In der 2. Landesliga West hat SG Waidhofen/Ybbs das Derby gegen die Sportvereinigung ATP Metallbau Purgstall mit 7:2 gewonnen und dabei schon früh die Weichen gestellt. Trainer Niko Saric sprach nach dem Spiel von einem intensiven Abend auf schwierigem Boden und sah vor allem den größeren Siegeswillen seiner Mannschaft als Schlüssel. Entscheidend war aus seiner Sicht vor allem die frühe 3:0-Führung, nach der Waidhofen die Partie nicht mehr aus der Hand gab.

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Saric musste nicht lange überlegen, wo der Abend seinen Lauf nahm. „Unser Blitzstart war spielentscheidend“, sagte der Waidhofner Trainer, nachdem seine Mannschaft in der 1. Minute durch Gabriel Hinterberger, in der 9. Minute durch Dominik Kammerhofer und in der 12. Minute durch Niklas Schweighuber auf 3:0 gestellt hatte. Gerade diese Anfangsphase beschrieb er als fast perfekt: „In den ersten fünfzehn, zwanzig Minuten war bei uns jeder Schuss ein Treffer.“ Besonders beim 1:0 hob er die Vorarbeit von Schweighuber hervor: „Das erste Tor war gleich eine super Aktion von Niklas Schweighuber, wo Gabriel Hinterberger super abschließt.“ Auch das 2:0 und das 3:0 blieben ihm hängen. Vor dem Treffer von Kammerhofer lief der Angriff laut Saric stark über mehrere Stationen, ehe am zweiten Pfosten sauber vollendet wurde. Beim dritten Tor gefiel ihm vor allem die Konsequenz im Abschluss: Kammerhofer spielte den Ball, Schweighuber zog nach innen und schloss „eiskalt“ ab. Mit diesem 3:0 war zur Pause bereits eine klare Richtung vorgegeben.
Ganz so einseitig, wie es das Ergebnis am Ende vermuten lässt, erlebte Saric die Partie allerdings nicht. Er sprach von einem „sehr intensiven Spiel“ auf schwierigem Geläuf, von vielen Zweikämpfen und klarem Derby-Charakter. Auch Purgstall sei offensiv immer wieder gefährlich gewesen, sagte er, und gerade zwischen der 30. und 45. Minute habe seine Mannschaft „nicht so konzentriert, nicht so gut organisiert“ verteidigt. Trotzdem blieb das 3:0 bis zur Pause stehen, und genau dieser Zwischenstand war für Saric der Moment, in dem die Sache geklärt schien: „Nach dem 3:0 haben wir gewusst, das lassen wir uns nicht mehr nehmen.“ Nach der Pause verkürzte Alexander Obermayr in der 57. Minute zwar auf 3:1, doch Waidhofen hatte sofort die passende Antwort. Niklas Schweighuber stellte in der 61. Minute auf 4:1, Gabriel Hinterberger legte in der 66. Minute das 5:1 nach und nur eine Minute später erhöhte Nikolaus Obermüller auf 6:1. Alexander Obermayr traf für Purgstall zwar noch einmal zum 6:2, den Schlusspunkt setzte aber Thomas Hörndler in der Nachspielzeit mit dem 7:2.
Trotz der sieben erzielten Tore wollte Saric nach dem Abpfiff nicht nur jubeln. Den wichtigsten Unterschied sah er vor allem im Zugang seiner Mannschaft. „Wir haben einfach den größeren Willen gehabt zu gewinnen, und das war der ausschlaggebende Grund, warum wir dann auch 7:2 gewonnen haben“, sagte der Trainer. Gleichzeitig blieb seine Analyse sehr klar. „Wir sind noch immer ausbaufähig“, stellte er fest und sprach offen an, was ihm trotz des deutlichen Heimsieges nicht gefallen hat. In manchen Phasen werde noch „zu hektisch“ verteidigt, außerdem müsse seine Mannschaft mehr Ruhe ins Spiel bringen. Auch gegen den Ball wünscht er sich mehr Disziplin in den Positionen. Für Saric liegt genau dort das größte Verbesserungspotenzial: „Wann muss ich situativ verteidigen, wann muss ich mich fallen lassen, wann muss ich den Gegner stellen – da werden wir in den nächsten Wochen im Training massiv ansetzen.“ Der hohe Sieg änderte also nichts daran, dass der Trainer die Leistung nicht einfach abhakte, sondern sehr genau auf die Punkte schaute, die in engeren Spielen noch wichtiger werden können.
Dass Purgstall trotz des 2:7 kein angenehmer Gegner war, betonte Saric ausdrücklich. „Purgstall hat mit Alexander Obermayr, Philipp Plank, Kevin Obermayr und Florian Redl unglaubliche Qualität“, sagte der Trainer und unterstrich damit, dass der klare Spielstand aus seiner Sicht nicht über die Offensivqualitäten des Gegners hinwegtäuschen dürfe. Umso höher bewertete er den Auftritt seiner Mannschaft im Verbund, auch wenn er dabei bewusst nicht alles schönreden wollte: „Wir haben das zu siebzig Prozent gut verteidigt.“ Positiv fiel ihm auch das Schiedsrichterteam auf. Strittige Szenen habe es aus seiner Sicht nicht gegeben, die Unparteiischen seien „gut bis sehr gut“ gewesen und hätten genau das getan, was sich ein Trainer wünsche: nicht im Mittelpunkt zu stehen. So bleibt für Waidhofen nach einem torreichen Derby ein Heimsieg, der die Mannschaft mit 13 Punkten in der Spitzengruppe hält. Saric brachte den Abend am Ende auf eine einfache Formel: „Meine Mannschaft hat sehr gut Fußball gespielt, aber wir haben noch in gewissen Situationen Verbesserungspotenzial.“