In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel hat USV St. Bernhard/F. beim USV Raabs/Thaya einen 3:0-Auswärtssieg eingefahren. Trainer Manuel Fettinger sah seine Mannschaft "von Beginn an als das bessere Team", auch wenn sich die Gäste gegen tief stehende Gastgeber lange gedulden mussten. Ein direkt verwandelter Freistoß von Daniel Zotter brachte St. Bernhard auf Kurs, nach der Pause machte der Tabellenführer den Auswärtserfolg mit seiner Geduld und einer stabilen Defensivarbeit klar.

Foto: Harald Dostal/fodo.media
Fettinger hatte den Eindruck, dass seine Mannschaft die Partie von Anfang an im Griff hatte, auch wenn sich das nicht sofort in vielen klaren Abschlüssen niederschlug. "Wir waren von Beginn an das bessere Team. Wir haben mehr für das Spiel getan", sagte der Trainer nach dem Schlusspfiff. Gleichzeitig schilderte er aber auch, warum sich das Spiel zunächst zäh entwickelte. Raabs stand tief, verteidigte konsequent und machte die Räume eng. Der Coach sprach davon, dass die Gastgeber "sehr destruktiv agiert" und sich "großteils aufs Verteidigen beschränkt" hätten. Genau deshalb musste St. Bernhard geduldig bleiben, immer wieder neu anlaufen und sich die Aktionen erst erarbeiten, anstatt früh zu vielen offenen Räumen zu kommen.
Der erste wichtige Moment kam dann in der 21. Minute, als Daniel Zotter einen Freistoß direkt zum 1:0 verwandelte. Für Fettinger war dieses Tor ein echter Schlüssel in der Partie. "Das erste Tor von Daniel Zotter war sehr wichtig", stellte er klar. Den Abschluss selbst beschrieb er als technisch stark und präzise: Zotter habe den Ball "direkt über die Mauer, aus circa 18 Metern" getroffen, aus seiner Sicht sei der Tormann dabei chancenlos gewesen. Mehr noch als das Tor selbst gefiel dem Trainer, dass seine Mannschaft auch nach der Führung ruhig blieb und sich nicht aus dem Konzept bringen ließ. Mit dem 1:0 ging es in die Pause, und genau diese knappe Führung passte zum Spielbild: St. Bernhard hatte mehr vom Match, musste sich aber jeden Vorteil gegen einen hart arbeitenden Gegner erst verdienen.
Nach dem Seitenwechsel sah Fettinger seine Mannschaft noch klarer. "Gegen Ende der Partie haben wir es sehr clever gespielt", sagte er, und aus seiner Sicht zeigte sich das besonders rund um das 2:0. In der 66. Minute erhöhte Leoš Vozihnoj, und der Trainer hob diese Szene ausdrücklich hervor. Er sprach von einem "tollen Dribbling", bei dem Vozihnoj drei Gegenspieler ausspielte, stehen ließ und dann am Tormann vorbeischob. Für Fettinger war das nicht nur ein schönes Tor, sondern auch der Moment, in dem das Spiel endgültig kippte. "Mit dem zweiten Tor war der Wille von Raabs gebrochen", meinte er. Dass Julian Baumgartner in der 80. Minute noch auf 3:0 stellte, passte dann ins Bild eines Auswärtssiegs, den St. Bernhard Schritt für Schritt auf seine Seite gezogen hatte.
Besonders zufrieden war Fettinger mit der Arbeit gegen den Ball. "Das Spiel gegen den Ball war wieder sehr gut", sagte er und erklärte auch, warum dieser Punkt für ihn so wesentlich war. Raabs habe immer wieder versucht, mit langen Bällen zu Lösungen zu kommen, doch St. Bernhard sei "sehr gut organisiert" gewesen und habe "aus dem Spiel heraus nichts zugelassen". Gleichzeitig lobte er den Gegner ausdrücklich dafür, dass dieser stark verteidigt und es seiner Elf alles andere als leicht gemacht habe. Dass seine Mannschaft trotzdem nie die Geduld verlor, war für den Trainer der große Unterschied. "Wir sind sehr geduldig geblieben. Wir haben unsere Chancen vorbereitet und die Chancen, die sich geboten haben, gut genutzt." Dazu kam aus seiner Sicht ein fairer Rahmen, denn es habe "nichts zum Diskutieren gegeben" und das Spiel sei vom Schiedsrichter gut geleitet worden. Mit dem fünften Sieg im fünften Spiel bleibt St. Bernhard an der Spitze, und Fettinger fand zum Abschluss noch deutliche Worte für seine eigene Mannschaft: "Ich bin aktuell sehr stolz auf mein Team. Die Jungs machen Woche für Woche gute Arbeit, und es macht sehr viel Spaß, mit ihnen zu arbeiten."