In der 2. Klasse Ybbstal hat FCU Strengberg das Heimspiel gegen Sportunion Wolfsbach mit 3:2 gewonnen. Trainer Christoph Schimpl machte nach dem Schlusspfiff vor allem die Phase nach dem Seitenwechsel fest: „Das 3:2 war der ausschlaggebende Punkt.“ Davor musste seine Mannschaft eine starke Anfangsphase des Gegners überstehen, reagierte aber auf den Rückstand sofort und nahm das Spiel dann immer mehr an.

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Die ersten Minuten gehörten aus Sicht von Schimpl klar den Gästen. Der Strengberg-Trainer sprach von einer „guten Drangperiode von Wolfsbach in den ersten zehn Minuten“, in der seine Mannschaft in der Abwehr noch nicht so sicher gestanden sei, wie es später der Fall war. Entsprechend offen sagte er auch, dass der FCU in dieser Phase „doch etwas Glück“ gehabt habe, nicht in Rückstand zu geraten. Erst nach rund einer Viertelstunde bekam Strengberg mehr Ruhe ins eigene Spiel, stand stabiler und konnte auch selbst nach vorne Akzente setzen. Das 0:1 fiel dennoch in der 31. Minute, als Benjamin Stollnberger Wolfsbach in Führung brachte. Umso wichtiger war für die Gastgeber die direkte Antwort. Nur zwei Minuten später glich Marcel Schöffmann zum 1:1 aus, und genau dieser schnelle Ausgleich war für Schimpl ein ganz entscheidender Punkt: „Das war sehr wichtig für die Moral.“ Strengberg blieb danach im Spiel, fand besser in die Zweikämpfe und drehte die Partie kurz vor der Pause sogar noch ganz. Peter Darazs traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum 2:1, mit dem die Hausherren nach schwierigen Anfangsminuten plötzlich mit einer Führung in die Kabine gingen.
Nach dem Seitenwechsel wurde es noch einmal richtig eng. Wolfsbach kam in der 54. Minute durch Simon Rittmannsperger zum 2:2, und Schimpl sagte selbstkritisch, dass auch dieses Tor „zu verteidigen gewesen wäre“. Gerade deshalb maß er dieser Phase so große Bedeutung bei. Für ihn war der Ausgleich zunächst der Moment, in dem sich zeigen musste, in welche Richtung die Partie geht. Seine Antwort darauf fiel deutlich aus: „Wir haben das Spiel nach dem 2:2 über den Kampf auf unsere Seite gezogen.“ Nur drei Minuten nach dem Ausgleich traf Krisztian Balazs Jenei zum 3:2. Für Schimpl war genau dieses Tor der Knackpunkt des Nachmittags: „Das 3:2 per Elfmeter war sicher der ausschlaggebende Punkt.“ Danach veränderte sich das Spiel aus seiner Sicht deutlich: Wolfsbach machte wieder mehr Tempo, Strengberg konzentrierte sich stärker auf die Defensive und auf Konter. „Wir haben dann versucht, hinten nichts mehr zuzulassen“, sagte der Trainer. Ganz ohne Druck ging das nicht, denn Wolfsbach kam laut Schimpl schon noch zu gefährlichen Situationen. Er hatte aber nicht das Gefühl, dass der Ausgleich zwingend in der Luft lag. Mit einer guten Portion Einsatz, disziplinierter Defensivarbeit und, wie er offen einräumte, „auch mit ein bisschen Glück“ brachte Strengberg den knappen Vorsprung schließlich über die Zeit.
Dass seine Mannschaft an diesem Nachmittag nicht nur über spielerische Mittel zum Sieg kam, wollte Schimpl gar nicht verbergen. Er sah die größte Stärke klar „im Teamgeist, in der Moral und in der Art und Weise, wie wir Zweikämpfe geführt haben“. Genau diese Punkte seien in einem so engen Spiel entscheidend gewesen. Gleichzeitig sprach der Trainer auch an, wo noch Luft nach oben bleibt. Im Spielaufbau habe es zwar phasenweise gute Ansätze gegeben, insgesamt gebe es dort aber „schon längere Zeit“ noch Potenzial. Noch deutlicher wurde er beim letzten Drittel: Das Problem sei häufig, wie seine Mannschaft Situationen und Chancen im Strafraum zu Ende spiele. „Manchmal sehr gut, aber noch zu wenig“, sagte Schimpl. Dazu kommt die personelle Lage, die er ausdrücklich nicht als Ausrede verstanden wissen wollte, die aber für ihn sehr wohl eine Rolle spielt. „Man darf nicht vergessen, wir haben personell große Probleme mit Verletzungen, auch von wichtigen Spielern. Wenn man aber sieht, wie die Mannschaft heute gekämpft hat, da lacht mir und jedem anderen in Strengberg das Herz!“ Gerade deshalb wertete er es hoch, dass jene Mannschaft, die diesmal am Platz stand, das als Kollektiv gelöst habe. Auch den Gegner ordnete er fair ein. Wolfsbach habe Qualität, vor allem in der Offensive, und es sei für ihn nicht überraschend, dass diese Mannschaft in der Tabelle vor Strengberg liegt. Umso wichtiger war für den FCU, dass man taktisch einige Schlüsselspieler des Gegners weitgehend aus dem Spiel nehmen konnte.
So zufrieden Schimpl mit Moral und Einsatz war, ganz ohne Mahnung wollte er diesen 3:2-Erfolg nicht stehen lassen. Vor allem die „unnötigen Eigenfehler in der Defensive“ blieben für ihn ein Thema, und er nannte dabei ausdrücklich die Situationen vor dem 0:1 und vor dem 2:2. Da könne seine Mannschaft „anders agieren, anders reagieren“, meinte der Trainer. Auch die Trainingsarbeit sei durch die vielen Ausfälle derzeit erschwert, weil die Beteiligung nicht immer so sei, wie man es sich wünsche. „Deshalb ist es schwierig, den Hebel anzusetzen“, sagte Schimpl offen. Trotzdem klang nach dem Schlusspfiff nicht nur Erleichterung, sondern auch Überzeugung durch. Dieser Sieg soll für Strengberg mehr sein als nur ein guter Nachmittag. „Es war heute ein wichtiger Schritt“, hielt der Trainer fest. Und obwohl seine Mannschaft gegen Wolfsbach nicht alles kontrollierte und nicht jede Phase sauber spielte, blieb unter dem Strich genau das hängen, was im Unterhaus oft den Unterschied ausmacht: eine schnelle Antwort nach Rückschlägen, das 3:2 zum richtigen Zeitpunkt und eine Mannschaft, die sich über Kampf und Moral in ein enges Spiel hineingearbeitet hat. Oder, wie es Schimpl mit Blick auf die nächsten Wochen formulierte: "Wir haben die Situation miteinander analysiert, das waren sehr konstruktive Gespräche! Wir waren seit der zweiten Runde sieglos, seit fünf Runden ohne Punktgewinn. Ich habe aber seitens des Vereins immer das Vertrauen gespürt und da muss ich auch hier mal Danke sagen, dass in diesem Verein der Zusammenhalt wirklich gelebt wird. Wir wollen jetzt die letzten vier Runden so positiv wie möglich gestalten."