Spielberichte

„Zum Schluss hat sich alles wieder zum Guten gewendet“ – USV Groß Gerungs ordnet die durchwachsene Saison ein

USV Groß Gerungs

In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel geht der USV Groß Gerungs nach einer wechselhaften Saison mit Platz acht und 32 Punkten in die Sommerpause. Obmann Manfred Atteneder spricht von einer „durchwachsenen Saison“, erinnert an einen starken Beginn und sieht vor allem ein Problem gegen Teams aus den hinteren Regionen. Dass sich die Mannschaft am Ende wieder fing, ist für ihn der wichtigste Punkt im Rückblick.

Rasen mit weißer Markierungslinie

Foto von Fabricio Trujillo bei Pexels

Starker Beginn, dann zu viele liegen gelassene Punkte

Der Rückblick beim USV Groß Gerungs fällt nicht schwarz-weiß aus, sondern ziemlich genau so, wie es die Tabelle und der Saisonverlauf gezeigt haben. „Es war eine durchwachsene Saison“, sagt Manfred Atteneder, und diese Einschätzung deckt sich mit den Wochen, in denen seine Mannschaft zunächst stark aus den Startlöchern kam. Groß Gerungs war früh vorne dabei, lag nach den ersten beiden Runden sogar auf Rang zwei und hielt sich auch danach lange in der oberen Tabellenhälfte. Genau diese Anfangsphase ist dem Obmann in guter Erinnerung geblieben. „Wir sind gut gestartet, haben gegen anscheinend bessere Mannschaften gepunktet“, sagt Atteneder. Umso mehr störte ihn, dass genau gegen jene Gegner, die hinter dem USV Groß Gerungs lagen, zu oft Punkte verloren gingen. „Das war ein Manko von unserer Mannschaft. Vielleicht haben wir diese Mannschaften nicht zu ernst genommen“, sagt er offen. Damit beschreibt er im Grunde den Knackpunkt dieser Saison, denn der gute Start brachte zwar früh Selbstvertrauen, eine wirklich stabile Linie über die ganze Saison hinweg entstand daraus aber nicht.

Der Schlussspurt brachte den achten Platz zurück

Gerade deshalb bewertet Atteneder die letzten Wochen der Saison nicht unwichtig. Der Tabellenverlauf zeigte, wie der USV Groß Gerungs nach einer langen Phase auf Rang neun und zwischenzeitlich sogar auf Platz zehn zum Abschluss noch einmal nach vorne kam und die Spielzeit schließlich als Achter beendete. Auch die jüngsten Ergebnisse passten zu diesem Bild einer schwankenden, aber nicht auseinanderfallenden Mannschaft. Auf das 2:0 gegen USV Raabs/Thaya folgten Niederlagen gegen SCU Gars/Kamp mit 0:1, gegen USC Litschau mit 2:3 und gegen den Meister USV Langenlois mit 1:5, ehe zum Abschluss mit dem 3:1 gegen FC Rohrendorf noch ein Sieg gelang. Atteneder sieht darin vor allem, dass seine Mannschaft sich nicht hat hängen lassen. „Zum Schluss hat sich dann alles wieder zum Guten gewendet und wir haben mit einem achten Platz abgeschlossen“, sagt er. Einzelne Spieler wollte der Obmann dabei bewusst nicht herausheben. „Wir sind als Mannschaft gereift und jeder hat für jeden alles gegeben. Das war unser Erfolgsrezept zum Schluss.“ Genau diese mannschaftliche Entwicklung ist aus Vereinssicht wohl die wichtigste Erkenntnis aus einer Saison, in der nicht alles rund lief, die aber auch nicht im Negativen endete.

Im Sommer bleibt vieles gleich, nur an der Linie gibt es eine neue Lösung

Auch personell deutet in Groß Gerungs nichts auf einen großen Umbruch hin. Atteneder beschreibt die Lage klar und ohne viel Drumherum: „Bis auf den Trainer haben wir alles so belassen, wie es ist.“ Im Kader gibt es zwar einige Bewegungen, eine komplette Neuausrichtung ist daraus aber nicht abzulesen. Daniel Hofbauer hat den Verein verlassen, auch Marcel Jachs ist nicht mehr dabei. Dazu hat man sich noch von einem Legionär getrennt. Als Neuzugang kommt mit Marco Thaler ein Spieler, der laut Atteneder im zentralen Mittelfeld eingesetzt werden soll. Die größte Veränderung betrifft damit tatsächlich den Trainerposten. Nachdem der bisherige Trainer seine Tätigkeit bereits während der Saison beendet hatte, gibt es nun eine neue Lösung an der Linie. Im sportlichen Umfeld setzt der Verein also auf eine überschaubare, aber wichtige Anpassung. Dazu kommt, dass die personelle Lage vor der Vorbereitung insgesamt ordentlich aussieht. „Zurzeit haben wir nur einen Langzeitverletzten. Das ist unser Reservetormann Lorenz Höfinger. Wir hoffen, dass er in der Herbstsaison wieder zur Verfügung steht. Sonst dürfte unser Kader verletzungsfrei in die Vorbereitung gehen“, sagt Atteneder.

Verein blickt nicht nur auf die Tabelle, sondern auch auf das Miteinander

Dass beim USV Groß Gerungs der Blick nicht nur auf Ergebnisse und Tabellenplätze gerichtet ist, zeigte laut Atteneder auch das Vereinsleben abseits des Rasens. Besonders zufrieden spricht er über den veranstalteten Pfingstlauf. „Wir haben mit 200 Anmeldungen gerechnet und es waren über 500 Anmeldungen. Es war ein perfektes Event für unseren Verein“, sagt der Obmann. Diese Zahl unterstreicht, dass im Verein zuletzt nicht nur sportlich gearbeitet wurde. Für die neue Saison schaut Atteneder mit einem realistischen Blick nach vorne. In der Liga haben ihn vor allem die Spitzenteams beeindruckt. „Langenlois war natürlich überragend, Gföhl hat auch gut gespielt. Diese zwei Vereine und Kottes waren eigentlich die Liga-Krösus“, sagt er. Für den USV Groß Gerungs geht es damit vorerst in eine Vorbereitung, in der die Basis bestehen bleibt und nur gezielt nachgeschärft wird. Zum Abschluss des Gesprächs richtet Atteneder den Fokus noch einmal bewusst auf die Menschen im Verein. „Ich will mich bei allen Spielern und Helfern bedanken, die unseren Verein so toll unterstützen. Ich hoffe auf weitere gute Zusammenarbeit und wünsche allen eine gute Saisonvorbereitung und eine tolle Saison, die vor allem verletzungsfrei sein soll.“