In der 2. Landesliga Ost hat sich der SC Ökoenergie Wolkersdorf lange auf seine kompakte Spielweise verlassen, am Ende drehte aber 1. SV Wiener Neudorf einen 0:1-Pausenrückstand noch in einen 4:2-Auswärtssieg. Trainer Wilhelm Hawla sprach von einer kontrollierten Leistung seiner Mannschaft, die sich vor der Pause nicht belohnte, nach dem Seitenwechsel aber sofort die richtige Antwort fand und das Spiel dann verdient auf ihre Seite zog.

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Hawla hatte seine Mannschaft von Beginn an im Vorteil gesehen. „Wir hatten das Spiel ab der ersten Minute im Griff, spielten sehr guten Fußball und sehr guten Kombinationsfußball“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Genau darin lag aus seiner Sicht aber auch der Ärger über die erste Halbzeit. Wiener Neudorf hatte viel Ballbesitz und war das aktivere Team, wurde in der entscheidenden Zone aber zu selten zwingend. „Wir waren leider nicht konkret genug in der letzten Zone und haben es oft verabsäumt, den Torabschluss zu suchen“, erklärte Hawla. So blieb es trotz optischer Vorteile lange beim 0:0, ehe Wolkersdorf in Minute 32 durch Brooklyn Prela mit 1:0 in Führung ging. Für die Gäste war der Pausenstand deshalb besonders bitter, weil sie aus ihrer Sicht das Spiel bis dahin klar kontrolliert hatten.
In der Kabine reagierte Hawla deutlich. Er habe von seiner Mannschaft verlangt, „dass wir konkreter werden, dass wir den Gegner weiter rauslocken, um Räume hinter der Abwehr zu schaffen“, sagte der Trainer. Außerdem wollte er, dass seine Elf mit scharfen Pässen schneller in die Spitze kommt. Der Plan griff sofort. Schon in der 48. Minute traf Mato Tadic zum 1:1. Für Hawla war genau das der entscheidende Moment des Abends: „Der wichtigste Moment war, dass wir gleich nach der Pause schnell das Tor gemacht haben und das Spiel gedreht haben.“ Wiener Neudorf blieb danach am Drücker. In Minute 60 traf erneut Mato Tadic zum 2:1. Spätestens mit dem 3:1 durch Ratko Buljic in Minute 72 war die Partie aus Sicht der Gäste klar in ihre Richtung gekippt. Wolkersdorf kam durch den zweiten Treffer von Brooklyn Prela in Minute 81 zwar noch einmal auf 2:3 heran, doch Wiener Neudorf antwortete prompt: Stipo Petrovic stellte in Minute 87 auf 4:2 und machte den Auswärtssieg damit endgültig fix.
Hawla hob nach dem Spiel vor allem zwei Dinge hervor, die ihm an seiner Mannschaft gefallen haben. „Der Kombinationsfußball war sehr gut“, sagte er, und ergänzte, dass man sich auf den tiefen Gegner gezielt vorbereitet habe. Gleichzeitig sei auch die zweite Seite des Spiels wichtig gewesen. „Wolkersdorf wollte uns mit harten Zweikämpfen entgegensetzen. Aber wir haben die Zweikämpfe angenommen und den Fight angenommen“, so der Trainer. Den Auftritt der Gastgeber ordnete er sachlich ein. Wolkersdorf habe alles probiert, tief verteidigt und auf Konter gesetzt, später auch versucht, mit offensiverer Ausrichtung zu überraschen, doch Wiener Neudorf sei darauf vorbereitet gewesen. Am Ergebnis änderte das nichts mehr: Wiener Neudorf hält nach dem 4:2 bei 17 Punkten und liegt damit auf Rang sechs, während Wolkersdorf mit zehn Zählern auf Platz zwölf bleibt. Für die Gäste war es ein Sieg, der vor allem deshalb zustande kam, weil sie ihre Überlegenheit nach der Pause endlich auch in Tore ummünzten.