In der 2. Landesliga West steckt Amir Bradaric mit seinem Verein Rohrbach/Gölsen mitten im Kampf um den Klassenerhalt. Nach fünfzehn gespielten Partien und nur sechs Punkten rangiert die Mannschaft auf dem 16. Tabellenplatz. Die jüngsten Wochen verliefen ernüchternd: Mehrere Niederlagen in Serie setzten dem Team zu. Trotz der schwierigen Lage gibt sich der Trainer kämpferisch – mit einem klaren Plan für die Rückrunde und dem Willen, eine verjüngte, aber stabilere Mannschaft zu formen.
„Man kann natürlich nicht zufrieden sein mit der Hinrunde“, sagt Bradaric offen. Rohrbach/Gölsen blieb in der ersten Saisonhälfte hinter den Erwartungen zurück. Zu oft fehlte die Effizienz in der Offensive, zu selten konnte die Mannschaft aus ordentlichen Ansätzen zählbare Erfolge machen. Besonders schmerzte die jüngste Serie: In den letzten fünf Ligapartien blieb Rohrbach/Gölsen ohne Punktgewinn.
Dennoch betont der Trainer, dass es im Verein trotz der sportlichen Talfahrt keinen Bruch gegeben habe. „Ein gewisser Frust ist natürlich da, wenn man nur sechs Punkte hat und Letzter ist. Aber die Freude und der Zusammenhalt überwiegen bei uns.“
In der Winterpause steht der Kaderumbau im Vordergrund. Bradaric spricht offen über notwendige personelle Anpassungen: „Wir planen personelle Veränderungen. Zwei Spieler haben wir schon.“ Der Fokus liegt klar auf der Offensive. Der Trainer hat bereits einen neuen Stürmer gefunden, um dem Angriffsspiel mehr Durchschlagskraft zu verleihen. Insgesamt erwartet er sechs bis sieben Abgänge, denen drei bis vier Neuzugänge gegenüberstehen sollen.
Außerdem sollen mehrere Eigenbauspieler in die Kampfmannschaft integriert werden. „Unsere jungen Spieler sind engagiert, aber es braucht Routine. Wir haben geschaut, dass die Neuen schon Erfahrung haben und Stabilität mitbringen“, so Bradaric weiter. Es ist ein behutsamer, aber gezielter Neuaufbau, der nicht auf schnelle Effekte, sondern nachhaltige Entwicklung abzielt.
Trotz der jüngsten Ergebnisse herrscht im Umfeld keine Resignation. Jeder, der noch dabei ist, habe „immer alles gegeben“, wie der Trainer betont. In der Vorbereitung auf die Frühjahrssaison setzt Bradaric auf mannschaftliche Geschlossenheit und körperliche Fitness. Nach einigen Verletzungen in der Vorrunde ist der Kader nun weitgehend wieder vollständig: „Wir sind schon in die Vorbereitung gestartet, alle sind fit – aber natürlich, wenn trainiert wird, kommt immer wieder der eine oder andere verletzt oder krank hinzu. Das ist normal.“ Neu im Trainerteam ist außerdem sein Sohn, der den Cheftrainer künftig als Co-Trainer unterstützt. „Das wird mir mit Sicherheit sehr weiterhelfen“, sagt Bradaric.
Die kommenden Wochen sollen genutzt werden, um Automatismen zu festigen und die fehlende Routine zu kompensieren. Der Trainer weiß, dass die Rückrunde über den Klassenerhalt entscheiden wird, bleibt aber optimistisch: „Wir wollen eine junge, schlagkräftige Mannschaft aufbauen, die – egal ob in der 2. Landesliga oder in der Gebietsliga – wieder eine gute Rolle spielt.“ Rohrbach/Gölsen blickt also trotz der Tabellenlage nach vorne. Die Hinrunde war ernüchternd, doch der Glaube an den eigenen Weg ist ungebrochen.