2. Landesliga West

Knalleffekt: Krems feuert Trainer Willi Schmircher!

Knalleffektkremser sc in der 2. Landesliga West: Der Kremser SC trennte sich am Donnerstag Abend von seinem bisherigen Trainer Willi Schmircher. Nach dem Training erfuhr Schmircher von Obmann Nürnberger, dass seine Dienste nicht mehr benötigt werden. Teammanager Frenkie Schinkels übernimmt nun auch das Amt des Trainers, hat vorerst einmal bis Saisonende diese Doppelfunktion inne. Schmircher zeigte sich über die Art und Weise der Ablöse verwundert.

 

Willi Schmircher hatte das Traineramt erst im vergangenen Sommer übernommen, nachdem sich der Kremser SC zuvor von Slobodan Batricevic getrennt hatte. Nach einer durchwachsenen Herbst-Saison installierte der Klub im Winter Frenkie Schinkels als neuen Teammanager - viele Insider sahen da schon das Ende von Schmircher kommen. Nach der 2:3-Niederlage zum Frühjahrs-Start in Seitenstetten zog der Verein nun die Konsequenzen. Schinkels hat vorerst bis zur Sommerpause auch das Traineramt inne.

 

Auf Baustein-Aktion und Training folgte der Rauswurf

Schmircher (im Bild rechts) Schmirchergestand im Gespräch mit ligaportal.at: "Vom Zeitpunkt und der Art und Weise der Ablöse bin ich doch sehr überrascht worden. Am Donnerstag um 17 Uhr präsentierten der sportliche Berater des Präsidiums, Georg Stierschneider, und Obmann Werner Nürnberger eine Baustein-Aktion, wo alle Spieler und auch ich verpflichtet wurden, Bausteine zu verkaufen. Anschließend fand ein Training statt, wo ich allen anwesenden Spielern und auch einigen Funktionären bunte Ostereier als Ostergruß überreichte."

Nach dem Training kam es zum Knalleffekt: "Ich wurde  von Herrn Nürnberger informiert, dass ich ab sofort nicht mehr Trainer des Kremser SC bin. Herr Stierschneider war da nicht mehr dabei." Eine Vorgangsweise, die den nunmehrigen Ex-Coach verwundert: "Ich kann verstehen, wenn der Verein die Meinung vertritt, der sportliche Erfolg wäre nicht da gewesen. Doch es wäre schon, wenn der Klub mit offenen Karten gespielt hätte."

 

"ESV Krems und Rugby-Spieler hatten Vorrang vorm Kremser SC"

Schmircher meinte weiters: "Natürlich macht man sich Gedanken, was man falsch gemacht hat. Das Einzige, was ich mir vorwerfen kann, ist, dass ich zu viel tolerierte und akzeptierte, etwa die Trainings-Bedingungen." Denn der Kremser SC konnte nicht regelmäßig auf dem Au-Platz trainieren: "Aber nicht weil er gesperrt war, sondern weil der ESV Krems mit sieben Spielern trainierte und am nächsten Tag waren die Rugby-Spieler an der Reihe. Diese hatten ganz einfach Vorrang vor dem Kremser SC. Die Umsetzung meiner Trainingsziele war daher nur sehr schwer möglich. Der Au-Platz ist schlicht eine Katastrophe."

Am Versuch, darauf hinzuweisen, wurde Schmircher laut eigenen Aussagen gehindert: "Es wurde mir von Vereinsseite untersagt, dazu öffentlich etwas zu sagen. Mit dem Argument, dass wir von der Stadt etwas brauchen. Wenn man so etwas als Trainer nicht aufzeigen darf, ist das eine Katastrophe." Schmircher rät den Klub zum Umdenken: "Einige Herrschaften glauben noch immer, dass Krems in der Bundesliga spielt, sitzen auf dem hohen Ross. Doch in Wahrheit ist der Verein längst stehen geblieben." Die finanziellen Möglichkeiten seien im Vergleich mit anderen Klubs auch beschränkt: "Wenn man die Herren darauf hingewiesen hat, machte man sich damit keine Freunde. Das wollen sie weder hören noch sehen."

 

"Es war sehr schön und reizvoll, in Krems zu arbeiten"

Ein Umstand, der die Arbeit für einen Trainer in Krems sehr schwierig gestaltet - angesichts der hohen Erwartungs-Haltungen: "In den letzten Jahren ist es keinem Trainer, einschließlich meiner Person, gelungen, den gewünschten Erfolg für den Kremser SC zu erreichen. Ich glaube, das sollte auch dem Vorstand zu denken geben, ob es wirklich immer am Trainer oder an den Spielern liegt." Schmircher sagt im Rückblick: "Es war sehr schön und reizvoll, in Krems zu arbeiten. Zum Glück muss ich aber nicht vom Fußball leben, konnte so immer meine Ansichten vertreten. Ich musste mich nicht biegen oder verbiegen lassen."

Schmircher wünscht dem Verein alles Gute: "Ich bin überzeugt und wünsche es den Spielern, dass diese harte Vorbereitung im Frühjahr noch Früchte tragen wird. Ich möchte mich auf diesem Wege rechtherzlich bedanken. DIe meisten Spieler haben wirklich Charakter gezeigt und ich war stolz, Trainer dieser Truppe zu sein. Danke auch an alle, die mich unterstützt haben." Zu seiner Zukunft meint Schmircher: "Wenn eine Tür zugeht, gehen zwei neue auf. Ich freue mich jetzt, dass ich mehr Zeit für meine Hobbies und meine Familie haben werde."

Was der sportliche Berater des Kremser Präsidiums, Georg Stierschneider, zur Ablöse von Schmircher zu sagen hat, lesen Sie hier.

 

Christian Reichel