In der Gebietsliga Nord/Nordwest trennten sich USVG Großrußbach und SC Neusiedl/Zaya am Freitagabend mit 0:0. Aus Sicht der Gäste war das ein Remis, das vor allem wegen der liegen gelassenen Chancen schmerzte. Trainer Sedat Sahin sah seine Mannschaft über weite Strecken näher am Sieg, sprach von einem guten Auftritt und brachte die Punkteteilung vor allem auf einen Grund herunter: „Letztlich die Auswertung der Möglichkeiten, die wir gehabt haben.“

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Sahin beschrieb den Anfang als eher zurückhaltend. „Zu Beginn war das Spiel ein bisschen sehr vorsichtig. Beide Mannschaften haben sich in den ersten zehn Minuten abgetastet“, sagte der Trainer. Danach habe Neusiedl aber mehr Zugriff bekommen und versucht, die Partie in die eigene Richtung zu lenken. Gerade das Umschaltspiel gefiel ihm. „Wir haben unser Umschaltspiel gut durchziehen können“, sagte Sahin, der vor allem nach Ballgewinnen und über die Außenbahnen Vorteile sah. Daraus ergaben sich laut seiner Schilderung auch die klareren Möglichkeiten vor der Pause. Oliver Straka kam nach einer Hereingabe von Alexander Knie zum Abschluss, verzog aber. Wenig später konnte Christopher Gritsch eine weitere Flanke von Knie nicht entscheidend kontrollieren. Dazu traf Ante Bacic mit einem Versuch die Stange. Für Sahin war deshalb klar, dass zur Pause mehr möglich gewesen wäre als das 0:0. „Zur Pause hätte es ruhig 1:0 oder durchaus 2:0 für uns stehen können“, meinte er.
Nach dem Seitenwechsel setzte sich das Bild aus Sicht des Neusiedl-Trainers zunächst fort. Schon in der 47. Minute hatte seine Mannschaft wieder eine gute Möglichkeit, ließ diese aber ebenfalls ungenutzt. Später kam auch Großrußbach mehr auf, weil die Heimelf versuchte, selbst aktiver zu werden. Trotzdem blieb Sahin bei seiner Einschätzung, dass seine Mannschaft insgesamt die reifere und gefährlichere war. „Wir waren näher am Sieg, nicht weil ich das aus Sicht der eigenen Mannschaft sage, sondern weil wir viel fürs Spiel gemacht haben“, erklärte er. Besonders ärgerlich war für ihn eine Szene, die er als möglichen Wendepunkt einordnete. Nach einem Foul an Oliver Straka kam der Ball noch zu Alexander Knie, der im Anschluss traf, der Treffer zählte aber nicht. Sahin schilderte die Szene so: „Ich habe zuerst geglaubt, er hat den Vorteil. Dann hat er anscheinend Abseits gegeben beziehungsweise das Foul davor.“ Gerade weil die Gäste auch danach noch weitere gute Möglichkeiten hatten, blieb am Ende das Gefühl, dass an diesem Abend mehr drin gewesen wäre. Oder, wie es Sahin schlicht formulierte: „An dem Tag wollte der Ball den Weg ins Tor nicht finden.“
Dass Neusiedl trotz des torlosen Abends mit seiner Leistung nicht unzufrieden war, machte der Trainer mehrmals deutlich. Vor allem das Spiel nach vorne im Zentrum und über die Flügel habe ihm gefallen. „Gut funktioniert hat das Spiel nach vorne im zentralen Mittelfeld und in der Offensive über die Außenbahnen. Das hat sehr gut funktioniert“, sagte Sahin. Gleichzeitig zollte er auch dem Gegner Respekt. Großrußbach sei „eine kompakte Mannschaft“, die tief stehe, wenige Räume lasse und mit langen Bällen selbst auf Umschaltmomente warte. Dazu verwies er darauf, dass der Gegner in den vergangenen drei Spielen ohne Gegentor geblieben sei, was für eine stabile Defensivarbeit spreche. Auch mit der Leistung des Unparteiischen konnte Sahin leben. „Im Nachhinein betrachtet würde ich sagen, die Leistung des Schiedsrichters war in Ordnung“, meinte er. Unterm Strich blieb für ihn deshalb kein schlechtes Spiel, sondern ein Abend, an dem nur das Ergebnis aus Neusiedler Sicht nicht ganz passte. „Guter Auftritt, aber leider haben wir uns nicht belohnt mit den Toren“, sagte der Trainer. Immerhin nimmt Neusiedl aus Großrußbach einen Punkt mit und hält nach sieben Runden bei zehn Zählern. Dazu blieb dem Coach auch der Rahmen in positiver Erinnerung: Der Platz sei sehr gut gewesen, das Publikum stark und insgesamt sei es „ein ganz toller Fußballabend“ gewesen.