Spielberichte

„Erst nach dem aberkannten 2:2 haben wir das Spiel wieder in den Griff bekommen“ – Semmelmeyer nach dem 4:1

SK Wullersdorf
SC Neusiedl/Zaya

In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat SK Miet-Tech Wullersdorf am Freitagabend gegen SC Neusiedl/Zaya mit 4:1 gewonnen, doch so klar, wie das Ergebnis klingt, war die Partie lange nicht. Obmann Markus Semmelmeyer sah ein Spiel mit mehreren Wendungen, in dem seine Mannschaft nach gutem Beginn phasenweise den Zugriff verlor und erst nach einem aberkannten Ausgleich der Gäste wieder richtig ins Spiel fand.

Fußball und die Beine von zwei Spielern unterschiedlicher Mannschaften

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Früher Elfmeter, dann wurde es offen

Der Einstieg lief ganz nach dem Geschmack des Heimteams. Schon in der 10. Minute brachte Mohammad Reza Habibi den SK Miet-Tech Wullersdorf per Elfmeter in Führung. Markus Semmelmeyer sprach von einem „relativ guten Start“ und meinte, dass seine Mannschaft die Partie danach zunächst ordentlich im Griff hatte. „Bis zur 25. Minute hatten wir das Spiel im Griff“, sagte der Obmann. Danach änderte sich das Bild aber spürbar. SC Neusiedl/Zaya kam immer besser hinein, machte die Partie ausgeglichener und sorgte laut Semmelmeyer dafür, dass die erste Hälfte „eine total offene Partie“ wurde. Mit dem 1:0 zur Pause war für den SK Miet-Tech Wullersdorf zwar noch alles in Ordnung, ein ruhiger Abend war da aber schon nicht mehr zu erwarten.

Nach dem 2:0 wurde SK Miet-Tech Wullersdorf zu passiv

Auch nach dem Seitenwechsel startete der SK Miet-Tech Wullersdorf wieder gut. In der 53. Minute erhöhte Julian Rohrer auf 2:0, wobei Semmelmeyer offen ansprach, dass dabei auch der Tormann von SC Neusiedl/Zaya mitgeholfen habe. Wer nun mit einer klaren Sache rechnete, lag daneben. „Paradoxerweise hat dann nach dem 2:0 Neusiedl ein bissl das Kommando übernommen. Da waren wir für meinen Geschmack zu passiv“, sagte Semmelmeyer. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten, denn Christopher Gritsch verkürzte schon in der 56. Minute auf 2:1. In dieser Phase drückte SC Neusiedl/Zaya auf den Ausgleich und bekam ihn zunächst sogar zugesprochen, ehe der Treffer nach Rücksprache im Schiedsrichterteam wegen Abseits aberkannt wurde. Semmelmeyer sprach von einer „sehr knappen Entscheidung“, hielt sie am Ende aber für richtig.

Aberkanntes 2:2 als Weckruf, zwei späte Treffer zur Entscheidung

Für den Obmann lag genau dort der Knackpunkt des Abends. „Eigentlich erst nach der Aktion, wo das 2:2 wegen Abseits nicht gegeben worden ist, habe ich das Gefühl gehabt, dass es in unsere Richtung kippt“, sagte Markus Semmelmeyer. Noch deutlicher wurde er mit Blick auf das, was bei einem Ausgleich hätte passieren können: „Wenn das gezählt hätte, bin ich mir nicht sicher, ob das Spiel in unsere Richtung gegangen wäre.“ Erst nach diesem Weckruf wurde der SK Miet-Tech Wullersdorf wieder aktiver. Semmelmeyer sah seine Mannschaft in den letzten zehn bis zwölf Minuten wieder als das Team, das mehr vom Spiel hatte und sich besser befreien konnte. In der 87. Minute sorgte dann der zweite Elfmeter für die Entscheidung, wieder verwertet von Mohammad Reza Habibi, nach einem Foul an Ali Alaca. In der Nachspielzeit setzte Julian Rohrer noch nach, daraus entstand das Eigentor von Daniel Pribitzer zum 4:1-Endstand.

Viel Lob für den Gegner, klare Worte zur eigenen Effizienz

Entsprechend zufrieden war Semmelmeyer mit dem Ausgang, nicht aber mit allem, was seine Mannschaft davor gezeigt hatte. „Die Stärke war, dass wir uns wieder in die Partie zurückgekämpft haben“, sagte er, verwies aber auch auf jene Abschnitte, in denen der SK Miet-Tech Wullersdorf das Spiel aus der Hand gegeben hatte. Den Gegner stufte er als „guten, ebenbürtigen Gegner“ ein, was das Ergebnis aus seiner Sicht zusätzlich einordnet. Klar sprach der Obmann auch das Verbesserungspotenzial an: „Wir brauchen viel zu viele Chancen für ein Tor.“ Diese fehlende Effizienz sei schon in der Vorwoche ein Thema gewesen und habe sich auch diesmal gezeigt. Dazu kamen nach dem Schlusspfiff noch überhitzte Emotionen, bei denen ein Spieler des SK Miet-Tech Wullersdorf die Rote Karte sah. „Das müssen wir intern besprechen, weil das nicht geht“, sagte Semmelmeyer nach einem Abend, der für die Zuschauer spannend war, für seine Mannschaft aber deutlich mehr Arbeit bedeutete, als es das 4:1 auf den ersten Blick vermuten lässt.

Gebietsliga Nord/Nordwest: Wullersdorf : Neusiedl/Z - 4:1 (1:0)

  • 94
    Eigentor durch Daniel Pribitzer 4:1
  • 87
    Mohammad Reza Habibi 3:1
  • 56
    Christopher Gritsch 2:1
  • 53
    Julian Rohrer 2:0
  • 10
    Mohammad Reza Habibi 1:0