Spielberichte

„Aufgrund der Chancen hätten wir gewinnen müssen“ – Aichinger über Ziersdorfs 1:1

SV Ziersdorf
SC St. Martin

In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel trennte sich der SV W4IT Ziersdorf vom SC St. Martin mit 1:1. Nach klarem Chancenplus zu Beginn kassierten die Hausherren durch Jakub Kaspirek (27.) das 0:1, ehe Philipp Hauser nach der Pause (54.) ausglich. Trainer Martin Aichinger sprach Klartext: „Aufgrund der Chancen hätten wir heute gewinnen müssen.“ Ziersdorf drückte, ließ aber zu viel liegen – und verabschiedete sich mit einem Remis in die Sommerpause.

Ball am Spielfeld bei Sonnenuntergang

Foto von Markus Spiske bei Pexels

Viel Anlauf, kalte Dusche, Antwort nach der Pause

Die ersten Minuten gehörten klar den Gastgebern, die gleich mehrmals über die Flügel durchkamen. Martin Aichinger zählte „zwei, drei Aktionen mit Stanglpässen in den Fünfer“, bei denen Ziersdorf den schnellen Lohn verpasste: „Dreimal schießen wir daneben oder drüber, wir gehen nicht in Führung.“ Stattdessen nutzte St. Martin die erste nennenswerte Möglichkeit eiskalt. „Sie machen mit der einzigen Halbchance das Tor“, sagte Aichinger. Der Treffer zum 0:1 fiel in der 27. Minute, Torschütze war Jakub Kaspirek. Aus Ziersdorfer Sicht entstand das Gegentor unglücklich: „Bei uns rutscht einer am Zwanziger aus, der Stürmer bekommt den Ball und schießt vom Sechzehner ins lange Eck.“ Mit dem 0:1 ging es in die Kabinen. Nach dem Wechsel machte Ziersdorf auf und belohnte sich: Nach einem Eckball kam der Ball nochmals nach außen, der Abschluss wurde abgefälscht, und Philipp Hauser drückte in Minute 54 aus kurzer Distanz zum 1:1 über die Linie. „Danach hatten wir wieder mehrere Chancen – leider ohne Ertrag“, fasste Aichinger zusammen.

„Wir hatten mehr vom Spiel“ – Chancen da, Abschluss fehlt

In seiner Analyse blieb der Ziersdorf-Coach deutlich. Das Unentschieden entsprach aus seiner Sicht nicht dem Chancenverhältnis: „Aufgrund der Möglichkeiten hätten wir heute gewinnen müssen.“ Gleichzeitig lobte er die Art und Weise, wie sein Team ins letzte Drittel kam: „Wie in den letzten Wochen haben wir uns gute Chancen herausgespielt, das hat gut funktioniert.“ Das Manko war einmal mehr die Effizienz. „Seit mehreren Wochen schaffen wir es leider nicht, diese Möglichkeiten in Tore umzusetzen.“ Auch den Gegner ordnete Aichinger nüchtern ein: „Man hat gemerkt, dass die Luft Ende der Saison schon etwas heraußen ist. Sie sind abgestiegen. Trotzdem haben sie versucht mitzuspielen und Punkte zu holen.“ Gerade weil Ziersdorf über weite Strecken das aktivere Team war und nach dem Ausgleich am Drücker blieb, wog der verpasste Dreier schwer. „Wir hatten mehr vom Spiel, aber wir belohnen uns nicht“, so seine Bilanz.

Kadersorgen, junge Minuten und ein Blick nach vorn

Neben der Chancenverwertung prägte vor allem die Personalsituation den Saisonausklang. „Heute war es eines der letzten Aufgebote, fast ein Dutzend Spieler aus Kader und Ergänzung haben gefehlt“, erklärte Aichinger. Immerhin gab es einen positiven Nebeneffekt: „So haben auch junge Spieler ihre Chance bekommen – heute wieder ein, zwei, die normalerweise U16 spielen, wurden in der Kampfmannschaft eingewechselt.“ Zur Spielleitung verlor der Trainer keine harten Worte: „Es war ein durchschnittliches Spiel, keine strittigen Entscheidungen, das ist normal runtergelaufen.“ Den größeren Bogen spannte Aichinger zum Schluss: „Wir haben eine sensationelle Herbstsaison gespielt, das Frühjahr war durchwachsen. Zwei Stammspieler waren weg, dazu kamen Verletzte – es ist immer schwieriger geworden.“ Der Blick gehe dennoch klar nach vorne: „Es wird Veränderungen im Kader geben, wir wollen im Sommer das Feuer neu entfachen und im Herbst bessere Ergebnisse liefern.“ Und er schickte einen fairen Gruß durch die Liga: „Ich gratuliere Langenlois herzlich zum verdienten Meistertitel.“

Gebietsliga Nordwest/Waldviertel: Ziersdorf : St. Martin - 1:1 (0:1)

  • 54
    Philipp Hauser 1:1
  • 27
    Jakub Kaspirek 0:1