In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat SC Prottes gegen SK Miet-Tech Wullersdorf nach einem 0:2 noch ein 2:2 geholt. Trainer Aljoscha Kroboth sprach danach von einem schwierigen Abend, an dem die Verunsicherung seiner Mannschaft deutlich zu spüren war. Nach einer schwachen ersten Hälfte und einem kuriosen zweiten Gegentor drohte die Partie früh wegzurutschen. Gerade deshalb bewertete der Prottes-Coach den Punkt und vor allem die Reaktion seiner Elf als wichtig.

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Die Ausgangslage war für Prottes alles andere als einfach, weil die Gastgeber nach den ersten beiden Niederlagen der Saison unbedingt anschreiben wollten. Genau diesen Druck habe man seiner Mannschaft auch angemerkt, sagte Kroboth offen. „Diese Verkrampftheit hat man der Mannschaft angespürt“, erklärte der Trainer, der zwar mit der kämpferischen Anfangsphase leben konnte, spielerisch aber vieles vermisste. „Es ist spielerisch relativ wenig gegangen“, sagte er, und legte nach: „Wir sind weit weg von dem, was wir spielen können und auch spielen wollen.“ Wullersdorf kam schon vor der Führung zu einer guten Möglichkeit und ging dann in der 39. Minute in Front, als Mohammad Reza Habibi einen Elfmeter zum 0:1 verwertete. Für Prottes war das ein klarer Rückschlag. „Mit dem 1:0 hat man gemerkt, wie die Mannschaft mental zusammengebrochen ist“, so Kroboth, der deshalb fast schon erleichtert war, dass es nur mit diesem knappen Rückstand in die Pause ging.
Was sich Prottes für die zweite Hälfte vorgenommen hatte, war mit dem ersten Angriff nach Wiederbeginn schon wieder über den Haufen geworfen. Direkt nach dem Anstoß traf Sinan Yilmaz in der 46. Minute zum 0:2. Kroboth sprach von einem „sehr kuriosen Tor“, betonte aber auch, dass daran regeltechnisch nichts auszusetzen gewesen sei. Seine Mannschaft habe die Situation schlicht verschlafen. Umso bemerkenswerter war aus seiner Sicht, wie sich Prottes danach zurück in die Partie arbeitete. Ozan Erkoc verkürzte in der 75. Minute nach einer schön gespielten Aktion über die rechte Seite auf 1:2. Danach blieb Prottes dran, auch wenn Wullersdorf laut Kroboth noch Möglichkeiten hatte und der Tormann der Gastgeber sein Team im Spiel hielt. In der 82. Minute fiel schließlich der Ausgleich, als Dominik Vajdecka einen Elfmeter zum 2:2 verwertete. Vorausgegangen war nach Schilderung des Trainers ein Lauf von Erkoc in die Tiefe, nach dem es zum Foul kam. „Ab dann kann ich der Mannschaft nur gratulieren. Wir haben total Moral bewiesen, gekämpft und gefightet“, sagte Kroboth über eine Schlussphase, in der beide Seiten noch einmal alles hineinwarfen.
Trotz der erfolgreichen Aufholjagd machte Kroboth nach dem Schlusspfiff kein Geheimnis daraus, wo bei seiner Mannschaft derzeit der Schuh drückt. „Wir sind immer noch gut für einen Eigenfehler“, sagte er, und auch das Passspiel sei momentan anfällig. Gerade das wurmt den Trainer, weil er das Spielerische eigentlich als Stärke seiner Mannschaft sieht. „Das Spielerische ist leider sehr schwach momentan“, brachte er es klar auf den Punkt. Vieles sei derzeit eine Kopfsache, die Abläufe würden nicht so funktionieren wie gewohnt. Gleichzeitig wollte Kroboth den Gegner ausdrücklich loben. Wullersdorf habe offensiv Qualität, schnelle und technisch gute Spieler und sei insgesamt schwer zu bespielen gewesen. Auch die Schiedsrichterleistung bewertete er trotz des Elfmeters gegen sein Team als „sehr gut“. Deshalb überwog bei ihm am Ende die Erleichterung. „Aufgrund des 2:0-Rückstandes und der ersten beiden Spiele nehmen wir das X natürlich gerne mit“, sagte der Prottes-Coach. Der Punkt soll nun helfen, wieder Ruhe hineinzubringen. „Wir werden nicht nervös, wir werden nicht hektisch. Wir wollen weiterarbeiten und wieder besser werden. Unsere Mannschaft hat sich im Sommer zwar nicht viel verändert, aber doch auf wichtigen Positionen verändert. Wir brauchen noch etwas Zeit.“, kündigte Kroboth an.