In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel hat sich SCU Gars/Kamp gegen USV Atzenbrugg/H. mit 4:3 durchgesetzt. Nach einer 3:2-Pausenführung und einer nervenaufreibenden Schlussphase stellte Trainer Hannes Tscheppen vor allem den Charakter seiner Mannschaft in den Vordergrund. „Wir haben mit dem letzten Aufgebot gespielt, und Gott sei Dank haben wir das über die Runden gebracht“, sagte er nach dem Heimsieg.

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay
Die Partie begann für Gars alles andere als angenehm. Bereits in der 8. Minute brachte Haris Garagic die Gäste mit 1:0 in Führung, ein Treffer nach einem Freistoß von der linken Seite, den Tscheppen als „ein bisschen unglücklich“ einordnete. Seine Mannschaft brauchte aber nicht lange, um zurückzuschlagen. Beim 1:1 in der 17. Minute sah der Trainer einen „schönen Spielzug“ aus der eigenen Hälfte, an dessen Ende Florian Reisel zur Mitte brachte und Marcel Hinger vollendete. Nur vier Minuten später legte Gars nach: Nach einer Ecke nahm Andreas Ringswirth den Ball kurz an und setzte ihn zum 2:1 ins Kreuzeck. Als Elias Steiner in der 33. Minute nach einer weiteren gut ausgespielten Kombination auf 3:1 stellte, schien die Partie klar in Richtung der Gastgeber zu kippen. Doch kurz vor der Pause kam Atzenbrugg durch Alin Ginghina noch einmal auf 3:2 heran, nachdem Gars den Ball in einer unübersichtlichen Situation nicht entscheidend klären konnte.
Dass Gars trotzdem mit einer Führung in die Kabine ging, war für Tscheppen der Schlüsselmoment des Abends. „Ganz wichtig war sicher, dass Atzenbrugg den Elfmeter beim Stand von 3:2 nicht gemacht hat, oder besser gesagt: Unser Torwart hat ihn gehalten. Das war schon ein entscheidender Moment“, sagte der Trainer. Dieser Moment gab seiner Mannschaft sichtbar Halt, denn nach dem Seitenwechsel gelang wieder die bessere Antwort. In der 61. Minute erhöhte Marcel Hinger auf 4:2 und schnürte damit seinen Doppelpack. Tscheppen sprach von einer „schönen Aktion“, eingeleitet durch einen Ballgewinn und den Pass von Jan Greiml. Ganz erledigt war die Sache aber auch damit nicht. Haris Garagic verkürzte in der 71. Minute erneut für Atzenbrugg, und plötzlich war wieder alles offen. Tscheppen meinte zudem, dass seine Mannschaft danach noch zwei Möglichkeiten auf das 5:3 hatte, ehe sie den knappen Vorsprung „mit ein bissl Glück“ über die Zeit brachte.
Für den Garser Trainer lag der Unterschied an diesem Abend weniger in feinen spielerischen Details als in der Haltung seiner Mannschaft. „Die Einstellung war hundertprozentig, das war ein Team. Es hat jeder für jeden gekämpft“, sagte Tscheppen. Gerade weil Gars personell stark eingeschränkt war, bekam diese Aussage besonderes Gewicht. „Wir haben mit dem letzten Aufgebot gespielt“, betonte er mehrmals, und genau deshalb hob er den Willen und den Teamgeist so deutlich hervor. Auch mit dem Plan gegen den Ball und nach Ballgewinn war er zufrieden. „Das Umschaltspiel, das wir uns vorgenommen haben, hat wunderbar geklappt“, erklärte Tscheppen. Dazu habe seine Mannschaft auf dem Platz „sehr viel kommuniziert“, was in einer offenen und intensiven Partie ein wichtiger Faktor gewesen sei. Dass Atzenbrugg trotz der Niederlage einen guten Eindruck hinterließ, verschwieg der Trainer nicht. „Das ist eine ganz spielstarke Mannschaft. Die spielen Fußball“, sagte er und ordnete den Gegner sogar als eines der stärkeren spielerischen Teams der Liga ein. Umso höher bewertete er, dass Gars genau dieses Umschaltspiel durchbringen konnte.
Gerade deshalb war dieses 4:3 für Gars mehr als nur ein weiterer Heimsieg. Es war ein Abend, an dem die Gastgeber nicht alles unter Kontrolle hatten, sich aber immer wieder aus schwierigen Phasen befreiten. Tscheppen sieht trotz des Erfolgs auch noch Luft nach oben, vor allem dann, wenn sich die Personalsituation wieder entspannt. „Wenn wichtige verletzte oder kranke Spieler zurückkommen, wird auch die spielerische Note wieder besser sein“, sagte er. Das passt zum Bild dieser Partie: Gars lebte diesmal vor allem von Einsatz, Tempo im Umschalten und der Fähigkeit, auf Rückschläge sofort zu reagieren. Dass es am Ende eng wurde, schmälert den Wert des Erfolgs aus Sicht des Trainers nicht. Nach sechs Runden hält Gars nun bei zehn Punkten und liegt damit auf Rang vier. Ein Abend also, an dem nicht alles glattlief, an dem aber genau die Tugenden den Ausschlag gaben, die Tscheppen nach dem Schlusspfiff besonders hervorhob.