Spielberichte

„Das Einzige, was funktioniert hat, war unser Tormann“ – Waidhofen dreht 0:1 noch spät

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Großweikersdorf/Wiesendorf
Waidhofen/Ybbs

In der 2. Landesliga West hat sich SG Waidhofen/Ybbs am Freitagabend bei SG Großweikersdorf/Wiesendorf mit 2:1 durchgesetzt, obwohl Trainer Niko Saric den Auftritt seiner Mannschaft offen einordnete. „Wir hatten sehr viel Glück“, sagte der Waidhofner Coach nach dem Schlusspfiff. Nach einem über weite Strecken schwierigen Abend drehten Florian Mathias Heigl und Gabriel Hinterberger die Partie noch für den Tabellenführer.

Fußballspieler holt zum Schuss aus

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Ein 0:0 zur Pause, aber keine Ruhe auf der Waidhofner Bank

Wer das 2:1 aus Sicht der Gäste nur als nächsten Sieg liest, bekommt von Saric selbst sofort Widerspruch. Schon das 0:0 zur Halbzeit war für ihn kein Zeichen dafür, dass seine Mannschaft das Spiel im Griff hatte. Im Gegenteil: Der Trainer sprach danach ungewöhnlich deutlich über die Kräfteverhältnisse. „Großweikersdorf hat einen sehr guten Fußball gespielt und wir waren einfach chancenlos. Aber wir hatten das glücklichere Ende für uns“, sagte er. Dass die Gastgeber kurz nach Wiederbeginn durch Stefan Heider in der 51. Minute in Führung gingen, passte für ihn deshalb ins Bild. Saric sprach offen von einem Stellungsfehler seiner Mannschaft und fügte an: „Zu dem Zeitpunkt war es hochverdient, dass sie 1:0 in Führung gehen.“

Heigl bringt die Wende, Hinterberger behält die Nerven

Erst nach dem Rückstand kam Waidhofen besser in die Partie, wobei Saric den Wendepunkt nicht bei einer taktischen Korrektur sah, sondern ganz klar bei den Wechselspielern. „Wenn man eine gute Ersatzbank hat, bringt sie eine andere Energie ins Spiel. Dieses Mal hat die Bank das Spiel entschieden“, sagte der Trainer. Vor allem Florian Mathias Heigl stand dabei im Mittelpunkt. In der 67. Minute erzielte er nach einem Eckball das 1:1 und gab den Gästen damit wieder Hoffnung. Noch wichtiger aus Waidhofner Sicht: Laut Saric holte Heigl in der Nachspielzeit auch jenen Strafstoß heraus, der das Spiel endgültig drehte. Gabriel Hinterberger trat in der 95. Minute an und verwandelte zum 2:1. Saric stellte dabei vor allem die Nervenstärke seines Schützen heraus: „Gabriel Hinterberger hat einfach keine Nerven, der haut den rein.“

Viel Lob für Großweikersdorf und ehrliche Worte zum Elfmeter

Bemerkenswert war nach dem Spiel nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem die Offenheit, mit der Saric seine Mannschaft beurteilte. „Das Einzige, was funktioniert hat, war unser Tormann. Der war überragend. Alles andere war ausbaufähig“, sagte er. Gleichzeitig verteilte er viel Anerkennung an den Gegner, der ihm an diesem Abend in fast allen Bereichen besser gefiel. Großweikersdorf sei „scharf, spritzig, giftig“ gewesen und habe mit viel Tempo und Schärfe gespielt. Auch die entscheidende Szene vor dem 2:1 klammerte er nicht aus. „Laut Video war es anscheinend kein Elfmeter. Ich muss mir das aber noch anschauen“, meinte Saric. Dem Unparteiischen stellte er trotz dieser Aussage insgesamt ein gutes Zeugnis aus: „Der Schiedsrichter war sehr gut. Er hat eine klare Linie gehabt.“

Drei Punkte an der Spitze, aber kein Anlass zum Zurücklehnen

Für Waidhofen sind es am Ende trotzdem drei ganz wichtige Zähler. Nach elf Spielen hält der Tabellenführer nun bei 28 Punkten. Zufrieden klang Saric nach diesem 2:1 aber überhaupt nicht. Er fasste den Abend mit einem Satz zusammen, der den Charakter dieses Auswärtssieges wohl am besten trifft: „Wir hatten sehr viel Glück, einen Fußballgott auf unserer Seite und ein bisschen Karma.“ Statt das späte Erfolgserlebnis groß zu feiern, richtete er den Blick sofort nach vorne und verlangte von seiner Mannschaft deutlich mehr: „Meine Mannschaft muss richtig munter werden. Ich will am Freitag eine Topleistung sehen und ich will eine absolute Schärfe.“ Der Sieg in Großweikersdorf war damit wertvoll, in der eigenen Analyse aber auch ein klarer Warnschuss.

2. Landesliga West: Großw.dorf/Wiesendorf : Waidhofen/Ybbs - 1:2 (0:0)

  • 95
    Gabriel Hinterberger 1:2
  • 67
    Florian Mathias Heigl 1:1
  • 51
    Stefan Heider 1:0