Spiel der Gastgeber nach und nach sauberer. Statt den ersten Ball sofort tief oder hoch zu spielen, brachte Sonntagberg mehr Geduld hinein, verlagerte mehr über die Seiten und kam so auch besser in gefährliche Zonen. Gerade das gefiel Zefi an diesem Abend besonders. Den Ausgleich hob er ausdrücklich hervor: Gabriel Langheld setzte sich auf der rechten Seite durch, Jan Gruber verwertete stark zum 1:1. Nach dem Seitenwechsel setzte Sonntagberg diese Linie fort. Alex Balogh traf in der 64. Minute zum 2:1 und legte in der 86. Minute das 3:1 nach. Für Zefi waren gerade diese beiden Treffer ein Beleg dafür, dass seine Mannschaft nach der Pause deutlich klarer spielte: „Ich war total zufrieden, wie wir die Tore geschossen haben. Das war super herausgespielt, nicht durch Standards, sondern aus dem Spiel heraus.“ Dass es durch den späten Treffer von Dominik Bichler in der zehnten Minute der Nachspielzeit noch einmal auf 3:2 eng wurde, änderte für ihn wenig an der Einordnung. „Wir hätten vorher schon das vierte Tor machen können“, sagte er.

Viele Wechsel, viele Ausfälle und trotzdem ein Schritt nach vorne

Der Sieg war für Zefi auch deshalb wichtig, weil Sonntagberg zuletzt immer wieder personelle Probleme wegstecken musste. Er sprach von Ausfällen, Krankheiten und ständig wechselnden Formationen. „Wir haben bis jetzt in keinem einzigen Spiel mit der gleichen Aufstellung gespielt“, sagte der Trainer und machte damit klar, warum er sein Team noch längst nicht am Ende der Entwicklung sieht. Gerade deshalb maß er diesem Erfolg viel Bedeutung bei. Trotz der ständigen Änderungen sah er diesmal viele Dinge, die ihm gefielen: mehr Laufbereitschaft, mehr Einsatz in den Metern gegen den Ball und eine stabile Defensivleistung gegen einen Gegner, den er für seinen klaren Plan lobte. Haag stand aus seiner Sicht kompakt, verschob gut und wollte fast ausschließlich über Umschalten kommen. Sonntagberg hielt das über weite Strecken ordentlich weg und nutzte vorne die bessere Qualität. Gleichzeitig machte Zefi auch keinen Hehl daraus, wo er noch Luft nach oben sieht: zweite Bälle, ein klügeres Spiel im Mittelfeld und mehr Effizienz im Ballbesitz. „Es ist ein Prozess“, sagte er. Mit dem 3:2 bleibt Sonntagberg in der Tabelle mit 19 Punkten ganz vorne dabei und hat im direkten Duell mit Haag einen wichtigen Schritt gemacht.

2. Klasse Ybbstal: Sonntagberg : Haag - 3:2 (1:1)

  • 100
    Dominik Bichler 3:2
  • 86
    Alex Balogh 3:1
  • 64
    Alex Balogh 2:1
  • 43
    Jan Gruber 1:1
  • 19
    Jonas Reitner 0:1