In der 2. Landesliga Ost hat SV Wienerwald gegen SC Brunn/Geb. mit 5:4 gewonnen. Was nach einer klaren Sache aussah, wurde nach 4:1 zur Pause und dem späteren 5:1 noch einmal eng. Trainer Michael Gössinger machte den entscheidenden Unterschied aber klar an den ersten 45 Minuten fest: „Die erste Halbzeit war von uns überragend.“

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Wienerwald hat von Beginn an das umgesetzt, was sich Gössinger von seiner Mannschaft erwartet hatte. Die Gastgeber waren sofort aktiv, hatten Tempo nach vorne und belohnten sich früh. David Würfel brachte den SV in der 15. Minute in Führung, drei Minuten später legte Samuel Liptak das 2:0 nach. Damit war aber noch lange nicht Schluss, weil Wienerwald weiter am Drücker blieb und Brunn kaum zur Ruhe kommen ließ. Liptak erhöhte in der 31. Minute auf 3:0 und stellte nur vier Minuten später auch auf 4:0. Gössinger sprach danach von einer „sehr souveränen“ und „sehr abgebrühten“ ersten Hälfte und meinte auch, dass das 4:1 zur Pause „sogar höher hätte ausfallen können“, weil seine Mannschaft zusätzlich noch gute Möglichkeiten vorgefunden hatte. Der Anschlusstreffer von Maximilian Kerschner in der 43. Minute kam aus Sicht des Trainers zwar etwas bitter, änderte aber nichts an seinem klaren Eindruck: „Wir haben in der ersten Halbzeit sehr wenig zugelassen und waren nach vorne immer gefährlich.“
Für Gössinger lag die Erklärung für diese starke Phase vor allem im eigenen Offensivspiel. Wienerwald kam nicht nur über einen Weg vors Tor, sondern über rechts, links und durch die Mitte. Genau das machte es für Brunn schwierig, in die Zweikämpfe zu kommen und die Angriffe früh zu stoppen. „Unsere schnellen Spitzen haben den Geschwindigkeitsvorteil richtig gut ausgenutzt“, sagte der Trainer, der seine Mannschaft vorne „sehr giftig“ sah. Dass Liptak gleich dreimal traf, passte zu diesem Bild, weil Wienerwald seine guten Phasen konsequent verwertete. Gleichzeitig sprach Gössinger aber auch offen an, warum aus einem scheinbar klaren Abend am Ende doch noch ein enges Ergebnis wurde. „Das Spiel in die Offensive hat natürlich sehr gut funktioniert, wenn man fünf Tore schießt. Aber mit längerer Spieldauer hat die Konsequenz ein bissl nachgelassen.“ Vor allem nach den Wechseln habe sein Team an Ordnung verloren. „Das müssen wir abstellen, dass das Ergebnis dann so eng wird. Das war am Schluss nicht notwendig.“
Die zweite Hälfte entwickelte sich deshalb ganz anders als der erste Durchgang. Gössinger wusste schon in der Pause, „dass Brunn alles auf eine Karte setzen wird“, und genau so kam es dann auch. Zunächst schien Wienerwald dennoch alles im Griff zu haben, als Benjamin Wallquist in der 75. Minute das 5:1 erzielte. Doch nur drei Minuten später verkürzte Alexander Panner auf 5:2, und damit war die Ruhe endgültig weg. Gössinger sprach davon, dass Brunn vor allem über Standardsituationen wieder gefährlich wurde und das Spiel gegen Ende hektischer geworden sei. In der Nachspielzeit traf Julian Uhlig noch zweimal zum 5:3 und 5:4, wodurch das Resultat deutlich knapper aussah, als es der Trainer über weite Strecken gesehen hatte. „Das Ergebnis 5:4 wirkt ein bissl wild“, sagte er, weil Wienerwald die Partie aus seiner Sicht lange viel klarer bestimmt hatte. Gleichzeitig zollte er dem Gegner Respekt: „Brunn ist eine sehr gute Mannschaft und hat nach dem 4:1 nie aufgesteckt.“ Unter dem Strich bleibt für Wienerwald aber ein Sieg, der wegen der starken ersten Halbzeit hochverdient war und die Mannschaft nach fünf Runden weiter im oberen Bereich der Tabelle hält.