In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat sich SV Boombell Gablitz dem Tabellenführer ATSV Sparta McDonalds Deutsch-Wagram mit 1:3 geschlagen geben müssen. Für Trainer Christopher Petermann lag der Schlüssel nicht nur in der frühen Führung, sondern vor allem im 2:1 kurz vor der Pause und in den Wechseln danach. Genau dort, sagte er, sei das Spiel in Richtung seiner Mannschaft gekippt.

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Deutsch-Wagram erwischte den besseren Beginn und ging in der 16. Minute nach einer Eckballvariante durch Noah Idinger mit 1:0 in Führung. Petermann gefiel diese erste Phase, weil seine Mannschaft so eröffnete, wie sie sich das vorgenommen hatte. Danach ließ der Tabellenführer aber etwas nach und genau das brachte die Gastgeber zurück in die Partie. „Wir haben gut begonnen, sind in Führung gegangen, haben es dann aber verabsäumt, weiter Druck auszuüben“, sagte der Trainer. Gablitz trat aus seiner Sicht „durchaus ebenbürtig“ auf und kam in der 21. Minute durch Mirza Berkovic zum 1:1. Für die Gäste war das jener Abschnitt, in dem sie die Kontrolle nicht so konsequent behielten, wie es sich Petermann über 90 Minuten gewünscht hätte.
Dass Deutsch-Wagram trotzdem mit einer Führung in die Kabine ging, war für Petermann der entscheidende Moment des Abends. Das 2:1 durch Benjamin Sulimani in der 44. Minute fiel nämlich in einer Phase, in der Gablitz nach seiner Wahrnehmung sogar mehr vom Spiel hatte. „Ganz wichtig war das 2:1 kurz vor der Pause durch Benjamin Sulimani“, sagte der Trainer deshalb auch bei der Einordnung der Partie. Besonders an dieser Szene war für ihn nicht nur der Zeitpunkt, sondern auch die Ausführung. Nach einer Balleroberung in der Mitte wurde Sulimani mit einem langen Ball geschickt, setzte sich nach den Worten seines Trainers gegen drei Gegenspieler durch, nahm den Ball mit der Brust an und schoss ihn direkt volley aus rund 20 bis 25 Metern über den Torhüter unter die Latte. „Auch wenn man die Wagram-Brille nicht aufhat, muss man zugeben: Das war ein richtiges Top-Tor“, so Petermann.
Nach dem Seitenwechsel ging dann jener Plan auf, den Petermann schon vor dem Anpfiff angelegt hatte. Seine Mannschaft wollte mit frischen und dynamischen Kräften von der Bank nachlegen und Gablitz damit im weiteren Verlauf müde machen. Der Coach hob dabei Boris Biro und Bernhard Wolkensteiner ausdrücklich hervor, weil beide nach seiner Darstellung sofort Wirkung ins Spiel brachten. „Wir sind mit dem Plan reingegangen, den Gegner in der zweiten Halbzeit müde zu machen, und das ist uns gut gelungen“, sagte Petermann. Deutsch-Wagram hatte nun deutlich mehr vom Spiel, blieb am Drücker und kam zu einer Vielzahl von Torschüssen. In der 75. Minute erhöhte Boris Biro auf 3:1, damit war die Partie entschieden. „Die zweite Halbzeit war dann ganz klar in unserer Hand“, fasste es der Trainer zusammen und fügte an, dass sogar noch Möglichkeiten auf einen höheren Sieg da gewesen wären.
Trotz des am Ende souveränen Auswärtssieges wollte Petermann die Schwächen im eigenen Auftritt nicht kleinreden. „Ein Lernfeld ist, dass wir in gewissen Phasen den Druck nachlassen, anstatt Druck aufzubauen. Da werden die Gegner dann immer stark“, sagte er. Genau darin sieht er weiteres Verbesserungspotenzial für seine Mannschaft, auch wenn der Matchplan am Ende aufging. Gleichzeitig fand er anerkennende Worte für Gablitz. Die Gastgeber hätten „mit viel Herz gespielt“ und verfügten über „sehr gute individuelle Fußballer“. Petermann ist überzeugt, dass die Qualität der Gablitzer besser ist, als es die aktuelle Punkteausbeute zeigt. Für Diskussionen bot die Partie aus seiner Sicht wenig. Er sprach von einem fairen Match und einer „absolut okayen“ Schiedsrichterleistung. Unterm Strich blieb für Deutsch-Wagram damit ein verdienter 3:1-Erfolg, bei dem vor allem das Tor kurz vor der Pause und die Tiefe im Kader den Unterschied machten.