In der 2. Landesliga West hat der SV Würmla gegen SK Eggenburg eine 1:0-Pausenführung noch aus der Hand gegeben und am Ende 1:2 verloren. Das frühe Tor von Markus Schnopp brachte den SV Würmla zwar auf Kurs, doch nach Seitenwechsel kippte die Partie. Obmann-Stv. Josef Burger fand danach klare Worte und sah vor allem bei Einsatz und Abschlussqualität den Unterschied.
Josef Burger sah zunächst genau den Start, den sich der SV Würmla erhofft hatte. "SV Würmla hat zu Beginn besser gestartet und ist auch früh in Führung gegangen", sagte der Würmla-Funktionär im Rückblick. In der 9. Minute sorgte Markus Schnopp für das 1:0, und nach der Schilderung von Burger war es ein schöner Abschluss ins rechte obere Eck. Nach der Pause hatte Schnopp noch eine tolle Möglichkeit auf 2:0 zu stellen, ließ diese Chance jedoch aus. "Dann haben wir nach und nach das Zepter aus der Hand gegeben", sagte Burger. Genau dieser schleichende Kontrollverlust zog sich aus seiner Sicht durch die Partie. Zwar nahm der SV Würmla die 1:0-Führung mit in die Pause, doch Burger machte deutlich, dass sich das Spiel schon vor dem Seitenwechsel nicht mehr so klar anfühlte wie in den ersten Minuten.
Einen einzigen Knackpunkt wollte Josef Burger nach dem Spiel gar nicht ausmachen. "Ein richtig entscheidender Moment war es, glaube ich, gar nicht", sagte er, weil die Partie in seinen Augen nicht abrupt, sondern Schritt für Schritt zugunsten von SK Eggenburg kippte. Trotzdem hob er das 1:1 in der 62. Minute besonders hervor. Dominik Rolinec traf nach seiner Beschreibung "aus einem Gestocher nach einem Einwurf" mit einem flachen Schuss ins Eck. Für Burger war genau dieses Tor wichtig, weil es SK Eggenburg "den nötigen Aufwind gegeben" habe, um das Spiel komplett zu drehen. Was danach folgte, passte zu seiner Gesamteinschätzung. Der SV Würmla kam in der zweiten Halbzeit nicht mehr richtig in die Partie, während SK Eggenburg immer mehr die Kontrolle übernahm. In der 82. Minute machte Mario Rekirsch den Umschwung auch auf der Anzeigetafel perfekt. Burger sprach von einem "schön platzierten Schuss" flach in die linke Ecke aus Sicht des Torwarts. Damit war die Wende abgeschlossen.
Noch deutlicher wurde Josef Burger bei der Frage, warum der SV Würmla nach der Führung nicht mehr dagegenhalten konnte. "Es hat prinzipiell die Ballsicherheit und das Spielglück ein bisschen gefehlt, und die Umschaltsituationen wurden nicht so ausgenutzt, wie man es von unserer Mannschaft sonst gewohnt ist", sagte er. Für ihn lag darin der eigentliche Unterschied zwischen den beiden Mannschaften. SK Eggenburg sei besser in die Zweikämpfe gekommen, habe mehr Wille gezeigt, das Spiel zu gewinnen und war vor dem Tor abgezockter. Vor allem nach der Pause sah Burger den Gegner klar im Vorteil. "In der zweiten Halbzeit waren sie uns generell spielerisch sehr überlegen", sagte er. Ganz ohne Möglichkeiten sah er den SV Würmla aber trotzdem nicht. "Beim Stand von 1:1 hätten wir schon noch ein paar Kontermöglichkeiten gehabt", meinte Burger, doch genau dort habe seinem Team am Schluss die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor gefehlt. Auch über den Unparteiischen wollte er nichts sagen. Trotz einiger aus seiner Sicht strittiger Situationen in der Anfangsphase sprach er insgesamt von einer soliden, unauffälligen Schiedsrichterleistung. Für den SV Würmla bleibt damit nach zwei Runden ein Punkt, während SK Eggenburg nun bei drei Zählern hält. Aus Sicht von Josef Burger ist nach diesem 1:2 jedenfalls klar, wo der SV Würmla für die nächsten Spiele ansetzen muss: bei der Bereitschaft, bei der Intensität und bei einer zweiten Halbzeit, die diesmal klar zu wenig war.