In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat SC Neusiedl/Zaya am Freitag gegen SV Großebersdorf nach zweimaligem Rückstand ein 2:2 geholt. Trainer Sedat Sahin sah ein ausgeglichenes Spiel, haderte aber erneut mit dem schlechten Start seiner Mannschaft. „Wir laufen dem Rückstand immer nach“, sagte er nach der Partie. Dass seine Elf wieder früh ein Gegentor kassierte, zog sich für ihn wie ein roter Faden durch den Abend und verhinderte am Ende wohl mehr als einen Punkt.

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Für Sahin war der Knackpunkt des Abends schnell gefunden. „Entscheidend war für uns, dass wir sehr früh in Rückstand geraten sind“, sagte der Neusiedl-Trainer. In der 4. Minute traf Jordan Akande zum 0:1, nachdem Neusiedl laut Sahin im Mittelfeld den Ball verloren hatte und Großebersdorf über die linke Seite in den Strafraum gekommen war. Der frühe Treffer brachte die Gastgeber zunächst aus dem Rhythmus. „Wir haben einige Zeit gebraucht, bis wir das Spiel wieder halbwegs in den Griff gekriegt haben“, schilderte Sahin. Ganz aus der Hand glitt die Partie seiner Mannschaft aber nicht. Der Trainer sprach von einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, in der Neusiedl gegen Ende noch zwei, drei Kopfballmöglichkeiten auf den Ausgleich hatte. Weil diese Chancen ungenützt blieben, ging es mit dem 0:1 in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel war bei den Hausherren sofort mehr Zug drin. Schon in der 47. Minute hatte Alexander Knie nach einem Zuspiel von Ricardo Amizi hinter die Abwehr die große Möglichkeit auf das 1:1, bekam den Ball aber nicht entscheidend unter Kontrolle. Sahin sprach von einer „Riesenchance“, die seinem Team gleich nach Wiederbeginn den dringend gesuchten Ausgleich hätte bringen können. Wenig später fiel das 1:1 dann doch: Christopher Gritsch traf in der 55. Minute und belohnte die stärkere Phase der Gastgeber. „Dann hatten wir das Spiel schon besser im Griff und waren gut im Spiel“, sagte Sahin. Umso ärgerlicher war für ihn der neuerliche Rückschlag in der 75. Minute. Wieder war ein Ballverlust im Zentrum der Ausgangspunkt, wieder schaltete Großebersdorf schnell um, und wieder schlug Jordan Akande zu. Das 1:2 hielt allerdings nicht lange. Nur zwei Minuten später antwortete Neusiedl durch Oliver Straka mit dem 2:2. In der Schlussphase wurde es laut Sahin noch einmal richtig hektisch. Das Spiel hätte, wie er sagte, „für die Heimmannschaft oder für die Auswärtsmannschaft kippen können“.
Bei aller Anerkennung für die Moral nach zweimaligem Rückstand war Sahin mit dem eigenen Spiel nicht wirklich zufrieden. „Besonders gut hat diesmal eigentlich nicht so viel funktioniert“, sagte er ungewöhnlich offen. Vor allem im Aufbau sah er seine Mannschaft unter dem üblichen Niveau. Neusiedl habe es diesmal nicht geschafft, dem Gegner den eigenen Stil aufzuzwingen und von hinten über das Mittelfeld sauber herauszuspielen. Auch im letzten Drittel fehlte ihm die Präzision. „Der Abschluss muss im letzten Drittel besser werden“, meinte der Trainer. Für ihn war es kein rundum schwacher Auftritt, aber eben auch keiner, der über längere Phasen Kontrolle gebracht hätte. Deshalb ordnete er die Leistung seiner Mannschaft insgesamt als „verhaltenes Spiel“ ein. Dass dennoch ein Punkt heraussprang, lag aus seiner Sicht vor allem daran, dass Neusiedl nach der Pause noch einmal zulegen konnte.
Wer am Ende näher am Sieg war, wollte Sahin gar nicht zugunsten einer Seite beantworten. „Für beide Mannschaften gleich“, sagte er, weil beide Teams ihre Möglichkeiten hatten und die Partie bis zum Schluss offen blieb. Großebersdorf hinterließ bei ihm dabei einen ordentlichen Eindruck. „Sie haben sehr gute Einzelspieler. Überhaupt die Außenflügel sind brandgefährlich“, sagte der Trainer, der auch das Verteidigen im Zentrum und die schnelle Umschaltung des Gegners hervorhob. Abseits der Tore blieb die Partie für ihn fair und ohne große Aufreger. „Die Leistung des Schiedsrichters war in Ordnung“, stellte Sahin klar, und auch spielentscheidende Streitfälle habe es aus seiner Sicht nicht gegeben. Viel wichtiger ist für ihn ohnehin ein anderes Thema: Neusiedl kassierte auch im dritten Saisonspiel wieder früh ein Gegentor. Genau dort setzt seine Analyse an. „Wenn wir das in Zukunft in den Griff kriegen, wird das Ganze für uns viel leichter“, sagte Sahin. Nach drei Runden steht Neusiedl damit bei vier Punkten und nimmt aus diesem 2:2 vor allem die Erkenntnis mit, dass die Reaktion stimmt, der Start ins Spiel aber besser werden muss.