In der Bezirksklasse Weinviertel hat UFC Michelstetten beim USC Schletz mit 3:0 gewonnen und laut Trainer Osman Bajguric genau das umgesetzt, was man sich unter der Woche vorgenommen hatte. Nach einer zähen, chancenarmen ersten Hälfte blieb es noch beim 0:0, ehe ein Freistoß kurz nach der Pause die Partie öffnete. Danach legten die Gäste per Corner und in der Nachspielzeit nach.
Für Bajguric war die Richtung schon vor dem Anpfiff klar. Er erinnerte daran, dass Schletz seinem Team in der vergangenen Saison die einzige Niederlage zugefügt hatte, entsprechend entschlossen gingen die Gäste diesmal in die Partie. "Wir haben die ganze Woche Zeit gehabt und uns eine Taktik bereitgelegt, wie wir Schletz bespielen wollen. Das haben die Jungs von der ersten bis zur 90. Minute super umgesetzt", sagte der Trainer. Viel Spektakel gab es vor der Pause nicht, aber genau das hatte Michelstetten einkalkuliert. Bajguric sprach von einer harten Partie und einem Spiel mit wenigen Möglichkeiten. Aus seiner Sicht hatte Michelstetten im ersten Durchgang eine Torchance, während die Gastgeber gar nicht gefährlich wurden.
Die entscheidende Wende kam unmittelbar nach dem Seitenwechsel. In der 47. Minute traf Johannes Stacher zum 0:1, und für Bajguric war sofort klar, wie wichtig dieser Treffer war: "Das 1:0 war der Dosenöffner." Den Freistoß aus rund 25 Metern beschrieb der Trainer als einen Ball, den Stacher "unter die Latte gehämmert hat", und verwies auch darauf, dass sein Schütze solche Situationen schon im Training stark gezeigt habe. Danach blieb Michelstetten am Drücker, auch wenn nach Ansicht des Trainers die Vorentscheidung zu lange ausblieb. "Wir haben verpasst, den Deckel draufzumachen und haben das Spiel offengelassen", meinte Bajguric. Erst in der 83. Minute folgte das 0:2, als Raphael Schöfmann einen Corner auf das lange Eck brachte und Lukas Prukl am zweiten Pfosten verwertete. In der Nachspielzeit lief dann noch ein Konter über die rechte Seite, Daniel Hieblinger legte für Manuel Haas auf, der zum 3:0-Endstand einschob.
Dass der Sieg am Ende so klar ausfiel, erklärte Bajguric weniger mit spielerischem Glanz als mit Geschlossenheit. "Der Teamgeist, der Wille und die Kampfbereitschaft waren da", sagte der Michelstetten-Trainer und hob hervor, dass "jeder für jeden den dreckigen Meter mehr gemacht" habe. Gerade dieses geschlossene Auftreten habe für ihn den Unterschied gemacht. Schletz bescheinigte er zwar spielerische Qualität und gute Einzelspieler, zugleich stellte er fest: "Sie hatten keinen Plan, wie sie uns ausspielen." Besonders zufrieden war Bajguric damit, dass seine Mannschaft hinten kaum etwas zuließ. "Schletz hatte keine einzige Einschussmöglichkeit", sagte er, und genau dieses kompakte Verteidigen war für ihn die Grundlage des Auswärtssiegs. Auch mit der Leistung des Schiedsrichters war der Trainer einverstanden: "Der Schiedsrichter war top, da kann ich nichts dagegen sagen." Mit neun Punkten aus drei Spielen bleibt Michelstetten damit in der Spitzengruppe und hat in Schletz nicht nur drei Zähler, sondern auch eine klare Bestätigung des eigenen Wegs mitgenommen.