Spielberichte

„Das kurze Blackout vor der Pause“: Ziersdorf gibt in Litschau ein 2:0 noch aus der Hand

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USC Litschau
SV Ziersdorf

In der Gebietsliga Nordwest/Waldviertel hat USC Sparkasse Litschau ein wildes Heimspiel gegen SV W4IT Ziersdorf noch mit 5:3 gedreht. Dabei war Ziersdorf nach frühem Tor und dem 0:2 lange auf Kurs, verlor mit dem Doppelschlag vor der Pause aber den Faden. Trainer Martin Aichinger machte dieses „kurze Blackout“ vor der Pause als Knackpunkt aus und verwies zudem auf liegengelassene Chancen.

Nahaufnahme eines Fußball beim Abstoß durch den Torwart

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Starker Start der Gäste, dann kippt die Partie noch vor dem Seitenwechsel

Aus Sicht von Martin Aichinger begann das Spiel fast ideal. „Wir sind hervorragend in das Spiel gestartet“, sagte der Ziersdorf-Trainer, und die Ereignisse gaben ihm recht. Schon in der 1. Minute brachte Stefan Studnicka die Gäste mit 1:0 in Führung. Aichinger beschrieb den Treffer als gelungene Umschaltsituation nach Ballgewinn, bei der sein Team „sensationell im Umschaltspiel agiert“ habe und Studnicka dann im Eins-gegen-Eins abschloss. Auch das 0:2 nach 31 Minuten passte ins Bild eines Auswärtsteams, das zunächst sehr klar wirkte. Über die Außenbahn wurde tief gespielt, danach kam der Stanglpass, Philipp Hauser vollendete. Genau in dieser Phase sah Aichinger das große Versäumnis seiner Mannschaft. „Dann haben wir leider nicht den Deckel drauf gemacht“, sagte er. Ziersdorf habe danach noch „einige hochkarätige Chancen“ gehabt, nutzte sie aber nicht. Statt mit einer noch deutlich komfortableren Führung ging es mit 2:2 in die Pause, weil Lukas Trnka in der 45. Minute verkürzte und Stefan Schlosser in der Nachspielzeit der ersten Hälfte ausglich. Für Aichinger war das der erste große Bruch im Spiel seiner Mannschaft.

Das 3:2 hält nicht lange, Standards werden zum Problem

Besonders deutlich wurde Aichinger beim Blick auf diese Phase. „Ich glaube, das kurze Blackout der kompletten Mannschaft kurz vor der Pause“ sei der entscheidende Moment gewesen, sagte er über die beiden Gegentreffer zum 2:1-Anschluss und zum 2:2. Nach dem Ausgleich kam Ziersdorf zwar noch einmal zurück. In der 53. Minute stellte David Stark auf 2:3, und auch dieses Tor ordnete der Trainer als stark herausgespielt ein. Lange hielt der neue Vorsprung aber nicht. Nur zwei Minuten später glich Sebastian Jungbauer für Litschau zum 3:3 aus. Aichinger verwies dabei auf einen Eckball und eine missglückte Zuordnung: „Die Zuordnung hat nicht gestimmt, obwohl es vorher gesprochen worden ist.“ Ganz ähnlich schilderte er auch das 4:3 in der 77. Minute, als erneut Stefan Schlosser traf. Wieder fiel das Gegentor nach einem Standard, wieder sah der Trainer Fehler in der Abstimmung. Dass Litschau das Spiel schließlich ganz drehte, kam für ihn deshalb nicht zufällig. „Litschau muss man gratulieren“, sagte Aichinger. Die Gastgeber hätten einen 0:2-Rückstand weggesteckt, seien aggressiv in die Zweikämpfe gegangen und hätten genau das auf den Platz gebracht, „was wir an dem Tag einfach nicht gemacht haben“.

Viele Ausfälle, kein Alibi und ein klarer Wunsch für die nächsten Wochen

Ganz ohne den personellen Hintergrund wollte Aichinger die Niederlage aber auch nicht einordnen. Er sprach von einer schwierigen Ausgangslage, weil seiner Mannschaft bereits „über ein halbes Dutzend an Spielern“ gefehlt habe und sich Mitte der zweiten Halbzeit noch ein weiterer Akteur verletzt habe. „Irgendwann ist es einfach aus mit den Spielern“, sagte der Trainer. Trotzdem suchte er die Erklärung nicht beim Unparteiischen, sondern zuerst bei der eigenen Leistung. „Die Schiedsrichterleistung war in Ordnung. Da kann man sich nicht ausreden“, stellte er klar. Vielmehr habe Ziersdorf es selbst aus der Hand gegeben: „Wir haben es selber verbockt, weil wir die Tore nicht gemacht haben.“ Der späte Schlusspunkt durch Radim Suta zum 5:3 in der Nachspielzeit passte dann ins Gesamtbild eines Spiels, in dem die Gäste am Ende alles nach vorne warfen und ausgekontert wurden. Aichinger erkannte den verdienten Sieg der Litschauer ausdrücklich an, blieb für seine eigene Mannschaft aber bei einem nüchternen Fazit: Im Offensivbereich müsse man die Tore machen, dann gewinne man auch solche Spiele. Für die kommenden Wochen formulierte er einen sehr einfachen Wunsch: „Ich kann mir nur wünschen, dass der eine oder andere Spieler zurückkommt und nicht noch weitere ausfallen.“ Denn, so sagte er, sonst werde es „wirklich schon sehr schwierig, dass man da von Woche zu Woche überlebt“.

Gebietsliga Nordwest/Waldviertel: USC Litschau : Ziersdorf - 5:3 (2:2)

  • 93
    Radim Suta 5:3
  • 77
    Stefan Schlosser 4:3
  • 55
    Sebastian Jungbauer 3:3
  • 53
    David Stark 2:3
  • 46
    Stefan Schlosser 2:2
  • 45
    Lukas Trnka 1:2
  • 31
    Philipp Hauser 0:2
  • 1
    Stefan Studnicka 0:1