Ein früher Weitschuss, viele vergebene Chancen und zittrige Schlussminuten prägten das Duell zwischen dem SC Prottes und dem FC Tulln in der Gebietsliga Nord/Nordwest. Kristian Fitzbauer sprach von klarer Überlegenheit seiner Mannschaft, die das Spiel machte, aber den zweiten Treffer liegen ließ – und damit die Partie bis zum Ende offen hielt. Prottes glänzte vor allem bei Standards, Tulln dominierte den Ball. Regeneration und der Fokus auf die nächste Aufgabe stehen nun im Vordergrund.

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Tulln startete ideal in die Partie: In der 2. Minute traf Patrick Krammer per Weitschuss zum 1:0. Die Führung hätte der Gast in der Folge ausbauen können, doch die Kaltschnäuzigkeit fehlte. Fitzbauer hielt fest: „Wir hatten in der ersten Halbzeit zwei, drei hundertprozentige Chancen.” Besonders symptomatisch: Aus rund drei Metern fand der Ball nicht den Weg über die Linie. Zur Pause stand es 1:0 – und weil der zweite Treffer ausblieb, blieb die Begegnung bis zuletzt eng. „Wenn man das Spiel nicht zumacht, bleibt’s offen – bis zum Schluss war’s eine Zitterpartie.”
In der Spielanlage sah Fitzbauer seine Elf klar vorne: „Wir haben das Spiel gemacht und mehr Ballbesitz gehabt. Der Gegner hat auf Umschaltmomente gewartet.” Gefährlich wurde Prottes vor allem einmal früh nach einem Eigenfehler der Tullner Hintermannschaft: Nach acht oder neun Minuten stand der Gastgeber frei vor dem Tor – „das war im Prinzip die hochkarätigste Chance des Gegners. Da hatten wir richtig Glück.” Nach der Pause scheiterte Tulln zweimal am Aluminium – ein Sinnbild für den fehlenden Deckel. Einen Einzelspieler wollte der Coach nicht herausheben: „Heute will und kann ich keinen besten Spieler nennen.”
Besonders aufmerksam musste Tulln bei ruhenden Bällen sein. Fitzbauer hob das explizit hervor: „Prottes hat extreme Qualität bei Standardsituationen.” Entsprechend blieb es heikel bis zum Schlusspfiff: „Es gab die eine oder andere sehr gefährliche Standardsituation, die wir Gott sei Dank klären konnten. Prottes zählt da zu den besten Mannschaften der Liga.” In der Schlussphase wurde es mit der knappen Führung naturgemäß emotionaler: „Bei 1:0 drängt der Gegner auf den Ausgleich, wir wollen das zweite Tor – das ist normal.” Wirklich strittige Situationen sah Fitzbauer nicht. Unterm Strich steht ein knapper 1:0-Auswärtserfolg – und der Anspruch, Chancen künftig konsequenter zu nutzen. „Jetzt sind drei Tage Pause wichtig. Ab Dienstag bereiten wir uns auf die nächste Partie vor und wollen nachlegen.”