In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel hat SC Admira Gföhl am Freitag gegen USV Raabs/Thaya ein 3:3 geholt, das sich aus Sicht der Gastgeber lange nach mehr angefühlt hatte. Gföhl führte zweimal, spielte nach der Roten Karte für Michael Weber sogar in Überzahl und geriet trotzdem noch 2:3 in Rückstand. Erst in der Nachspielzeit rettete Martin Privrel den Punkt, den Trainer Michael Blabensteiner am Ende als eher glückliches Unentschieden einordnete.

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Blabensteiner beschrieb den Abend als „ziemlich konträr“, und genau so entwickelte sich die Partie auch. Seine Mannschaft kam nach seiner Einschätzung gut hinein, hatte viel Kontrolle und bekam das Spiel zunächst in den Griff. „Wir haben sehr gut begonnen, haben sehr viel Kontrolle über das Spiel gehabt, sind 1:0 in Führung gegangen“, sagte der Gföhler Trainer. In der 28. Minute brachte Martin Privrel die Heimelf mit dem 1:0 auf Kurs. Es war die Belohnung für eine Phase, in der Gföhl das aktivere Team war. Ganz mitnehmen konnte man diesen Vorteil aber nicht. In der 39. Minute glich Luka Irschik für Raabs zum 1:1 aus, und damit war nach einer ordentlichen ersten halben Stunde zur Pause wieder alles offen.
Nach dem Seitenwechsel sprach zunächst wieder mehr für die Gastgeber. Franz Purker erzielte in der 60. Minute das 2:1, und als Raabs in der 68. Minute nach der Roten Karte für Michael Weber nur noch zu zehnt war, schien Gföhl eigentlich in einer guten Position zu sein. Genau deshalb war der Frust nach dem Schlusspfiff auch so deutlich. „Natürlich bitter mit einem Mann Überzahl, dass wir nach einer 2:1-Führung noch zwei Gegentore bekommen“, sagte Blabensteiner. Petar Orlandic stellte das Spiel dennoch auf den Kopf und traf in der 77. Minute zum 2:2 sowie in der 88. Minute zum 2:3. Damit waren plötzlich die Gäste ganz nah am Sieg. Gföhl kam in der Nachspielzeit aber noch zum Ausgleich und Martin Privrel sorgte mit seinem zweiten Treffer doch noch für das 3:3.
Der Gföhler Trainer sah die Ursachen für dieses Auf und Ab nicht in einem komplett schlechten Auftritt, sondern vielmehr in Punkten, die seine Mannschaft schon länger begleiten. Positiv war für ihn, dass seine Elf immer wieder Ruhe am Ball hatte und das Geschehen über weite Strecken kontrollieren konnte. „Teilweise hat unser kontinuierlicher Spielaufbau gut funktioniert. Wir hatten sehr viel Kontrolle über den Ball und über das Spielgeschehen“, sagte Blabensteiner. Entscheidend war für ihn aber, dass Gföhl aus dieser Kontrolle zu wenig gemacht hat. „Gefehlt hat wieder wie in den letzten Spielen das Rückzugsverhalten beziehungsweise das Abwehrverhalten“, erklärte er. Dazu kam aus seiner Sicht, dass das Spiel nach vorne nicht schnell genug war. „Wir haben das Spiel nach vorne zu langsam gestaltet und kein Tempo reingebracht“, so Blabensteiner, der damit zwei ganz konkrete Punkte ansprach, die am Ende den Sieg kosteten.
Bei der Einordnung des Resultats blieb Blabensteiner trotz des späten Ausgleichs nüchtern. „Dazwischen hätte es eigentlich besser ausgesehen für uns, aber zum Ende hin war es doch ein etwas glücklicheres Unentschieden“, sagte der Trainer. Auch den Gegner schätzte er klar ein, vor allem mit Blick auf den Doppelpacker. „Mit Orlandic vorne haben sie einen sehr, sehr guten Spieler, der aus wenigen Chancen dann doch auch seine Tore machen kann“, meinte er über den Raabser Angreifer. Den Ausschluss nannte Blabensteiner zwar als prägende Szene, weil sich das Spiel danach eigentlich eher in Richtung Gföhl hätte entwickeln müssen. Strittige Situationen wollte er daraus aber nicht machen. Im Gegenteil: Die Leistung des Schiedsrichters bewertete er als „sehr gut“. Für Gföhl bleibt damit nach vier Runden immerhin ein weiterer Punkt, auch wenn an diesem Abend spürbar das Gefühl überwog, dass deutlich mehr drin gewesen wäre.