In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel hat USV Raabs/Thaya die Saison mit einem 4:2 gegen USV St. Bernhard/F. abgeschlossen, zufrieden ist Obmann Richard Zarycka mit Rang zwölf und 28 Punkten trotzdem nicht. Vor allem auswärts blieb zu viel liegen, dazu kamen viele Verletzungen. Jetzt soll ein großer personeller Umbau dafür sorgen, dass die nächste Spielzeit deutlich stabiler verläuft.

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Der Blick zurück fällt beim USV Raabs/Thaya deutlich nüchterner aus, als es der versöhnliche letzte Spieltag vielleicht vermuten lässt. Zarycka sagt offen: "Mit dem zwölften Tabellenplatz und insgesamt 28 Punkten können wir so nicht zufrieden sein." Dazu kommt eine Bilanz von 46 erzielten und 62 erhaltenen Treffern, die die Probleme ebenfalls klar zeigt. Im Herbst holte die Mannschaft zwölf Punkte, im Frühjahr wurden es sechzehn. Ganz nach vorne ging es damit aber trotzdem nicht, weil sich Raabs über weite Strecken der Saison im Bereich zwischen Rang zehn und Rang vierzehn bewegte und nie wirklich aus dem unteren Mittelfeld herauskam. Dass am Ende der Klassenerhalt stand und das Team die Saison mit einem Heimsieg gegen St. Bernhard abschloss, ist deshalb eher ein kleiner Schlusspunkt als ein Grund, die gesamte Runde schönzureden.
Wenn Zarycka über die Ursachen spricht, landet er schnell bei einem Punkt, den er besonders klar hervorhebt. "Sehr zufrieden bin ich mit der Heimtabelle. Im eigenen Stadion haben wir 23 Punkte geholt", sagt er. Genau dort sieht man auch, dass in dieser Mannschaft grundsätzlich Qualität vorhanden war, um in der Liga mitzuhalten. Der große Gegenpol war aber die Auswärtsbilanz, und die fällt aus Sicht des Vereins fast schon zu deutlich ab. "Was sehr negativ auffällt, ist die Auswärtsbilanz, wo wir mit fünf Punkten abgeschlagen am letzten Tabellenplatz stehen. Das ist ausbaufähig in der kommenden Saison, sonst wird es relativ schwierig werden", sagt Zarycka. Viel klarer lässt sich die Hauptbaustelle kaum formulieren. Wer zu Hause konkurrenzfähig ist, auswärts aber kaum anschreibt, gerät zwangsläufig in jene Tabellenregionen, in denen Raabs die Saison dann auch beendet hat.
Dass sich im Sommer viel tut, überrascht nach dieser Saison nicht. Zarycka spricht von "bis jetzt elf Abgängen" und macht kein Geheimnis daraus, dass der Kader kräftig umgebaut wird. Den Verein verlassen unter anderem Roland Gerebenits, Jan Kosak, Istvan Varga, Daniel Dundler, Christian Sauer, Fabian Mattejka, Michal Lancman, Jakob Celoud und Nikola Ziric. Gerade deshalb setzt man in Raabs nun bewusst auf Verstärkungen, die sofort helfen sollen. "Von der Anzahl her natürlich nicht so viel, aber wir holen gute Qualität für die kommende Saison", sagt der Obmann. Mit Emirhan Köse kommt ein junger Spieler, den Zarycka als vielversprechend beschreibt. Im Tor soll künftig Marek Kolar für Sicherheit sorgen. Dazu stoßen mit Attila Erel und Mustafa Yavuz zwei Spieler, von denen sich der Verein Erfahrung und Stabilität verspricht. Dass dieser Schwerpunkt kein Zufall ist, erklärt Zarycka selbst: "Wir haben viele Gegentore bekommen und weniger Tore erzielt und daraufhin mussten wir reagieren." Mit Peter Orlandic kommt außerdem ein Stürmer, den der Obmann wegen seiner "Top-Torqualität" ausdrücklich hervorhebt.
Zum sportlichen Bild der vergangenen Monate gehört für Zarycka aber auch die personelle Notlage, die den Verein im Frühjahr immer wieder begleitet hat. "Die Frühjahrssaison war wirklich geplagt von vielen Verletzten", sagt er und verweist nicht auf Kleinigkeiten, sondern auf mehrere schwere Ausfälle. Für einen Kader, der ohnehin nicht besonders breit aufgestellt war, war das ein Problem, das sich kaum auffangen ließ. Zarycka sieht darin einen wesentlichen Grund dafür, warum Raabs am Ende im unteren Tabellenbereich landete. Gleichzeitig verweist er darauf, dass die Liga keineswegs leicht zu bespielen ist: "In der Gebietsliga sind bereits viele gute Fußballer unterwegs." Auch im Trainerteam gibt es eine Veränderung: Werner Wagner einer der Trainer aus dem Frühjahr bleibt, ein anderer mit Jürgen Celoud verlässt ein Urgestein und Ex Kapitän den Verein. Zarycka bedankte sich beim scheidenden Coach für seinen "großartigen Einsatz" und hob hervor, dass mit ihm der Klassenerhalt geschafft wurde. Mit Markus Hainschwang wird das Trainerteam wieder komplettiert. Jürgen Celoud ist ein wirklich guter Trainer und kennt sich in der Materie echt aus. Der Auftrag für die neue Saison ist damit trotzdem eindeutig: auswärts konkurrenzfähiger werden, die Defensive stabilisieren und mit dem umgebauten Kader dafür sorgen, dass der zwölfte Platz nicht noch einmal die Realität von Raabs wird.