Spielberichte

„Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen“ – Waidhofen/Ybbs trifft in Minute 95 zum 4:3

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SC Gmünd
Waidhofen/Ybbs

In der 2. Landesliga West hat sich SC Gmünd am Freitagabend mit SG Waidhofen/Ybbs ein wildes 3:4 geliefert. Für Trainer Niko Saric war es ein Auswärtssieg mit zwei Gesichtern: eine starke erste Halbzeit, dann große Probleme im Verteidigen und am Ende doch noch der späte Treffer. Die Kernaussage des Coaches fiel trotz aller Kritik klar aus: „Wir wollten das Spiel unbedingt gewinnen.“

Fußball in Weiß-Rot auf Rasen

Foto von Torsten Dettlaff auf Pexels

Starker Beginn, aber nur 1:1 zur Pause

Aus Sicht von Saric legten die Gäste richtig gut los. „Die erste Halbzeit haben wir einen unglaublichen Fußball gespielt. Wir sind super reingekommen“, sagte der Trainer nach der Partie. Waidhofen/Ybbs machte laut seinem Coach viel Druck, war das aktivere Team und belohnte sich in der 26. Minute mit dem 1:0 durch Nikolaus Obermüller. Saric ordnete auch die Entstehung der Führung ein und sprach davon, dass auch das 1:0 eine Folge dieser starken Phase gewesen sei. Gleichzeitig verschwieg er nicht, wo Gmünd gefährlich war. „Der Gegner war in den Umschaltmomenten sehr gefährlich, das hat er gut gemacht“, meinte er. Trotzdem sah er seine Mannschaft in dieser Phase klar im Vorteil: „Wir waren richtig gut in der Partie, haben fast nichts zugelassen.“ Umso ärgerlicher war für ihn der Zeitpunkt des Ausgleichs, denn kurz vor der Pause traf Michal Nemecek zum 1:1. Für Saric fiel dieses Gegentor „fast aus nichts“, auch wenn er anerkannte, dass Gmünd die Situation gut ausspielte.

Nach dem Seitenwechsel wurde es offen

Mit dem 1:1 zur Pause änderte sich für den Waidhofen-Coach die Richtung des Spiels spürbar. „Mit dem Halbzeitpfiff stand es 1:1. Dann war einfach ein Knick drin“, sagte Saric. Besonders der Start in die zweite Hälfte gefiel ihm überhaupt nicht. „Wir sind schlecht aus der Kabine rausgekommen, haben keine gute Energie gehabt“, so seine Einschätzung. Dazu kam, dass Gmünd gleich nach Wiederbeginn eine große Möglichkeit auf das 2:1 hatte. Saric sprach von einer „super Spielkombination“ der Gastgeber, an deren Ende der Ball an die Innenstange ging und wieder heraussprang. Für Waidhofen/Ybbs war das ein heikler Moment, weil das Spiel in dieser Phase hätte kippen können. Stattdessen gingen die Gäste in der 60. Minute wieder in Führung, als Niklas Schweighuber das 2:1 erzielte. Lange hielt dieser Vorsprung aber nicht, denn Simon Premm stellte in der 71. Minute auf 2:2. Die Antwort folgte beinahe sofort: Nur eine Minute später traf erneut Schweighuber zum 3:2. Genau dieses Hin und Her passte zu einem Abend, an dem Waidhofen zwar immer wieder Qualität nach vorne zeigte, sich das Leben mit zu wenig konsequentem Verteidigen aber selbst schwer machte.

Schweighuber setzt den Lucky Punch

Die Schlussphase machte aus dem ohnehin schon offenen Spiel endgültig einen wilden Schlagabtausch. Gmünd kam in der Nachspielzeit noch einmal zurück und erzielte durch Daniel Maurer in der 92. Minute das 3:3. Saric sprach danach mit Respekt über den Gegner und hob hervor, wie unangenehm die Gastgeber auf eigenem Platz zu bespielen sind. „Gmünd ist eine sehr heimstarke Mannschaft. Das haben wir wieder gesehen. Sie sind immer wieder gekommen“, sagte der Trainer. Besonders bemerkenswert fand er, dass die Gmünder in der Nachspielzeit noch zum Ausgleich kamen. Trotzdem hatte Waidhofen/Ybbs noch eine Antwort. In der 95. Minute schlug Schweighuber ein drittes Mal zu und machte seinen Dreierpack perfekt. Saric schilderte die Szene als „super Spielkombination über drei, vier Stationen“: über Dominik Kammerhofer, Gabriel Hinterberger und Dursun Göksin kam der Ball zu Schweighuber, der den Lucky Punch zum 4:3 setzte. So groß die Freude über den späten Sieg auch war, der Trainer richtete den Blick sofort wieder auf die Arbeit gegen den Ball. „Beim Verteidigen müssen wir einfach besser werden. Wir sind bei gewissen Spielsituationen unkonsequent und unkonzentriert. Das stört mich massiv“, sagte Saric. Den Auswärtssieg nimmt Waidhofen/Ybbs zwar mit, zufrieden ist der Coach damit noch nicht komplett. Für die nächsten Wochen formulierte er deshalb klar, was er sehen will: „Ich will einfach wieder eine konzentrierte Verteidigungsleistung sehen.“

2. Landesliga West: SC Gmünd : Waidhofen/Ybbs - 3:4 (1:1)

  • 95
    Niklas Schweighuber 3:4
  • 92
    Daniel Maurer 3:3
  • 72
    Niklas Schweighuber 2:3
  • 71
    Simon Premm 2:2
  • 60
    Niklas Schweighuber 1:2
  • 45
    Michal Nemecek 1:1
  • 26
    Nikolaus Obermüller 0:1