Deutliche Selbstkritik nach dem Auswärtsspiel des SK Miet-Tech Wullersdorf beim SC Lassee in der Gebietsliga Nord/Nordwest: Obmann Markus Semmelmeyer bewertete die 1:4-Niederlage als „mehr oder weniger auf jeden Fall gerecht“ und sprach von einem schwachen, enttäuschenden Auftritt. Er bemängelte fehlenden Kampf, Laufbereitschaft und Spielwitz und sah seine Mannschaft körperlich unterlegen. Die Gastgeber seien „immer präsenter“ gewesen, während Wullersdorf an diesem Tag chancenlos blieb.

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Wullersdorf hatte zu Beginn die große Gelegenheit zur Führung. Semmelmeyer erinnerte an eine Szene „gefühlt so nach ungefähr zehn Minuten“, als Ali Alaca rechts durchbrach, sich aber für den Abschluss entschied, statt querzulegen – Marek Svoboda wäre zentral gestanden und hätte wohl ins leere Tor eingeschoben. „Das hätte das 1:0 sein können.“ Kurz darauf geriet seine Elf in Rückstand: „durch einen Fehler von uns“, als Adam Ryska einen schwachen Pass in die Mitte spielte. Lassee fing den Ball ab, spielte die Aktion konsequent aus – den Abschluss setzte Kevin Steinmetz in Minute 14 zum 0:1. Weitere Möglichkeiten sah Semmelmeyer vor der Pause nur vereinzelt, darunter eine gute Chance für Julian Rohrer, der knapp am Tor vorbeischoss.
Das 0:2 fiel aus Semmelmeyers Sicht per Strafstoß: „Ja, war von meiner Sicht eigentlich ein klarer Elfmeter. Den hat der Niklas Schwayer verursacht.“ In Minute 33 erhöhte Peter Kohlhauser auf 0:2, zur Halbzeit stand es 0:2. Direkt nach dem Seitenwechsel meldete sich Wullersdorf zurück: Justin Mwatero traf in der 46. Minute zum 1:2. Doch der Anschluss kippte die Kräfteverhältnisse nicht, denn im Ballbesitz wie in den Zweikämpfen sah Semmelmeyer seine Mannschaft „in allen Belangen unterlegen“. Lassee blieb effektiv: Konstantin Breuer stellte in der 59. Minute auf 1:3, Jan Felkl setzte in Minute 78 den Schlusspunkt zum 1:4.
In der Intensität verortete Semmelmeyer den Unterschied klar: Der Gegner sei „viel präsenter“ gewesen und habe hart, aber fair gespielt. Bei eigenen Standards sprang nichts Zählbares heraus: „Offensiv ist da nichts rausgekommen.“ Defensiv habe man zwar kein Standardgegentor kassiert, „das kann man sicher viel entschlossener lösen“, zumal man in den vergangenen Wochen generell anfällig sei. Eine strittige Szene prägte die zweite Hälfte: Ein „vermeintliches Tor“ der Gastgeber wurde wegen Handspiels aberkannt. Semmelmeyer dazu: „Ob es wirklich Handspiel war oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Aber weil nicht großartig protestiert worden ist, nehme ich an, dass es so war.“ Insgesamt attestierte er dem Sieger mehr Zielstrebigkeit und ein Chancenplus: In Hälfte zwei hätten sie „sicher noch das eine oder andere Tor mehr machen können, fast müssen“.
Für den Blick nach vorn fand Semmelmeyer klare Worte. Vor dem Auswärtsspiel „in Muckendorf“ sprach er von einer heiklen Konstellation: „Der Vorletzte gegen den Drittvorletzten.“ Die Marschroute formulierte er unmissverständlich: „Unter dem Strich heißt es: verlieren verboten, am besten drei Punkte. Wir fahren dorthin, um das Spiel zu gewinnen – und ich erwarte mir eine Reaktion der Mannschaft.“ Das Ziel ist gesetzt: „Wenn man nicht absteigen möchte – und das wollen wir nicht –, muss man sich ganz einfach anders präsentieren als gestern.“ Seine Zuversicht fußt auf der Qualität der Truppe: „Die Qualität ist zweifelsohne in der Mannschaft da. Wir haben das auch schon bewiesen, auch im Frühjahr. Ich gehe davon aus, dass wir nächsten Samstag wieder ein anderes Wullersdorf sehen werden.“