Im Spitzenspiel der 2. Landesliga West hat die SG Waidhofen/Ybbs daheim gegen SG Haitzendorf/Grafenwörth mit 1:4 verloren. Nach einem 0:3 zur Pause kam der Treffer von Florian Schleindlhuber für die Gastgeber zu spät, weil die Gäste fast im Gegenzug nachlegten. Trainer Niko Saric sprach danach sehr deutlich darüber, warum seine Mannschaft dieses Duell gegen den Tabellenführer verlor.

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Aus Sicht von Saric begann der Abend mit genau dem Gegnerbild, das er erwartet hatte. „Haitzendorf war der erwartet schwere Gegner. Eine reife Mannschaft, eine clevere Mannschaft, eine gut verteidigende Mannschaft. In den Chancen waren sie sehr effizient“, sagte der Waidhofen-Coach nach der Partie. Auf dem Platz schlug sich das vor allem in der ersten Halbzeit nieder. Stefan Nestler brachte die Gäste in der 22. Minute mit 1:0 in Führung, Rudolf Pirkner erhöhte nur sechs Minuten später auf 2:0 und kurz vor der Pause stellte Paul Ruben Wallner auf 3:0. Saric sah dabei ein Muster, das sich für seine Mannschaft zu oft wiederholte. „Das 1:0 war der Dosenöffner für Haitzendorf. Die weiteren Tore waren identisch mit dem ersten Tor über die rechte Seite, Stangenpass. Zweimal dasselbe Bild und dann ein Corner noch zum 3:0“, erklärte er. Dass Waidhofen zur Halbzeit bereits drei Tore hinten lag, war für ihn deshalb keine Folge eines einzelnen Aussetzers, sondern das Ergebnis mehrerer ähnlicher Situationen.
Der Trainer der Gastgeber redete nach dem Spiel nicht lange um die Niederlage herum. Auf die Frage, wo das Spiel verloren gegangen sei, kam von ihm eine knappe und sehr klare Antwort: „In der Konsequenz, dass wir nicht konsequent verteidigt haben.“ Noch deutlicher wurde er, als es um das eigene Auftreten ging. „Meiner Mannschaft hat alles gefehlt. Leidenschaft, Aggressivität gegen den Ball, Zweikampfverhalten, Spielintelligenz. Einfach alles“, sagte Saric. Gerade diese Offenheit beschreibt den Abend der Waidhofner recht gut, weil der Trainer den Unterschied nicht allein in der spielerischen Qualität sah. „Der Gegner war nicht stärker, der Gegner war cleverer, aggressiver, bissiger, giftiger, einfach cleverer“, hielt er fest. Gleichzeitig ordnete er die Leistung des Tabellenführers sehr hoch ein. Man sehe bei Haitzendorf, „dass sie schon länger zusammen spielen“ und dass dort „eine absolute Top-Mannschaft in dieser 2. Landesliga West“ am Werk sei. Damit brachte Saric auch auf den Punkt, warum seine Elf in vielen Phasen einen Schritt zu spät wirkte.
Ganz ohne Gegenwehr wollte Saric seine Mannschaft trotz der klaren Niederlage dann aber auch nicht stehen lassen. Vor allem nach dem Seitenwechsel habe sich Waidhofen zumindest anders präsentiert als in der ersten Hälfte. „Positiv war, dass wir uns in der zweiten Halbzeit einfach gesagt haben: Wir attackieren höher, wir spielen höher. Wir waren auch gut in der Partie“, meinte der Trainer. Dieses Aufbäumen wurde in der 76. Minute auch sichtbar, als Florian Schleindlhuber auf 1:3 verkürzte. Viel Zeit, um daraus vielleicht doch noch einmal Druck zu entwickeln, blieb allerdings nicht. Nur eine Minute später stellte Michael Wildpert den alten Drei-Tore-Abstand wieder her und machte damit das 1:4 fix. Genau deshalb sprach Saric auch davon, dass das Tor „leider zu spät gefallen“ sei. Für Waidhofen blieb so am Ende nur eine kurze bessere Phase nach der Pause, während Haitzendorf die Antwort sofort parat hatte und den Auswärtssieg ohne neue Unsicherheit über die Linie brachte.
Auch im Schlussfazit blieb Saric bei einer nüchternen und selbstkritischen Linie. „Summa summarum muss man ganz ehrlich sagen: Haitzendorf hat uns alles gezeigt, wie man in einer 2. Landesliga ganz vorne dabei sein muss, soll, kann, darf“, sagte er. Der Trainer sprach dabei ausdrücklich von den „Qualitäten“ und den „Tugenden“, die der Gegner an den Tag gelegt habe. Für Waidhofen sei das eine Partie gewesen, aus der man rasch die richtigen Schlüsse ziehen müsse. „Da waren wir einfach nicht gut. Wir werden daran arbeiten, aus dem Spiel die Lehren ziehen und schauen, dass wir das schleunigst beheben und noch stärker zurückkommen“, kündigte Saric an. Zum Schiedsrichter wollte er keine Nebenschauplätze eröffnen. „Der Schiedsrichter macht seinen Job, wir machen unseren Job. Keine besonderen Vorkommnisse“, sagte der Trainer. Nach diesem 1:4 bleibt damit vor allem die Erkenntnis, dass Waidhofen im direkten Duell mit dem Ersten an diesem Abend in vielen entscheidenden Punkten zu weit weg war.