In der Gebietsliga Nord/Nordwest hat SK Miet-Tech Wullersdorf am Freitag gegen Mannsdorf-Großenzersdorf II mit 1:2 verloren. Harald Feichtinger sprach danach von einem erwarteten schweren Auswärtsspiel, in dem seine Mannschaft vor der Pause ihre Chancen konsequent nutzte und sich nach dem Anschlusstreffer mit viel Stabilität über die Zeit brachte. Für den Trainer waren vor allem Effektivität und Mentalität die Basis für den nächsten Erfolg.

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Feichtinger hatte genau die Partie bekommen, mit der er gerechnet hatte. „Es war das erwartete schwere Spiel. Wullersdorf ist ein sehr spielstarker Gegner, sehr robust und vor allem sehr heimstark. Sie haben uns wirklich alles abverlangt“, sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Gerade deshalb war für ihn wichtig, dass seine Mannschaft in der ersten Hälfte nicht nur dagegenhielt, sondern ihre Möglichkeiten auch verwertete. Rudolf Wendl brachte Mannsdorf-Großenzersdorf II in der 15. Minute in Führung, und der Trainer erklärte die Entstehung dieses Treffers mit einer Szene, die für seine Elf zum Schlüssel wurde: „Wir sind gut ins Mann-Pressing gekommen, haben hoch den Ball erobert und nach der Balleroberung sofort den Abschluss gesucht.“ Feichtinger sah die erste Hälfte insgesamt „eigentlich auf Augenhöhe“, hob aber die bessere Ausbeute seiner Mannschaft hervor: „Wir waren sehr effektiv. Aus drei Chancen haben wir zwei Tore gemacht.“ Das zweite Tor fiel noch vor dem Seitenwechsel, als Emanuel Rajdl auf 2:0 stellte und den Gästen damit eine starke Ausgangsposition für die Pause verschaffte. Schon früh in der Partie hatte es laut Feichtinger zudem eine Szene gegeben, in der Wullersdorf auf einen Elfmeter hoffte. Aus seiner Sicht war es aber richtig, dass es dabei blieb: „Im Nachgang betrachtet ist es zu Recht nicht zu einem Elfmeter gekommen.“
Dass Wullersdorf nach dem Seitenwechsel zulegen würde, war für Feichtinger keine Überraschung. „Wir haben gewusst, was uns in der zweiten Hälfte erwarten wird, dass Wullersdorf mit sehr viel Schwung rauskommen wird“, sagte er. Genau so entwickelte sich das Spiel dann auch. In der 56. Minute kamen die Gastgeber durch Mohammad Reza Habibi nach einem von Feichtinger als „selbst verschuldet“ beschriebenen Elfmeter auf 1:2 heran. Damit war die Partie wieder völlig offen, und der Mannsdorf-Coach hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass seine Mannschaft schon durch war. „Ehrlicherweise nicht“, antwortete er auf die Frage nach dem möglichen Kipppunkt. „Der Unterschied ist in einem Fußballspiel relativ wenig. Da kann immer etwas passieren.“ Für ihn blieb es bis zum Ende ein Spiel, in dem beide Richtungen möglich waren. „Es waren auf beiden Seiten Chancen da, aber nichts, wo man sagt, den muss man unbedingt machen. Es hätte sowohl ein Unentschieden als auch ein 3:1 für uns fallen können.“ Dass es letztlich beim 2:1 blieb, führte Feichtinger darauf zurück, dass seine Mannschaft den Vorsprung in der Schlussphase sauber verteidigte: „Wir haben es zum Schluss relativ gut wegverteidigt, gut gelöst und sehr stabil gestanden.“
In der Analyse des Trainers stand nach dem Auswärtssieg vor allem die Haltung seiner Mannschaft im Vordergrund. „Die Mentalität, mit der wir in die Zweikämpfe gegangen sind und wie wir es angenommen haben, war ein sehr wichtiger Eckpfeiler“, sagte Feichtinger. Dass seine Mannschaft Fußball spielen kann, stellte er ohnehin nicht infrage: „Ich glaube, dass wir Fußball spielen können, weiß mittlerweile die ganze Liga. Wir lassen den Ball sehr gut laufen.“ Entscheidend war für ihn, dass die Grundtugenden diesmal genauso da waren wie die spielerische Qualität. Ganz ohne Ansatzpunkte für Verbesserungen wollte er den Abend aber nicht stehen lassen. „Wenn wir in gewissen Phasen noch ruhiger bleiben und das ruhiger zu Ende spielen, dann können wir das Ganze relativ trocken fertig machen“, meinte er. Vor allem beim Steuern des Tempos sieht er noch Entwicklungspotenzial: „Wir müssen besser steuern. Wann müssen wir das Tempo anziehen? Wann müssen wir das Tempo rausnehmen?“ Gleichzeitig ordnete Feichtinger den Erfolg hoch ein, weil er Wullersdorf „auf jeden Fall zu den Topmannschaften in der Liga“ zählt. Umso wertvoller ist der Sieg, der Mannsdorf-Großenzersdorf II nach acht Spielen bei 21 Punkten an der Spitze hält. Passend dazu lobte er auch den Rahmen der Partie: „Es war ein sehr hart geführtes Spiel, aber trotzdem zu jeder Zeit fair“, sagte er über die Begegnung und ergänzte zum Unparteiischen: „Der Schiedsrichter hat es sehr gut gemacht.“