In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel musste sich SV W4IT Ziersdorf bei Horn SV II mit 0:3 geschlagen geben. Nach einem torlosen und laut Trainer Martin Aichinger weitgehend ausgeglichenen ersten Durchgang kippte die Partie nach der Pause klar in Richtung der Gastgeber. Vor allem das 0:1 brachte die Gäste aus dem Rhythmus, danach fehlten laut Aichinger Struktur, Zweikampfverhalten und in der aktuellen Personalsituation auch die Mittel für eine Reaktion.

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Zur Halbzeit stand es noch 0:0, und genau dieses Bild spiegelte auch die Einschätzung des Ziersdorf-Trainers wider. Martin Aichinger sprach von einer Partie, in der sich beide Mannschaften zunächst auf Augenhöhe begegneten. „Die erste Halbzeit war relativ ausgeglichen. Auf beiden Seiten gab es gute Torchancen, obwohl wir fast sogar die eine oder andere bessere Chance hatten“, sagte er. Damit war aus Sicht der Gäste die Grundlage durchaus da, um in Horn etwas mitzunehmen. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild aber deutlich. In der 60. Minute brachte Nathan Valdivia Da Silva Horn in Führung, und genau dieses Tor war für Aichinger der Wendepunkt. „Das 1:0 hat uns einfach aus dem Tritt gebracht. Wir sind nicht mehr reingekommen in das Spiel“, so der Trainer, der den Bruch im Ziersdorfer Auftritt sehr klar benannte.
Besonders deutlich wurde Aichinger bei der Einordnung des ersten Treffers. Aus seiner Sicht entstand das 1:0 aus einer Unstimmigkeit in den eigenen Reihen. „Da gab es Abstimmungsschwierigkeiten zwischen der Verteidigung und dem Tormann. Dadurch ist der Stürmer zum Ball gekommen und hat nur mehr ins Tor einschießen müssen“, erklärte er. Für den Ziersdorf-Coach war damit nicht nur ein Gegentor gefallen, sondern die Partie praktisch auf eine neue Schiene geraten. Nur drei Minuten später legte Maximilian Zimmerl das 2:0 nach, womit Horn endgültig am Drücker blieb. Dass Zimmerl in der 85. Minute noch ein zweites Mal traf und damit den 3:0-Endstand herstellte, passte für Aichinger ins Gesamtbild eines Gegners, der seine Möglichkeiten konsequent nützt. „Sie sind jung, laufstark und willig, und das über neunzig Minuten. Wenn sie dann Chancen vorm Tor haben, nützen sie die meistens eiskalt aus“, sagte er über die Gastgeber, die sich den Sieg damit aus seiner Sicht verdient holten.
Dass Ziersdorf nach dem Rückstand nicht mehr zulegen konnte, führte Aichinger nicht nur auf den Spielverlauf selbst zurück, sondern auch klar auf die schwierige personelle Lage. „Uns fehlen ganz, ganz viele Spieler, weil zu der langen Verletztenliste noch einmal welche dazugekommen sind. Wir pfeifen quasi aus dem letzten Loch“, sagte der Trainer offen. Gerade in einer Situation, in der man auswärts 0:1 hinten liegt, sei es dann extrem schwer, noch einmal zurückzukommen. „Dass du dann noch mal zulegst, ist in unserer aktuellen Situation fast unmöglich“, meinte Aichinger. Bei aller Ernüchterung nahm er aber doch einen positiven Punkt mit: Kevin Petuely stand nach fast einem Jahr wieder auf dem Feld. „Das ist etwas Erfreuliches für die Zukunft“, sagte der Ziersdorf-Coach. Viel mehr Positives wollte er aus diesem Nachmittag aber nicht ziehen, denn insgesamt sei das Match „relativ ernüchternd“ gewesen.
Auch wenn Aichinger die Niederlage klar einordnete und Horns Leistung anerkannte, richtete er den Blick zum Schluss bereits auf die kommenden Wochen. Strittige Szenen wollte er nicht zum Thema machen. Es habe zwar „ein, zwei kleinere Aktionen“ gegeben, bei denen man vielleicht über einen Elfmeter hätte sprechen können, insgesamt gehe die Leistung des Schiedsrichters aber in Ordnung. Viel wichtiger ist für ihn ohnehin, dass sich die personelle Lage entspannt. „Die Hoffnung ist natürlich, dass in den nächsten Wochen irgendwann wieder Spieler retour kommen“, sagte er. Bis dahin fordert er von seiner Mannschaft eine geschlossene Reaktion auf die schwierige Phase. „Wir müssen jetzt auf alle Fälle wieder näher zusammenrutschen und jeder sein letztes Hemd geben, dass wir doch noch ein paar Punkte im Herbst holen und wieder auf die Siegerstraße zurückkehren.“ Nach dem 0:3 in Horn ist genau das die klare Aufgabe bei den Gästen.