Nach dem 0:1 gegen den FC spusu Mistelbach ordnete Moritz Breicha, Trainer des FC Klosterneuburg, das Duell in der 2. Landesliga Ost nüchtern ein. „Ich glaube, insgesamt ist das Ergebnis gerecht. Wir haben es in vielen Phasen verabsäumt, mehr Kontrolle ins Spiel zu bringen.“ Mistelbach sei im Ballbesitz klarer aufgetreten. Dennoch sei die eigene Leistung nicht schlecht gewesen, die Partie insgesamt ausgeglichen – am Ende habe ein einziges Tor den Ausschlag gegeben. In der 17. Runde trafen zwei Teams auf Augenhöhe aufeinander; in der Tabelle liegen beide nach 17 Spielen bei 31 Punkten, Mistelbach auf Rang 3 knapp vor Klosterneuburg auf Rang 4.

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Breicha sah keine klar dominierende Mannschaft, wohl aber Unterschiede in den Entscheidungen mit Ball: „So richtig dominant war keine im Ballbesitz. Mal wurde hoch angelaufen, mal standen beide tiefer, aber Mistelbach war insgesamt klarer als wir. Hätten wir mehr Klarheit und bessere Entscheidungen getroffen, hätten wir das Spiel wahrscheinlich für uns entscheiden können. Das ist ein Prozess, den wir durchmachen.“ Seine Analyse zielt weniger auf reine Spielanteile als auf die Qualität der Entscheidungen in Umschalt- und Ballbesitzphasen – genau dort sah er den kleinen, aber entscheidenden Vorteil bei den Mistelbachern.
Spielentscheidend war die Szene vor der Pause: In der 34. Minute traf Dominik Baumann zum 0:1 – ein Vorsprung, der bis zum Abpfiff Bestand hatte. „Das Gegentor haben wir nicht sonderlich gut verteidigt“, monierte Breicha. Ansonsten habe sich ein Duell auf Augenhöhe entwickelt: „Vorne haben beide Mannschaften gute Chancen vorgefunden, und eine Unachtsamkeit oder ein schlecht verteidigter Standard entscheidet dann eben solche engen Spiele.“
Besonders hob Breicha die Defensivleistung seines Teams hervor – mit einer klaren Ausnahme: „Defensiv war es sehr stark. Was wir auf den Gegner bezogen besprochen haben, hat bis auf die Gegentorszene über die gesamte Spielzeit sehr gut funktioniert.“ In der Offensive fehlten hingegen letzte Konsequenz und bessere Entscheidungen im letzten Drittel: „Wir waren oft in Situationen, aus denen mehr hätte entstehen können. Viele unnötige oder leichtfertige Ballverluste haben unsere Angriffe ins Stocken gebracht.“ Personell musste Klosterneuburg improvisieren, ohne dies zur Ausrede zu machen: „Für das Spiel mussten wir fünf Spieler vorgeben. Das merkt man – defensiv weniger, eher in der Offensive bei Durchschlagskraft und Entscheidungsfindung. Aber ich will mich nicht auf Ausfälle ausreden: Die Spieler, die am Platz waren, hätten es genauso richten können; dafür haben sie die Qualität.“ Bei den prägenden Akteuren nannte er ausdrücklich: „Aus unserer Mannschaft war wahrscheinlich am präsentesten die Nummer 17, Emre Isik. Beim Gegner war es wie so oft der Kapitän, und Stürmer Filip Stojak war auch gut. Ich glaube, diese drei Spieler waren die präsentesten.“ Beeindruckt zeigte er sich zudem vom Kollektiv des Gegners: „Die mannschaftliche Kompaktheit, die Aggressivität im Zweikampf – dabei bleiben sie fair – und die Klarheit im Spiel: Das macht Mistelbach aus, wie man es erwarten konnte.“