In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat SC Prottes am Freitagabend beim SC Ladendorf mit 1:4 verloren und steht nach zwei Runden weiter ohne Punkte da. Trainer Aljoscha Kroboth machte nach der Partie vor allem die eigenen Fehler für die Niederlage verantwortlich, stellte seiner Mannschaft in vielen anderen Bereichen aber ein ordentliches Zeugnis aus. Aus seiner Sicht fiel das Ergebnis klarer aus, als es der Auftritt über weite Strecken hergab.

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Für SC Prottes begann der Abend denkbar schlecht. Schon in der 2. Minute brachte Simon Proschinger den SC Ladendorf mit 1:0 in Führung, und genau diese Anfangsphase nannte Kroboth später den ersten großen Knackpunkt. „Das Spiel ist durch unsere Eigenfehler entschieden worden. Wir sind nach zwei Minuten durch einen kapitalen Fehlpass im Spielaufbau 1:0 in Rückstand geraten“, sagte der Trainer. Bemerkenswert war dabei, dass er die Szene nicht einfach nur den Spielern anlastete. Kroboth erinnerte daran, dass er seine Mannschaft nach dem Auftakt gegen Deutsch-Wagram ausdrücklich dazu ermutigt habe, Fußball zu spielen und von hinten heraus zu lösen. „Deshalb muss ich das auch zu einem gewissen Grad auf meine Kappe nehmen“, sagte er. Trotz dieses Fehlstarts sah er seine Mannschaft anschließend keineswegs auseinanderfallen. Im Gegenteil: „Danach hatten wir das Spiel eigentlich gut im Griff, auch wenn Ladendorf immer wieder Möglichkeiten bei Unschaltmomenten hatte“ Kroboth verwies auf Möglichkeiten durch Ozan Erkoc und Luiz Polizeli, mit denen SC Prottes den Ausgleich hätte schaffen können. Gleichzeitig blieb der SC Ladendorf nach seinen Worten im Umschalten brandgefährlich, und auch der Tormann von SC Prottes hielt sein Team laut Kroboth mit zwei starken Aktionen im Spiel.
Dass der SC Ladendorf schon mit einer 3:0-Führung in die Pause ging, war aus Sicht von Kroboth genau der Teil des Abends, der das Resultat so deutlich aussehen ließ. In der 27. Minute erhöhte Dominik Gärtner auf 2:0, nachdem SC Prottes laut Trainer bei einem Eckball nicht sauber genug verteidigte und den Gegenspieler beim Abpraller frei ließ. Noch bitterer wurde es kurz vor der Halbzeit. In der 43. Minute fiel das 3:0 durch ein Eigentor von Ömer Aksu, und auch hier ging Kroboth mit der eigenen Mannschaft ins Gericht. „Das sind Momente, diese Fehler dürfen wir einfach nicht machen“, sagte er. Besonders störte ihn dabei, dass seine Elf in dieser Szene im Zentrum in Überzahl war, obwohl der Ball nach einem Konter und einer Flanke im Strafraum eigentlich zu verteidigen gewesen wäre. Zugleich machte Kroboth klar, dass er den Gegner keineswegs kleinreden wollte. „Der Gegner war im Offensivspiel sehr schnell, sehr geradlinig und hat uns bei jeder Umschaltaktion wehgetan“, lautete sein Urteil. Genau diese Mischung aus eigenen Fehlern und schnellem Ladendorfer Umschalten machte den Unterschied vor der Pause aus.
Ganz aufgegeben hatte sich SC Prottes auch nach dem 0:3 nicht. Kroboth sah seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel sogar im Vorteil und sprach von einer Phase, in der das Momentum bei seinem Team lag. In der 61. Minute verkürzte Michael Drozd auf 3:1, und damit war aus Sicht des Trainers wieder Leben in der Partie. „Zweite Halbzeit war das Momentum auf unserer Seite“, sagte Kroboth, der seine Elf in dieser Phase als sehr aktiv und druckvoll sah. Besonders deutlich formulierte er es später mit dem Satz: „Zweite Halbzeit war das Spiel auf unserer Seite, meiner Meinung nach.“ Genau in dieser Phase haderte er auch mit einer Szene im Strafraum, in der er einen Elfmeter für möglich hielt. Der Schiedsrichter entschied allerdings auf Freistoß, und Kroboth wollte daraus kein großes Thema machen. „Ich will mich nicht an der Situation aufhängen, weil die Eigenfehler haben schon wir gemacht“, stellte er klar. Der Anschlusstreffer von Drozd brachte SC Prottes also noch einmal heran, doch das 3:2 fiel nicht mehr. Stattdessen entschied Mario Pfemeter die Partie in der 86. Minute mit dem 4:1 endgültig, wobei Kroboth auch dieses Gegentor als weiteren individuellen Fehler einordnete.
So deutlich die Niederlage am Ende ausfiel, so klar versuchte Kroboth auch, die Leistung seiner Mannschaft nicht nur am Ergebnis festzumachen. „Mehr kann ich den Burschen nicht vorwerfen“, sagte der Trainer. Er bescheinigte seinem Team einen ordentlichen Spielaufbau, gute Beweglichkeit und auch körperlich einen guten Auftritt. Vor allem gefiel ihm, dass SC Prottes nach dem 0:3 nicht aufsteckte, sondern weiter auf den Anschluss und am Ende sogar auf den Ausgleich drängte. „Man kann der Mannschaft da nichts vorwerfen, außer eben schnell die Eigenfehler abstellen“, brachte er es auf den Punkt. Auch mit Blick auf den Saisonstart mit zwei Niederlagen wollte Kroboth keine Unruhe aufkommen lassen. „Wir lassen uns jetzt auch nicht aus der Ruhe bringen. Wir können das einordnen. Wir werden weiterarbeiten“, sagte er. Seine Schlussbotschaft war entsprechend eindeutig: Wenn SC Prottes die individuellen Fehler abstellt, dann, davon ist Kroboth überzeugt, werden auch Punkte kommen.