In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel lieferte sich der USV St. Bernhard/F. mit FC Moser Medical Rohrendorf ein intensives Spitzenspiel, das die Gäste am Ende mit 3:2 für sich entschieden. Trainer Manuel Fettinger sprach danach von einem „sehr, sehr guten Spiel für eine Gebietsliga“ und war trotz der Niederlage überzeugt, dass nach dem 0:2 und der Aufholjagd seiner Elf „ein X absolut gerecht gewesen“ wäre.

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Der Spielverlauf gab Fettingers Einschätzung einiges an Nahrung. In der ersten Halbzeit hatte Rohrendorf nach seiner Ansicht etwas mehr vom Spiel und war die Mannschaft, die der Partie zunächst den Ton gab. Kurz vor der Pause schlug sich das auch auf der Anzeigetafel nieder, als Tobias Markhart in der 41. Minute das 0:1 erzielte. Nach dem Seitenwechsel legten die Gäste durch Edgar Kalchhauser in der 56. Minute sogar das 0:2 nach. Damit schien die Ausgangslage für St. Bernhard schwierig, doch genau an diesem Punkt zeigte die Heimelf die Reaktion, die ihr Trainer später besonders hervorhob. Leoš Vozihnoj verkürzte in der 64. Minute auf 1:2 und stellte damit den Anschluss her. Als derselbe Spieler in der 75. Minute auch noch das 2:2 machte, war die Partie endgültig offen. Dass nur drei Minuten später durch ein Eigentor von Leoš Vozihnoj das 2:3 fiel, machte die Wende für St. Bernhard letztlich unvollständig.
Fettinger hatte nach dem Schlusspfiff keinen Vorwurf an seine Mannschaft parat, obwohl die Niederlage nach dem Comeback naturgemäß weh tat. „Einen entscheidenden Moment gibt es für mich eigentlich nicht“, sagte der Trainer und verwies auf den gesamten Verlauf. Für ihn war vielmehr entscheidend, wie seine Mannschaft nach dem 0:2 reagierte. „Wir waren 2:0 zurück und haben dann riesige Moral bewiesen, sind auf 2:2 herangekommen. Das war für uns natürlich ein Riesenaufwand“, meinte er. Auch die taktische Anpassung in der Pause sprach er offen an. „Wir haben ein bisschen was umgestellt, adaptiert und unsere Aufstellung an Rohrendorf angepasst. Danach haben wir, glaube ich, mehr vom Spiel gehabt“, erklärte Fettinger. Dass es am Ende dennoch nicht zu etwas Zählbarem reichte, führte er nicht auf grobe Mängel zurück. „Ich bin eigentlich zufrieden. Aus meiner Sicht hat es ganz gut funktioniert“, sagte er und legte nach: „Aufgrund der Spielanteile wäre ein Unentschieden absolut gerecht gewesen.“
Besonders angetan war der Trainer von den beiden Treffern seiner Mannschaft. Über das 1:2 von Vozihnoj sagte er: „Das war eine Aktion über halb links. Er kommt in den Strafraum, lässt den Verteidiger stehen und legt den Ball mit einem Schlenzer in die rechte lange Ecke.“ Noch klarer wurde Fettinger beim zweiten Tor: „Der Freistoß war ebenfalls sehenswert.“ Gleichzeitig machte er aber auch deutlich, dass Rohrendorf keineswegs unverdient gewann. „Der Gegner ist eine der stärksten Mannschaften in dieser Liga“, betonte er. Trotz des nicht idealen Saisonstarts komme Rohrendorf nun in Form, habe „in jedem Mannschaftsteil hervorragende Fußballer“ und spiele „guten Fußball“. Umso wichtiger war es für ihn, dass seine junge Mannschaft dagegenhielt. Auch rund um die hitzigeren Phasen wollte Fettinger nichts größer machen als nötig. „Es war teilweise ein hitziges Spiel, weil keine Mannschaft verlieren wollte. Aber es war nichts Spielentscheidendes dabei“, sagte er über die diskutierten Szenen und stellte dem Schiedsrichterteam ausdrücklich ein sauberes Zeugnis aus.
So blieb bei St. Bernhard trotz der 2:3-Niederlage ein Ton zurück, der eher von Anerkennung für die eigene Leistung als von Frust geprägt war. Fettinger sprach von „zwei tollen Mannschaften“ und meinte, dass die Zuschauer „absolut auf ihre Kosten gekommen“ seien. Noch wichtiger war für ihn die Art, wie seine Mannschaft nach dem 0:2 im Spiel blieb und sich zurückmeldete. Das späte 2:3 ordnete er als unglückliche Szene ein, nicht als Ausdruck klarer Unterlegenheit. „Am Ende war es das letzte Quäntchen Glück“, sagte er. Gerade deshalb dürfte diese Niederlage den bisherigen Eindruck der St. Bernharder kaum zerstören. Laut Tabelle bleibt St. Bernhard trotz des ersten Rückschlags vorne, Rohrendorf ist ihm aber dicht auf den Fersen. Fettingers Schlusswort passte deshalb gut zu diesem Abend: „Beide Mannschaften haben Werbung für den Gebietsliga-Fußball gemacht.“