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„Wir haben die erste Halbzeit verschlafen“ – ASV Vösendorf dreht gegen USC Kirchschlag noch ein 0:2

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ASV Vösendorf
USC Kirchschlag

Zum Auftakt der Gebietsliga Süd/Südost hat ASV Vösendorf gegen USC Kirchschlag nach der Pause noch ein 0:2 in einen 3:2-Sieg verwandelt. Sportlicher Leiter Georg Nemetschek sprach danach von einer verschlafenen ersten Hälfte, sah aber auch, wie seine Mannschaft im Laufe des Spiels die Einstellung änderte, mehr Abschlüsse suchte und sich mit viel Moral in der Schlussphase noch belohnte.

Ein Hund steht hinter der Eckfahne

Image by Alexander Fox | PlaNet Fox from Pixabay

Nervöser Beginn und ein klarer Rückstand zur Pause

Der Abend begann für den ASV Vösendorf genau so, wie man es als Heimteam zum Saisonstart nicht haben will. Georg Nemetschek machte aus seiner Sicht auf die erste Hälfte keinen Hehl und formulierte das sehr offen: „Ich glaube, es war ein sehr nervöser Beginn von uns. Wir haben die erste Halbzeit verschlafen, haben nicht gut gespielt und viel zu ängstlich agiert. Wir hatten gefühlt 70% Ballbesitz ohne wirklichen Raumgewinn. Dazu kamen noch viele individuelle Fehler.“ Diese Einschätzung deckte sich auch mit dem Spielstand. USC Kirchschlag nutzte seine Möglichkeiten und ging durch Christoph Dopler schon in der 11. Minute in Führung. Als Tobias Ofenböck in der 36. Minute auf 0:2 stellte, war der Rückstand aus Sicht der Gastgeber laut Nemetschek „gerechtfertigt“. Vösendorf kam in dieser Phase zu wenig in sein Spiel, war mit Ball nicht zielstrebig genug und suchte zu selten konsequent den Abschluss. Genau das war für den sportlichen Leiter der Punkt, der seine Mannschaft in den ersten 45 Minuten bremste.

Nach der Pause kam Vösendorf Schritt für Schritt zurück

Was dann folgte, war aus Sicht des Heimklubs die Wende einer Partie, die lange schon in die andere Richtung gekippt schien. Nemetschek hob vor allem die Reaktion in der Kabine hervor: „Unser Trainer hat in der Halbzeit eine gute Ansprache gemacht, hat uns ein bissl aufgeweckt und dann ist das Spiel sukzessive immer besser geworden von uns.“ Vösendorf kam also nicht mit einem Schlag, sondern Schritt für Schritt zurück in die Partie. Der entscheidende Unterschied lag laut Nemetschek darin, dass seine Mannschaft innerhalb des Spiels die eigene Herangehensweise änderte. „Sie haben es geschafft, ihre Einstellung zu wechseln. Sie haben auf einmal mehr auf den Endzweck gespielt, mehr Abschlüsse gesucht und trotz 0:2 wurden wir mutiger im Ballbesitz“, sagte er. Der Anschlusstreffer fiel dann in der 79. Minute durch Nuno Petross und brachte die Partie endgültig wieder zum Leben. In der Schlussphase legte Vösendorf nach: Amin Sacirovic traf in der 90. Minute zum 2:2, ehe Daniel Randak in der Nachspielzeit mit dem 3:2 den Heimsieg fixierte. Nemetschek beschrieb die Entstehung der Tore recht nüchtern, aber genau darin lag auch die Aussage: „Es waren alle drei Tore im Prinzip erzwungen von uns in der Endphase.“ Ein Treffer sei „ein Gemurxle“ gewesen, beim zweiten habe es „einen schönen Pass von der Seite“ gegeben, und vor dem Siegtreffer sei noch einmal viel Betrieb im Strafraum gewesen. Für ihn zählte am Ende nur das Ergebnis: „Was zählt, sind drei Tore, was zählt, sind drei Punkte.“

Moral stark, spielerisch sieht Nemetschek noch einiges an Arbeit

So groß die Erleichterung über die Aufholjagd auch war, Nemetschek beließ es nach dem Schlusspfiff nicht bei einem reinen Jubel über das Ergebnis. Gerade das machte seine Analyse interessant, weil er den Sieg nicht schönredete. „Besonders gut funktioniert hat die Einstellung und die Moral in der Schlussphase. Spielerisch war’s meines Erachtens noch zu wenig, zu ängstlich. Unsere Jungs sind wirklich gute Fußballer und dies muss auch in Ihrem Kopf hinein“, sagte der sportliche Leiter. Vor allem im Spiel mit Ball sieht er noch Luft nach oben. Im letzten Drittel müsse ASV Vösendorf genauer werden, außerdem sprach er auch die Zweikampfführung an, die „defensiv wie offensiv“ noch ausbaufähig sei. Gleichzeitig zollte er auch dem Gegner Respekt. USC Kirchschlag sei „defensiv kompakt gestanden hat aber auch von unseren Fehlern profitiert“ und habe es seiner Mannschaft sehr schwer gemacht. Dazu habe der Gast seine Chancen gut genutzt und sei „immer wieder brandgefährlich in Umschaltsituationen“ gewesen. Nemetschek war aber auch überzeugt, dass mehr Struktur im eigenen defensiv Verhalten geholfen hätte, diese Umschaltphasen besser zu unterbinden. Gerade daraus leitete er schon die Aufgaben für die kommenden Wochen ab.

Drei Punkte zum Start, aber auch ein klarer Auftrag für die nächsten Wochen

Unter dem Strich stand für den ASV Vösendorf ein 3:2-Heimsieg, der nach dem 0:2 zur Pause alles andere als selbstverständlich war. Nemetschek fasste den Unterschied zwischen den beiden Teams am Ende mit einem trockenen Satz zusammen: „Dass die eine Mannschaft drei Tore geschossen hat und die andere nur zwei.“ Dieser knappe Satz passte zu einem Spiel, das sich aus Sicht der Gastgeber erst sehr spät drehte. Wichtig war für ihn dabei nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Erkenntnis, dass die Mannschaft nach einer schwachen ersten Hälfte noch einmal zurückkam. Der Schiedsrichter blieb laut Nemetschek „unauffällig“, die Partie sei insgesamt fair gewesen. Für den ASV Vösendorf ist der Auftakt damit gelungen, auch wenn der eigene sportliche Leiter deutlich machte, dass der Sieg nicht darüber hinwegtäuschen soll, woran noch gearbeitet werden muss. Die Moral hat gepasst, die Schlussphase auch. Davor aber war es über weite Strecken zu wenig, und genau dort setzt die Analyse nach diesem spektakulären 3:2 an.

Gebietsliga Süd/Südost: Vösendorf : Kirchschlag - 3:2 (0:2)

  • 93
    Daniel Randak 3:2
  • 90
    Amin Sacirovic 2:2
  • 79
    Nuno Petross 1:2
  • 36
    Tobias Ofenböck 0:2
  • 11
    Christoph Dopler 0:1