Zwischen dem USC Höfler Metalltechnik Seitenstetten und den SKU Ertl Glas Amstetten Amateuren erlebte das Publikum in der 2. Landesliga West eine kampfbetonte Begegnung, in der vor allem die zweite Halbzeit die Gemüter bewegte. Trainer Peter Thaller sprach von klareren Chancen seines Teams und bewertete das knappe 0:1 als glücklich für den Gegner. Er verwies auf gefährliche Standards seiner Mannschaft sowie einen spät aberkannten Treffer, der die Stimmung nach einem leidenschaftlichen Auftritt merklich prägte.

Foto von Frantzou Fleurine auf Unsplash
Für Thaller stand außer Frage, dass seine Elf nach Wiederanpfiff das Heft in der Hand hatte. „Ich denke, es ist ein glückliches Ergebnis für Amstetten.“ Den Ausschlag sah er in der Dominanz nach der Pause und der Menge an Gelegenheiten: „Speziell in der zweiten Halbzeit waren wir die bessere Mannschaft mit den klareren und größeren Torchancen, und auch die Anzahl an Möglichkeiten war auf unserer Seite höher.“
Früh im Spiel eröffnete sich eine Großchance für die Gäste, als ein Abwehrfehler durch die Hintermannschaft Seitenstettens einen Amstettner Stürmer frei auf das Tor zulaufen ließ – der Abschluss fand jedoch nicht ins Ziel. Kurz vor dem Ende der ersten Hälfte meldeten sich die Hausherren mit der vielleicht besten Szene des Abschnitts zurück: Nach einem Querpass kam Eric Michlmayr zentral am Sechzehner frei zum Abschluss, der Versuch, jedoch „ein bissl zu übersteuert“. Nach dem Seitenwechsel wogte die Partie mit offenem Visier. Amstetten kam einmal gefährlich auf, als ein Klärungsversuch den gegnerischen Stürmer anschoß, der Abpraller beim zweiten Angreifer landete – aus kurzer Distanz setzte dieser den Ball über das verwaiste Tor. Im Gegenzug vergab Seitenstetten selbst die große Chance auf die Führung, als ein Angreifer im Eins-gegen-eins das mögliche 1:0 auf dem Fuß hatte.
Die Effizienz lag schließlich auf der Seite der Amstetten Amateure: Nach einem schönen Pass in die Tiefe entschied ein Eins-gegen-eins die Partie – in der 78. Minute traf Nico Zellhofer zum 0:1. Seitenstetten drückte in der Schlussphase vehement und kam wiederum in eine vielversprechende Abschluss Position nach starker Vorbereitung von Kiehberger. Seitenstetten suchte den Ausgleich vor allem über ruhende Bälle und weite Einwürfe. Die Bedeutung dieser Waffe betonte Thaller ausdrücklich: „Sehr wichtig – wir haben gute Profile für lange Einwürfe, gute Schützen, und verschiedene Varianten. Man hat gesehen, dass wir damit immer gefährlich werden können.“ Besonders schmerzte der späte Eingriff der Fahne: In der 85. Minute wurde ein Treffer wegen Abseits aberkannt. Thaller haderte: "Nie und nimmer Abseits."
Thaller formulierte es als unverdiente Leere nach einer starken Performance: „Leider konnten wir uns am Ende des Tages für einer der besten Saisonleistungen nicht belohnen.“ Dass er zugleich vom Abstiegskampf sprach, rahmt die Brisanz der Partie ein. Die Tabelle liefert dafür den nüchternen Kontext: Während die Amstetten Amateure mit 39 Punkten auf Rang zwei stehen, rangiert Seitenstetten mit 17 Zählern auf Platz 15. Insgesamt blieb das Gefühl einer Partie, in der der Aufwand hoch, die Ernte aber für die Gastgeber zu mager ausfiel.