In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat sich der SV Großebersdorf am Sonntag dem SC Leopoldsdorf/Mfd. mit 0:1 geschlagen geben müssen. Für Leopoldsdorf-Trainer Stephan Kasmader war es ein hart umkämpftes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, das „eigentlich ein Unentschieden hätte sein müssen“. Den Unterschied machte aus seiner Sicht eine sauber fertiggespielte Aktion, ehe seine Mannschaft den Vorsprung in Unterzahl über die Zeit brachte.

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Vieles sprach an diesem Nachmittag tatsächlich lange für ein enges Spiel. Kasmader schilderte eine Partie, in der beide Mannschaften zu ihren Möglichkeiten kamen und in der der etwas kleinere Platz viele Zweikämpfe fast schon vorgab. „Beide Seiten haben ihre Torchancen vorgefunden“, sagte der Leopoldsdorf-Coach und betonte zugleich, dass auf beiden Seiten Mannschaften auf dem Feld standen, die Fußball spielen wollten. Nach seiner Wahrnehmung übernahmen die Gäste ab der 15. Minute mehr und mehr das Kommando. „Wir hatten ab der 15. Minute bis zu unserem Ausschluss die Spielkontrolle“, so Kasmader. Zur Pause stand es trotzdem 0:0, weil Leopoldsdorf aus dieser Phase noch kein Kapital schlagen konnte und weil die Partie trotz der leichten Vorteile offen blieb.
Entschieden wurde das Spiel dann in der 57. Minute, und gerade die Entstehung dieses Tores gefiel dem Trainer besonders. Kasmader sprach von einer „fertiggespielten, schön herausgespielten Chance“, die letztlich den Unterschied machte. Über die linke Seite leitete Jonas Bleyer den Angriff ein, Masieh Kukcha setzte die Aktion am Flügel fort, ehe Bleyer durch seine Folgebewegung den Ball noch einmal in die Tiefe bekam. Im Strafraum war Leopoldsdorf nach Angaben des Trainers gut besetzt, Bleyer brachte den Stanglpass zur Mitte, und Mario Juric vollendete. „Er hat den Ball im Stil eines klassischen Goalgetters über den Tormann geschupft“, sagte Kasmader über den Torschützen, dessen Abschluss das 1:0 brachte.
Danach ging es für Leopoldsdorf nicht darum, das Ergebnis nur irgendwie zu halten, sondern es mit viel Einsatz und Disziplin durchzubringen. Kasmader hob vor allem hervor, wie seine Mannschaft die Phase in Unterzahl annahm. „Die größte Stärke war die Mentalität, der Hunger nach Erfolg und der unbedingte Wille“, sagte er. Gerade deshalb misst er dem Auswärtssieg viel Wert bei, obwohl er das Spiel gleichzeitig als „klassisches Unentschieden-Spiel“ einstufte. Wichtig war für ihn auch, dass Großebersdorf in dieser Phase nicht mehr zu den ganz großen Möglichkeiten kam. „In Unterzahl haben meine Jungs den Vorsprung gut verteidigt. Meines Wissens nach gab es keine hochkarätige Chance für den Gegner“, erklärte der Trainer.
Interessant war dabei auch, wie viel Respekt Kasmader für den Gegner zeigte. Leopoldsdorf habe gewusst, „dass der Gegner gut auf uns eingestellt ist“ und dass dort eine Mannschaft auf dem Platz stand, die „nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird“. Für den Trainer war das 1:0 deshalb kein Sieg, den man bloß abhakt, sondern ein weiterer Beleg dafür, dass seine Mannschaft ihre Leistung auch unter schwierigen Bedingungen bringen kann. Verbesserungspotenzial wollte er nach diesem Auftritt gar nicht groß aufmachen. „Wir wollen einfach diese Leistung Woche für Woche abrufen“, sagte Kasmader. Mit sechs Punkten aus den ersten beiden Runden ist Leopoldsdorf damit stark in die Saison gestartet.