In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel hat SV W4IT Ziersdorf die Saison auf Rang neun beendet, und genau dieser Verlauf spiegelt laut Trainer Martin Aichinger auch die vergangenen Monate gut wider. Nach einem starken Herbst verlor die Mannschaft im Frühjahr an Boden, mehrere Ausfälle bremsten den Rhythmus, und nun steht ein größerer Umbruch bevor. Der Coach spricht offen über ein halbes Jahr ohne echte Konstanz und über einen Sommer, in dem personell einiges passieren wird.

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Aichinger macht aus seinem Rückblick keinen Hehl und ordnet die Entwicklung sehr klar ein. „Nach einem sehr guten Herbst war klar, dass wir im Frühjahr zurückfallen werden“, sagt der Ziersdorf-Trainer. Genau so kam es dann auch. Die Mannschaft hatte nach 15 Runden noch im vorderen Mittelfeld mitgemischt und war zwischenzeitlich sogar auf Rang vier zu finden, am Ende stand mit 32 Punkten Platz neun. Für Aichinger war dieser Rückgang aber kein überraschender Einbruch, sondern die Folge einer personell schwierigen Phase. Er verweist darauf, dass einige Spieler im Frühjahr von Haus aus nicht da waren, dazu noch mehrere Verletzte kamen und parallel auch jungen Spielern bewusst Einsatzzeit gegeben wurde. Gerade deshalb beschreibt er das Frühjahr mit einem Satz, der hängen bleibt: „Es ist so dahin geplätschert. Es war nicht Fisch, es war nicht Fleisch.“ Auch die letzten Ergebnisse mit Niederlagen gegen USC Litschau, FC Rohrendorf und USV St. Bernhard/F. sowie den Unentschieden gegen SCU Kottes und SC St. Martin passten in dieses Bild. Ziersdorf war nicht komplett weg, aber eben auch nicht mehr dort, wo die Mannschaft im Herbst schon einmal gestanden war.
Dass der Blick in Ziersdorf nun schon stark nach vorne geht, hat vor allem mit den personellen Veränderungen zu tun. Aichinger spricht von einem „großen Umbruch, um das Feuer wieder neu zu entzünden" und formuliert es deutlich: „Es sind alle Qualitätsspieler weg, wir brauchen neues Blut.“ Konkret nennt er den Abgang von Michael Weizmann aus dem Sturm, Tarik Handciz aus dem offensiven Mittelfeld und von Kristijan Cica aus der Innenverteidigung. Dazu schildert der Trainer, dass weitere wichtige Kräfte aktuell nicht oder nicht voll zur Verfügung stehen. Mikolin Demaj wird im Herbst aus familiären Gründen nicht zur Verfügung stehen, und bei Kevin Petuely wird es laut Aichinger wohl noch länger dauern. „Wir hoffen, dass er irgendwann im Herbst wieder zur Verfügung steht“, sagt der Coach über den weiteren Verlauf. Gleichzeitig wird bereits am neuen Kader gearbeitet, auch wenn Aichinger bei diesem Thema bewusst vorsichtig bleibt. „Solange es nicht im System ist, ist es immer sehr heikel. Da spricht man über ungelegte Eier“, sagt er. "Wir haben versucht, einen Mix aus gestandenen und hungrigen Spielern zu verpflichten". Als Zugänge nennt er Daniel Murtinger für die Innenverteidigung, Stefan Studnicka für die Außenbahn und Erik Willer für den Sturm. Außerdem ist Ziersdorf gerade beim Abschluss mit einem jungen, dynamischen, offensiven Mittelfeldspieler, bei dem es sich laut Aichinger „gerade noch etwas spießt“ aber er guter Dinge ist, dass dies positiv erlegt werden kann. In weitere Folge werden aus der U16 einige Spieler hochgezogen, die bereits im Frühjahr bei Trainings und teilweise Matches dabei waren und ihre Chance bekommen werden.
Neben dem Kader wird auch das Umfeld rund um die Kampfmannschaft leicht angepasst. Große Veränderungen gibt es im Verein zwar nicht, das Trainerteam wird aber erweitert. Mit Raphael Anderle bekommt die U23 einen eigenen Trainer und er wird auch Headcoach Aichinger im Trainerstab unterstützen. Auch das passt zur Linie, die in Ziersdorf zuletzt sichtbar war. Wegen der vielen Ausfälle mussten junge Spieler früher Verantwortung übernehmen, und genau dort sieht der Trainer trotz des durchwachsenen Frühjahrs einen positiven Punkt. „Bei uns hat sich die ganze Truppe weiterentwickelt, egal ob menschlich oder auch sportlich“, sagt Aichinger. Besonders hebt er Philipp Hauser und Fabian Schuster hervor, weil beide „den nächsten Schritt gemacht haben“. Für den Coach ist damit aber erst ein Teil des Weges geschafft, denn im kommenden Herbst geht es darum, diese Entwicklung zu bestätigen und sich dauerhaft als Stammkräfte zu etablieren. Aichinger ordnet das alles in eine Liga ein, die aus seiner Sicht weiterhin eng und unberechenbar bleibt. „Es ist und bleibt eine sehr interessante Liga mit sehr vielen guten Vereinen, wo eigentlich jeder jeden schlagen kann“, sagt er. Für Ziersdorf heißt das vor der Vorbereitung vor allem: angeschlagene Spieler zurückbringen, den Umbau sauber abschließen und nach einem Frühjahr ohne klaren Lauf wieder mehr Richtung für die neue Saison zu bekommen, um wieder im vorderen Drittel mitspielen zu können.