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"In Wahrheit war es ein komplettes Seuchenjahr" – Leopoldsdorf zieht nach dem Abstieg klare Bilanz

SC Leopoldsdorf

Nach dem Abstieg aus der Gebietsliga Süd/Südost zieht SC Leopoldsdorf eine ernüchternde, aber klare Bilanz. Mit 23 Punkten landete der Klub auf Rang zwölf und muss in der kommenden Saison in der Ersten Klasse Ost neu anlaufen. Sportlicher Leiter Johann Briegl spricht offen von einem "kompletten Seuchenjahr", sieht die Hauptursache im massiven Verletzungspech und richtet den Blick trotz allem schon wieder auf den Neustart.

Linienrichter an der Eckfahne mit Blick Richtung Spielfeld

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Eine Saison, die nie richtig aufging

Wer auf den Verlauf der Spielzeit schaut, versteht schnell, warum Briegl in der Rückschau so deutlich wird. Leopoldsdorf hing über weite Strecken im unteren Bereich der Tabelle fest, stand in den ersten fünf Runden auf Rang 13 und pendelte danach meist zwischen Platz elf und zwölf. Einen echten Befreiungsschlag gab es damit über die gesamte Saison hinweg nicht. Auch die letzten Wochen spiegelten dieses Bild gut wider: Auf das 0:1 gegen Weissenbach/Klausen-L./A. folgten die klare 0:8-Niederlage bei Meister SV Wienerwald und das 0:4 gegen ASK Eggendorf, ehe ein 1:1 gegen Maria Lanzendorf und zum Abschluss ein 6:0 gegen SC Reisenberg noch einmal ein anderes Gesicht zeigten. Briegl fasst das ohne Ausreden zusammen: "Wir sind leider abgestiegen, konnten die Klasse nicht halten." Gleichzeitig liefert er seine Erklärung mit: "Das war auch verletzungsbedingt. Wir hatten wirklich Verletzungspech mit gravierenden Ausfällen, Kreuzbandrissen und dergleichen." Dass die Mannschaft am Ende bei 23 Punkten hielt, macht die Sache aus seiner Sicht zusätzlich bitter. "Hätten wir im Herbst ebenso zwölf Punkte gemacht wie im Frühjahr, wäre es sich ausgegangen", sagt der sportliche Leiter.

Verletzungspech, Abgänge und ein Wechsel an der Linie

Die sportliche Aufarbeitung endet in Leopoldsdorf aber nicht bei der bloßen Feststellung des Abstiegs. Briegl beschreibt die vergangene Saison vielmehr als Jahr, in dem der Verein immer wieder mit Rückschlägen umgehen musste. "In Wahrheit war es ein komplettes Seuchenjahr", sagt er, und genau diese Wortwahl zeigt, wie sehr die vielen Ausfälle die Planung durchkreuzt haben. Nun kommt auch im Kader Bewegung hinein. Der bisherige Kapitän bleibt dem Verein zwar erhalten, beendet aber seine Karriere und wird U23-Trainer. Dazu stehen mit Klaus Münzberger, Stefan Hackl, Martin Buczolits, Mario Angerer und Kilian Chyla weitere Abgänge fest. Auch auf der Trainerposition gibt es eine Veränderung: "Roman Schlögl ist aus eigenen Stücken zurückgetreten", sagt Briegl. Ein Nachfolger wird die Mannschaft in die neue Saison führen. Bei möglichen Neuzugängen hält sich Leopoldsdorf noch bedeckt. "Wir werden dementsprechend am Transfermarkt agieren. Es gibt noch keine konkreten Zugänge, weil diese erst genannt werden, wenn die Tinte trocken ist", so Briegl.

Der Verein sieht sich trotz Abstieg weiter gut aufgestellt

Bei aller sportlichen Enttäuschung ist dem sportlichen Leiter wichtig, dass der Blick auf den Gesamtverein nicht zu negativ ausfällt. Gerade abseits der Tabelle will Briegl ein klares Signal erkennen. "Der Verein lebt und funktioniert zu hundert Prozent", sagt er. Als Beispiel nennt er das Abschlussfest des Nachwuchses, das ihm in diesen Tagen besonders in Erinnerung geblieben ist. "Da waren 400 Eltern, Freunde, Großeltern und Spieler am Platz. Das hat gezeigt, dass der Verein eine gute Zukunft hat." Auch innerhalb der Mannschaft hebt er weniger Einzelne wegen Toren oder Zahlen hervor, sondern wegen ihrer Rolle für das Ganze. So verweist er auf den bisherigen Kapitän, der nun als Spieler aufhört. Ebenso hebt er Christoph Cuder hervor, der laut Briegl nicht nur am Feld weiter seinen Beitrag leistet, sondern auch im Vereinsleben Verantwortung übernimmt.

Neustart im Sommer, Zielrichtung Erste Klasse Ost

Der Blick geht deshalb schon klar in Richtung Sommer und Neustart. Verletzte oder angeschlagene Spieler sind aktuell kein Thema, was in der Pause naturgemäß hilft. "Im Moment ist so weit alles fit, da wir uns bekanntlich in der Sommerpause befinden", sagt Briegl vor dem Trainingsstart am 13. Juli. Entscheidend wird aus seiner Sicht sein, dass die Mannschaft diesmal mit anderen Voraussetzungen in die Vorbereitung gehen kann. "Hoffen wir, dass sämtliche Kräfte gesund und erholt aus dem Urlaub zurückkehren", sagt er. Danach soll der Neuaufbau in der neuen Liga beginnen. "Wir werden das Projekt Erste Klasse Ost in Angriff nehmen." Dass die Gebietsliga in der vergangenen Saison mit SV Wienerwald einen klaren und verdienten Meister hatte, spricht Briegl offen an. Auch ASK Eggendorf und SVg Breitenau hätten versucht, Druck zu machen. Für Leopoldsdorf ist das inzwischen aber nur noch der Rückblick. Jetzt geht es darum, aus einem schwierigen Jahr die richtigen Schlüsse zu ziehen und mit gesünderem Kader wieder Stabilität aufzubauen.