In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat SC Kreuttal am Freitagabend gegen Mannsdorf-Großenzersdorf II mit 1:4 verloren. Für Trainer Harald Feichtinger war der Auswärtssieg seiner Elf früh angelegt. „Mit dem frühen Führungstreffer spielt man natürlich befreiter auf, dann ist eigentlich alles in unsere Richtung gelaufen“, sagte er nach einer Partie, in der seine Mannschaft viel Ballbesitz hatte, zur Pause 2:0 führte und auch auf den zwischenzeitlichen Anschluss sofort die richtige Antwort fand.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Aus Sicht von Feichtinger war schon in den ersten Minuten zu sehen, in welche Richtung dieser Abend gehen würde. Mannsdorf II war das aktivere Team, hatte deutlich mehr vom Ball und zwang die Gastgeber immer wieder dazu, im Defensivblock zu arbeiten. „Wir waren insgesamt die dominantere Mannschaft mit viel mehr Ballbesitz. Wir haben den Gegner gut hin- und herlaufen lassen“, sagte der Trainer. Kreuttal stand dabei, wie Feichtinger es schilderte, sehr defensiv und wollte aus einem kompakten 4-4-2 heraus auf Umschaltmomente kommen. Der frühe Treffer zum 0:1 durch Christoph Sturm in der 5. Minute spielte den Gästen zusätzlich in die Karten. Zwar störten Feichtinger ein paar individuelle Fehler im eigenen Spielaufbau, weil sie Kreuttal zu Abschlüssen einluden, doch gefährlich wurde es nach seiner Einschätzung kaum. Entscheidend war vielmehr, dass Mannsdorf dranblieb und in der 31. Minute durch Nicolas Meister noch vor der Pause das 0:2 nachlegte. So ging es mit einer verdienten Führung in die Kabinen.
Auch nach dem Seitenwechsel sah Feichtinger seine Mannschaft zunächst in der Spur. „Wir sind wieder mit demselben Druck, mit demselben Elan rausgekommen“, beschrieb er die Phase nach der Halbzeit. Ganz so ruhig wie in Durchgang eins blieb es aber nicht über die gesamte zweite Hälfte. Als Berkan Tan in der 58. Minute für Kreuttal auf 1:2 verkürzte, war zumindest kurz wieder Leben in der Partie. Genau in diesem Moment zeigte Mannsdorf II allerdings jene Reaktion, die aus Trainersicht besonders wichtig war. Nur eine Minute später stellte Emanuel Rajdl den alten Abstand wieder her und nahm dem Anschlusstreffer sofort viel von seiner Wirkung. Feichtinger hatte ohnehin schon früh das Gefühl, dass sein Team den Abend im Griff haben würde. „Die Mannschaft ist gut eingestellt, hungrig, und ich habe eigentlich wenig Zweifel gehabt“, sagte er. Den Schlusspunkt setzte dann Mohamed Hassanein in der 84. Minute mit dem Treffer zum 1:4, womit der Auswärtssieg auch auf der Anzeigetafel klar wurde.
Dass Feichtinger nach dem Spiel zufrieden war, daraus machte er kein Geheimnis. Sein Lob bezog sich dabei nicht nur auf das Ergebnis, sondern vor allem auf das Gesamtbild, das seine Mannschaft aus seiner Sicht abgegeben hat. „Wir sind körperlich top drauf, wir sind spielerisch top beieinander. Jeder ist hungrig, jeder kämpft für den anderen“, sagte er. Gerade dieses Miteinander sei für ihn der Grund, warum Mannsdorf II derzeit so effizient auftrete. Trotzdem beließ es der Trainer nicht beim Schulterklopfen. Er sprach auch sehr offen an, wo er trotz des 4:1 noch Luft nach oben sieht. „Wenn wir führen, müssen wir das Ganze ein bisschen staubiger spielen. Wir dürfen nicht in Leichtsinnigkeit reinfallen mit leichten Ballverlusten“, forderte er. Genau das habe ihn beim Gegentor gestört. Dazu kam aus seiner Sicht, dass sogar noch mehr möglich gewesen wäre. Feichtinger verwies auf weitere gute Möglichkeiten und darauf, dass in der Schlussphase sogar noch ein Elfmeter ungenutzt blieb. Der Sieg war also deutlich, der Trainer sah aber genug Gründe, seine Mannschaft wach zu halten.
Bemerkenswert war an diesem Abend auch, wie klar Feichtinger die Rollen verteilte. Kreuttal habe sich zwar bemüht und seinen Plan mit einer tiefen, kompakten Ordnung verfolgt, am Ende sah er seine Mannschaft aber „einfach um eine Klasse stärker“. Auch mit der Leistung des Unparteiischen konnte er leben. „Die Schiedsrichterleistung war aus meiner Sicht wirklich in Ordnung“, sagte Feichtinger, merkte aber an, dass ihn „ein, zwei oder vielleicht sogar drei versteckte Fouls“ gestört hätten. Am Gesamtergebnis änderte das freilich nichts. Mannsdorf II nimmt nach drei Runden damit das Maximum von neun Punkten mit und steht an der Spitze der Tabelle. Kreuttal wartet dagegen weiter auf die ersten Zähler. Für die Gäste spricht derzeit vieles: Form, Selbstvertrauen und ein Trainer, der den Lauf seiner Mannschaft schätzt, aber zugleich darauf pocht, dass seine Elf trotz aller Überlegenheit sauber und konzentriert weiterspielt.