In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel holte der SC St. Martin beim Spitzenreiter USV Langenlois ein 2:2. Nach einer intensiven Partie fiel der Ausgleich der Hausherren erst in der Nachspielzeit. Trainer Christopher Bruckner sprach von einem schmerzhaften Ende, lobte aber den Einsatz seiner Mannschaft und hielt fest: Er hätte das Remis vor dem Spiel sofort unterschrieben. Die Gäste nutzten nach der Pause zwei Fehler eiskalt, Langenlois blieb über weite Strecken tonangebend.

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Die Anfangsphase gehörte den Gastgebern, ohne dass auf der Anzeigetafel etwas passierte. Zur Pause stand es 0:0, was gut beschreibt, wie hart St. Martin in der Defensive arbeitete. Christopher Bruckner brachte es auf den Punkt: "Es war für uns ein extrem schwieriges Spiel gegen eine wirkliche Top-Mannschaft. Wir haben alles reingehauen, extrem gut gekämpft." Aus seiner Sicht hatte Langenlois mehr vom Spiel: "Langenlois war die spielbestimmende Mannschaft, hatte einige Chancen. Wir hatten einen super Tormann an dem Tag, der hat extrem viele Bälle gehalten." St. Martin stand eng, investierte viel Laufarbeit, hielt die Räume klein – genau das, was es gegen einen Tabellenführer braucht. Auch deshalb blieb die Null bis zum Seitenwechsel stehen, obwohl die Hausherren immer wieder andrückten.
Nach der Pause änderte sich das Bild nicht grundlegend, aber St. Martin setzte die Nadelstiche. In Minute 63 nutzten die Gäste ihren Moment: Jakub Kaspirek stellte auf 0:1. Bruckner erklärte die Effizienz so: "Wir haben zwei Abwehrfehler von ihnen in der zweiten Halbzeit genutzt und eiskalt bestraft." Der Jubel hielt nicht lange, denn nur zwei Minuten später glich Michael Holzer zum 1:1 aus (65.). St. Martin blieb aber gallig und belohnte sich erneut: Andriy Zahranychnyy traf in der 83. Minute zum 1:2. Der Sieg war zum Greifen nahe, doch Langenlois drückte in der Schlussphase noch einmal. Dann die Szene, die Bruckner am meisten schmerzte: "Es war genau die letzte Aktion, ein letzter Eckball – in der Nachspielzeit bekommen wir den Ausgleich." Das 2:2 durch Giovanni Kotchev fiel offiziell in der Nachspielzeit (90.+5) – ein später Rückschlag nach großem Kampf.
Im Fazit mischten sich Ärger über das ganz späte Gegentor und echter Stolz. "Ich hätte es den Jungs extrem gegönnt, weil sie über fünfundneunzig Minuten alles reingehängt haben. Es war eine Top-Mannschaftsleistung. Ich bin wirklich stolz auf unsere Jungs", sagte Bruckner. Er hob noch einmal hervor, warum der Punkt erarbeitet war: "Einsatzwille, Leidenschaft, der Kampf – defensiv extrem kompakt. Wir haben ihnen das Leben wirklich schwer gemacht." Gleichzeitig anerkannte er die Qualität des Gegners: "Ich würde Langenlois über alle stellen – qualitativ sehr, sehr gut, ein Top-Kader." Dass der Ausgleich so spät fiel, änderte für ihn nichts an der fairen Gesamtbilanz: "Eigentlich eine gute Leistung des Schiedsrichters." Inhaltlich beschreibt Bruckner die Saison als zäh: "Uns fehlt das notwendige Glück, das hätten wir uns heute erarbeitet." Umso wertvoller wirkt das Remis beim Tabellenführer, der mit 43 Punkten voran liegt, während St. Martin am Tabellenende steht (13 Punkte nach 22 Runden). Und doch überwiegt die Zuversicht: Das Auftreten in Langenlois taugt als Vorlage für die nächsten Aufgaben – kompakt stehen, die Chancen nutzen und sich diesmal bis zur allerletzten Sekunde belohnen.