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„Was Verletzungen betrifft, war es ein Seuchenjahr“ – Sommerein zieht nach Rang elf offen Bilanz

SC Sommerein

In der Gebietsliga Süd/Südost hat SC Sommerein eine Saison hinter sich, die bis zuletzt an die Nerven ging. Rang elf, 23 Punkte und der Klassenerhalt erst in den letzten beiden Runden – Co-Trainer Dominik Gotschy spricht offen von einem „Seuchenjahr“. Vor allem die lange Verletztenliste zog sich durch das ganze Jahr, trotzdem nimmt der Verein aus dem Abstiegskampf auch Positives mit: junge Spieler, viel Zusammenhalt und einen klaren Plan für die kommende Saison.

Nahaufnahme eines Fußball beim Abstoß durch den Torwart

Foto: Harald Dostal/fodo.media

Ein Jahr, das früh schwierig wurde

Schon im Rückblick auf die gesamte Saison spart Gotschy nicht mit klaren Worten. „Es war ein sehr schwieriges erstes Gebietsliga-Jahr für uns“, sagt der Co-Trainer, und dieser Satz erklärt vieles. Sommerein war zwar in den ersten Runden zwischenzeitlich bis auf Rang sechs geklettert, rutschte danach aber wieder tiefer hinein und bewegte sich über weite Strecken der Saison zwischen Platz zehn und zwölf. Für Gotschy hat das einen ganz klaren Grund: „Was Verletzungen betrifft, war es leider ein Seuchenjahr.“ Vier Kreuzbandrisse und dazu eine Schambeinentzündung nahmen der Mannschaft laut Gotschy fünf sehr wichtige Spieler weg. „Wir haben uns natürlich schwergetan, das eins zu eins zu kompensieren“, sagt er. Gerade bei einem Team, das in einer neuen Liga ohnehin um Stabilität ringt, macht so eine Ausfallserie sofort einen Unterschied. Deshalb sei man früh „mitten in den Abstiegskampf reingerutscht“ und habe sich lange nicht aus dieser Lage befreien können.

Zusammenhalt half durch den Abstiegskampf

Dass Sommerein am Ende trotzdem über dem Strich blieb, führt Gotschy nicht auf einzelne Spieler zurück, sondern auf die Gruppe. „Wir sind eine sehr kompakte Einheit, eine sehr eingeschworene Truppe“, sagt er, und genau diesen Punkt hebt er mehrmals hervor. Auch in der schwierigen Phase sei die Stimmung in der Mannschaft gut geblieben. „Jeder hat gewusst, was er tun muss, was wir verbessern müssen und woran wir arbeiten müssen“, erklärt Gotschy. Für ihn war das mitentscheidend, als es in den letzten beiden Runden darum ging, den Klassenerhalt endgültig festzuziehen. Aus den vergangenen fünf Spielen nahm Sommerein zwei Siege mit, darunter das 2:0 gegen ASK Marienthal und das 0:2 bei Weissenbach/Klausen-L./A. Dazu kam, dass sich junge Spieler in dieser Phase festigen konnten. Stefan Besser arbeitete sich in der Rückrunde zum Stammspieler hoch, Joachim Eibler behauptete seinen Platz, und auch Nevio Kreuzer bekam Einsatzminuten. Gerade das zählt im Rückblick zu den Dingen, die Gotschy trotz des Tabellenplatzes ausdrücklich positiv bewertet.

Abgänge, neue Gesichter und weiter offene Personalfragen

Im Sommer wird sich der Kader nun an mehreren Stellen verändern. Fix ist, dass Tormann Leo Winkler den Verein verlässt. Gotschy sagt dazu: „Leo Winkler, unser Tormann, mit dem wir Meister geworden sind, hat den Verein leider verlassen.“ Auch Raphael Fischer aus dem zentralen Mittelfeld wird gehen, ebenso Stürmer Dominik Brunhölzl und Innenverteidiger Armin Eckl. Gleichzeitig hat Sommerein früh reagiert und bereits mehrere Neuzugänge fixiert. Mit David Klima kommt ein junger Innenverteidiger, dazu stößt mit Andreas Jungbauer ein weiterer junger Defensivspieler für die Außenbahn. Für das zentrale Mittelfeld wurde Jonas Kürner verpflichtet, auf der Tormannposition kommt Marco Misutka. Im Trainer- und Betreuerteam bleibt laut Gotschy alles beim Alten, eine kleine Veränderung gibt es dennoch: Ignaz Sieg beendet seine aktive Rolle weitgehend und wird im Nachwuchs als Tormann-Trainer mitarbeiten, steht aber im Notfall weiter als dritter Tormann bereit. Nicht sofort zur Verfügung stehen werden weiterhin Tomas Fedak und David Ozogany, die noch lange mit Kreuzbandriss ausfallen. Alexander Koller ist dagegen wieder im Training und soll mit Vorbereitungsstart voll belastbar sein. Bei Spielertrainer Stephan Zwierschitz ist laut Gotschy noch offen, „wie der Heilungsprozess weiter verläuft und ob er uns rein als Trainer erhalten bleibt oder ob er wieder die Fußballschuhe schnüren wird“.

Der Blick nach vorne bleibt in Sommerein trotzdem klar

Interessant ist auch, wie Gotschy die Liga insgesamt einordnet. Sportlich habe ihn vor allem ASK Eggendorf beeindruckt. „Die spielerische Qualität von ASK Eggendorf war für mich außergewöhnlich“, sagt er. Gemeinsam mit SV Wienerwald sei ASK Eggendorf für ihn „ganz klar eine der fußballerisch stärksten Mannschaften“ der Liga gewesen. Auch die Aktivitäten von SC Himberg auf dem Transfermarkt beobachtet er genau. „Sie haben sehr viele Spieler mit sehr hoher Qualität geholt. Ich bin mir sicher, dass Himberg in der neuen Saison ganz vorne dabei sein wird“, meint Gotschy. Für Sommerein selbst klingt der Zugang nüchtern, aber keineswegs mutlos. Nach einem Jahr mit vielen Ausfällen, ständigen Umstellungen und einem langen Kampf gegen den Absturz geht es nun vor allem darum, wieder ruhiger in eine Saison zu starten. Der Klassenerhalt ist geschafft, die Lehren aus diesem schwierigen Jahr sind gezogen, und genau das ist in Sommerein derzeit wohl der wichtigste Befund.