Spielberichte

„Wir haben uns nicht belohnt“ – SV Absdorf hadert nach spätem 1:2 mit ausgelassenen Chancen

Haitzendorf/Grafenwörth
SV Absdorf

In der 2. Landesliga West musste sich SG Haitzendorf/Grafenwörth gegen SV Absdorf mit 2:1 durchsetzen, doch aus Sicht der Gäste fühlte sich diese Niederlage besonders bitter an. Sektionsleiter Mario Krumpöck sah seine Mannschaft über weite Strecken auf Augenhöhe, phasenweise sogar als das bessere Team. Am Ende blieb bei Absdorf vor allem das Gefühl, sich für eine gute Leistung nicht belohnt zu haben.

Torwart in Neongrün, im Vordergrund der Ball

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Absdorf spielt mutig, lässt vor der Pause aber zu viel liegen

Dass der SV Absdorf am Ende mit leeren Händen dastand, hatte für Mario Krumpöck viel mit der ersten Halbzeit zu tun. Der Funktionär sprach von einem sehr guten Auftritt seiner Mannschaft, die vom Anpfiff weg aggressiv, mutig und mit klarer Linie auftrat. „Wir waren von Anfang an gut in der Partie drinnen. Wir waren aggressiv, wir waren mutig. Wir haben uns Fußball spielen getraut“, sagte Krumpöck. Gerade das war für ihn ein klarer Fortschritt im Vergleich zum Auftaktspiel. Dazu kam, dass sich die Gäste aus seiner Sicht nicht nur ordentlich präsentierten, sondern auch zu ihren Möglichkeiten kamen. Simon Gartner, Edin Bijeljinac und Mateus Ferraboli wurden von ihm ausdrücklich genannt, weil Absdorf in dieser Phase immer wieder gefährlich wurde. Zur Pause stand es zwar 0:0, doch genau darin lag für Krumpöck schon der erste Knackpunkt. „Wir haben es verabsäumt, in der ersten Halbzeit bereits in Führung zu gehen“, hielt er fest und sprach damit jenen Teil des Spiels an, der Absdorf später besonders schmerzen sollte.

Fehlpass vor dem 0:1, starke Antwort zum Ausgleich

Nach dem Seitenwechsel bekam die Partie dann den Verlauf, den sich die Gäste gerade wegen ihrer guten ersten Hälfte nicht gewünscht hatten. In der 60. Minute brachte Rudolf Pirkner die SG Haitzendorf/Grafenwörth mit 1:0 in Führung. Krumpöck machte keinen Hehl daraus, dass diesem Treffer aus seiner Sicht ein Fehler im eigenen Spiel vorausging. „Der Knackpunkt war sicher der Gegentreffer zum 0:1, dem ein schwerer Fehlpass in der Vorwärtsbewegung vorausgegangen ist“, sagte er. Besonders bitter war für ihn, dass Absdorf kurz zuvor selbst noch die große Chance auf den Führungstreffer hatte, als Bijeljinac an einer Topmöglichkeit scheiterte. Umso wichtiger war für Krumpöck dann die Reaktion seiner Mannschaft. Er lobte ausdrücklich, wie gut der Rückstand weggesteckt wurde. Über mehrere Stationen kombinierte sich der SV Absdorf nach vorne, Simon Gartner konnte laut Krumpöck nur noch mit einem Foul gestoppt werden, den fälligen Strafstoß verwertete Edin Bijeljinac in der 78. Minute zum 1:1. Für den Absdorfer Sektionsleiter war dieser Ausgleich nicht nur schön herausgespielt, sondern auch „verdient“.

Die Schlussphase tut weh: Aus möglichem Konter wird das 1:2

Dass der Punkt am Ende trotzdem nicht mitgenommen wurde, machte die Niederlage aus Absdorfer Sicht erst richtig schmerzhaft. In der Nachspielzeit schlug SG Haitzendorf/Grafenwörth noch einmal zu, als Stefan Nestler per Freistoß das 2:1 erzielte. Für Krumpöck lag die Härte dieser Szene vor allem darin, dass der Ball zuvor eigentlich in Absdorfer Reihen war. „Eigentlich hätten wir die Chance auf den Konter gehabt“, schilderte er. Stattdessen gab es nach einem Handspiel von Mateus Ferraboli Freistoß für die Heimischen, und Nestler nutzte diese Gelegenheit eiskalt. Krumpöck sprach von einem „sensationellen“ Abschluss ins Kreuzeck und gratulierte ausdrücklich zu diesem Treffer, verschwieg aber nicht, wie bitter die Entstehung aus seiner Sicht war. Schon beim 0:1 hatte er auf die individuelle Klasse der Gastgeber verwiesen, und genau darin sah er letztlich auch die Stärke von SG Haitzendorf/Grafenwörth. „Wir waren die bessere Mannschaft, aber Rudolf Pirkner und Stefan Nestler, zwei Aktionen, zwei schöne Tore“, sagte er. Mehr Effektivität auf der einen, mehr vergebene Möglichkeiten auf der anderen Seite – so erklärte er sich den Ausgang der Partie.

Vieles funktionierte, Punkte sollen trotzdem bald kommen

Trotz der Enttäuschung nach dem späten Gegentreffer wollte Krumpöck den Auftritt des SV Absdorf nicht schlechtreden. Im Gegenteil: Er sah viele Dinge, auf die sich aufbauen lässt. Vor allem die Defensivleistung hob er hervor. „Wir sind defensiv sehr gut gestanden. Die Viererkette und der Torwart haben einen super Job gemacht“, sagte er über die Arbeit vor David Guttmann. Auch offensiv habe es immer wieder gute Ansätze gegeben, selbst wenn das Passspiel in manchen Situationen noch sauberer hätte sein können. Diskussionen über den Schiedsrichter wollte Krumpöck gar nicht erst groß aufmachen. Zwar sei „die ein oder andere Situation“ nicht glücklich geahndet worden, spielentscheidend sei das aber nicht gewesen. Viel wichtiger war ihm die Haltung seiner Mannschaft nach dieser unglücklichen zweiten Niederlage im zweiten Spiel. „Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie das Spiel angegangen hat“, sagte der Sektionsleiter. Und obwohl der SV Absdorf weiter bei null Punkten steht, fiel sein Ausblick klar aus: Wenn die Mannschaft so weitermacht, sei es „nur eine Frage der Zeit“, bis sie sich auch einmal belohne und die ersten Punkte anschreibe.

2. Landesliga West: Haitzendorf/Grafenwörth : SV Absdorf - 2:1 (0:0)

  • 92
    Stefan Nestler 2:1
  • 78
    Edin Bijeljinac 1:1
  • 60
    Rudolf Pirkner 1:0