In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat sich SC Ladendorf im Derby lange gewehrt, am Ende nahm aber SC Sparkasse Poysdorf einen 2:1-Auswärtssieg mit. Für Trainer Bernd Zinser war es keine Partie für Feinschmecker, sondern ein hektisches Spiel mit vielen Zweikämpfen und hohen Bällen. Entscheidend war für ihn, dass seine Mannschaft nach der Pause mehr Willen zeigte und das Spiel damit auf ihre Seite zog.

Foto von Ian Taylor auf Unsplash
Schon in seiner ersten Einordnung machte Zinser klar, wie dieser Abend aus seiner Sicht gelaufen ist. „Es war eine sehr hektische Partie mit vielen Zweikämpfen und hohen Bällen. Man hat schon gemerkt, dass beide Mannschaften keine Fehler machen wollten“, sagte der Poysdorf-Trainer. Genau so entwickelte sich auch das Derby. Vieles lief nicht über lange Ballstafetten, sondern über Einsatz, zweite Bälle und das richtige Verhalten in den Duellen. Poysdorf ging in der 18. Minute in Führung. Zinser beschrieb den Treffer sehr konkret: Über die Seite kombinierten sich die Gäste nach vorne, Pascal Hager brachte den Ball scharf zur Mitte und Michael Wimmer lenkte ihn mit der Ferse sehenswert ins Tor. Ladendorf brauchte danach aber nicht lange, um wieder ins Spiel zu kommen. In der 32. Minute fiel das 1:1 durch Dominik Gärtner, nachdem die Gastgeber nach einem Standard über den zweiten Ball noch einmal Druck aufbauen konnten. Mit diesem Zwischenstand ging es auch in die Pause. Zinser war mit dem Auftritt seiner Mannschaft bis dahin nicht voll zufrieden. „Leider haben wir nicht die Leistung gebracht, die wir uns vorgestellt haben, aber wenn man auswärts 2:1 gewinnt, kann man zufrieden sein“, sagte er.
Ein wichtiger Punkt in der Analyse des Poysdorf-Coachs war der Zustand des Rasens. „Der Platz war nicht im optimalen Zustand. Auf dem Rasen war es sehr schwer, Fußball zu spielen“, sagte Zinser. Das passte zu einer Partie, in der der fußballerische Aspekt aus seiner Sicht nicht im Vordergrund stand. Nach dem Seitenwechsel wurde für ihn deshalb etwas anderes wichtig. „In der zweiten Halbzeit war der Wille einfach ausschlaggebend dafür, dass wir die Partie zu unseren Gunsten lenken konnten“, hielt er fest. Diese Phase brachte dann auch die Entscheidung. In der 69. Minute sah Ladendorfs Nico Huber Rot. Zinser bewertete die Szene klar und meinte, die Karte sei gerechtfertigt gewesen, weil es ein Foul als letzter Mann gewesen sei. Poysdorf nutzte die Überzahl wenig später aus. In der 73. Minute kam nach einer Spielverlagerung Sascha Roch an den Ball, nachdem auf Ladendorfer Seite ein Spieler ausgerutscht war. Roch blieb laut Zinser ruhig, nahm den Ball sauber mit und schob ihn mit Übersicht ins lange Eck. Es war der Treffer, der dieses Derby letztlich entschied.
Dass Poysdorf die Partie trotz Überzahl nicht schon früher endgültig zugemacht hat, sprach Zinser selbst offen an. „Wir hätten ein paar Situationen in Überzahl besser zu Ende spielen können. Deshalb war das Spiel bis zum Schluss immer spannend“, sagte er. Gerade daraus leitete er aber auch den Hauptgrund für den Auswärtssieg ab. Für ihn war nicht die spielerische Überlegenheit ausschlaggebend, sondern die Arbeit gegen den Ball und die Geschlossenheit seiner Mannschaft. „Funktioniert hat einfach die mannschaftliche Pressung gegen den Ball und der Wille, die Partie zu gewinnen. Das hat mehr beigetragen als das Spielerische“, sagte der Trainer. Den Gegner hatte Poysdorf dabei gut eingeschätzt. Zinser wusste, dass Ladendorf viel über lange Zuspiele und Bälle auf die Seiten arbeitet, und meinte, dass seine Mannschaft das über weite Strecken gut im Griff hatte. „Bis auf das Gegentor und ein, zwei Situationen haben wir das eigentlich super im Griff gehabt“, so seine Bilanz. Auch dem Schiedsrichter stellte er ein gutes Zeugnis aus, weil dieser die Partie seiner Ansicht nach stets unter Kontrolle hatte und viel laufen ließ. So blieb unter dem Strich ein Derby, das laut Zinser „gut geführt“ war, ohne dass es überzogen wurde. Poysdorf nahm damit einen gelungenen Abend mit und hält nach vier Runden bei neun Punkten.