Spielberichte

„Wir sind an uns selbst gescheitert“ – Ladendorf lässt in Großrußbach den Sieg liegen

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Großrußbach
SC Ladendorf

In der Gebietsliga Nord/Nordwest fühlte sich das 1:1 zwischen USVG Großrußbach und SC Ladendorf für die Gäste eher wie eine Niederlage an. Trainer Jürgen Hammer sprach nach dem Schlusspfiff von „zwei verschenkten Punkten“, weil seine Mannschaft lange das aktivere Team war, in der 69. Minute in Führung ging und den Ausgleich erst tief in der Nachspielzeit hinnehmen musste.

Spieler ziehen auf der Ersatzbank ihre Schuhe an

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Ladendorf hat das Spiel lange im Griff

Aus Sicht von Jürgen Hammer war vor allem die Anfangsphase klar aufseiten seiner Mannschaft. Der Ladendorf-Coach schilderte ein Spiel, in dem seine Elf in den ersten 20 bis 25 Minuten „sehr dominant“ auftrat, den Ball gut laufen ließ und immer wieder zu Möglichkeiten kam. „Wir haben uns einige Topchancen herausgespielt, unter anderem zweimal die Stange getroffen, leider das Tor nicht gemacht“, sagte Hammer. Gerade diese erste Hälfte blieb für ihn der große Knackpunkt, weil Ladendorf sich für die Überlegenheit nicht belohnte. Großrußbach wurde nach seiner Einschätzung in den ersten 45 Minuten im Grunde nur einmal nach einer Standardsituation gefährlich. Deshalb war das 0:0 zur Pause für den Trainer schon ein Ergebnis, das den Gastgebern half und die Partie trotz klarer Vorteile der Gäste offen hielt.

Das 0:1 war verdient, die Entscheidung fiel aber nicht

Auch nach dem Seitenwechsel sah Hammer zunächst kein anderes Bild. Ladendorf blieb am Drücker, hatte viel Ballbesitz und das Spiel im Griff. „Zweite Halbzeit das gleiche Bild. Wir haben wieder gut begonnen und einen Lattentreffer durch Dominik Gärtner verzeichnet“, sagte er. In der 69. Minute fiel dann endlich die Führung, als Krystof Petrasek nach einem Eckball per Kopf zum 0:1 traf. Für Hammer war das nur folgerichtig: „Dann haben wir verdient das 1:0 geschossen.“ Trotzdem blieb sein Hauptärger bestehen, weil der zweite Treffer ausblieb. Er fasste das Problem klar zusammen: „Wir haben die Chancen einfach nicht verwertet.“ Genau dadurch, so die Sicht des Trainers, blieb ein Spiel offen, das Ladendorf schon davor und auch nach dem Führungstor stärker kontrollierte als der Gegner.

Lange Unterbrechung, lange Nachspielzeit und dann der späte Ausgleich

Richtig bitter wurde der Abend für die Gäste erst in der Schlussphase. Kurz vor dem Ende kam es zu einem unglücklichen Zusammenprall zwischen dem Ladendorf-Tormann und einem Spieler von Großrußbach, danach musste dieser länger behandelt werden. Hammer nutzte die Gelegenheit auch für einen sportlich fairen Satz und sagte: „Im Namen des SC Ladendorf möchte ich dem Spieler gute Besserung wünschen.“ Gleichzeitig stellte er klar, dass es - bei all den Emotionen - aus seiner Sicht kein Foul war und lobte den Unparteiischen: „Der Schiedsrichter hat das Spiel gut geleitet“. Nach der längeren Unterbrechung wurde reichlich nachgespielt, und genau in dieser Phase kippte die Stimmung aus Ladendorfer Sicht komplett. Nach einem Einwurf und einem Gestocher im Anschluss an eine Standardsituation gelang Tobias Berthold in der 90.+8. Minute noch das 1:1. Hammer sprach von einem „extrem bitteren“ Gegentor und hielt fest, dass Großrußbach mit dem einzigen Torschuss in Hälfte zwei zum Ausgleich kam.

Hammer spart nicht mit Kritik an der eigenen Mannschaft

Was nach außen wie ein ärgerlicher Punktverlust klang, ordnete der Ladendorf-Trainer sehr selbstkritisch ein. Er suchte keine Ausreden, sondern nannte zwei Punkte immer wieder: die Chancenverwertung und die fehlende Cleverness in den entscheidenden Momenten. „Wir sind an uns selbst gescheitert, an der Chancenverwertung und an fehlender Cleverness“, sagte Hammer. Gerade das Verhalten in der langen Nachspielzeit missfiel ihm: „Wir dürfen in der Nachspielzeit diesen Ausgleich so nicht bekommen - wir haben 2 Punkte verschenkt, unglaublich“. Gleichzeitig vergaß er nicht auf den Gegner. Großrußbach habe „sehr defensiv gespielt und natürlich Mentalität gezeigt, trotzdem müssen wir die 3 Punkte mitnehmen“. Unterm Strich blieb bei den Ladendorfern trotzdem das Gefühl, einen Sieg aus der Hand gegeben zu haben. Nach drei Runden steht damit ein weiterer Punkt zu Buche, der sich für Ladendorf aber kaum gut anfühlt, weil laut Hammer deutlich mehr drinnen gewesen wäre.

Gebietsliga Nord/Nordwest: Großrußbach : Ladendorf - 1:1 (0:0)

  • 98
    Tobias Berthold 1:1
  • 69
    Krystof Petrasek 0:1