In der Gebietsliga Süd/Südost hat ASV Vösendorf am Freitagabend gegen BSV Enzesfeld/H. mit 3:2 gewonnen, musste sich den fünften Sieg im fünften Spiel aber hart erarbeiten. Nach einem 0:0 zur Pause drehte die Partie erst nach Seitenwechsel auf. Sportlicher Leiter Georg Nemetschek sah dabei einen klaren Grund für den Heimerfolg: "Die individuelle Klasse hat den Ausschlag gegeben."

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Vieles deutete zunächst auf einen zähen Abend hin. Nemetschek sprach von einer "sehr ereignisarmen ersten Halbzeit von beiden Seiten", und das 0:0 zur Pause passte genau zu diesem Bild. Erst nach dem Wechsel bekam Vösendorf mehr Zugriff und wurde deutlich gefährlicher. In der 64. Minute brachte Daniel Randak die Gastgeber verdient in Führung. Lange hielt der Vorsprung aber nicht, weil Enzesfeld durch Dominik Pfeiffer in der 72. Minute zum 1:1 kam. Nemetschek ärgerte sich in dieser Phase über "einen taktischen Stellungsfehler" und "zu große Lücken". Entscheidend war dann, dass seine Mannschaft rasch wieder die Antwort fand: Ergün Özel stellte in der 75. Minute auf 2:1, ehe Randak in der 79. Minute zum 3:1 nachlegte. Der späte Anschlusstreffer von Samir Delalic in der 90.+5. Minute änderte am Heimsieg nichts mehr, machte die Schlussphase aber noch einmal eng.
Wenn Nemetschek den Unterschied zwischen beiden Teams erklären soll, kommt er immer wieder auf zwei Namen zurück. Vorne war Daniel Randak der Spieler, der aus guten Ansätzen echte Wirkung machte. "Das erste Tor war herausragend herausgespielt", sagte der sportliche Leiter und schilderte, wie Randak die Situation im Mittelfeld zunächst "mit dem Ferscherl" unter Druck löste, ehe Vösendorf über die Seite durchkam und der Abschluss gelang. Überhaupt schwärmte Nemetschek von den Qualitäten seines Offensivmannes: "Es ist schön, dem Burschen beim Fußballspielen zuzuschauen. Der hat so eine hohe Individualität und eine so hohe Klasse, wenn er den Ball am Fuß hat." Für ihn war aber genauso wichtig, dass Randak nur dann glänzen kann, "wenn die Leute um ihn funktionieren" und ihn in diese Situationen bringen. Dazu kam laut Nemetschek noch Sebastian Wittich, der Vösendorf in der Schlussphase "zweimal im Spiel hält". Darum fiel seine Erklärung für den Sieg auch so klar aus: Die individuelle Stärke habe "sowohl offensiv als auch defensiv die drei Punkte gebracht".
Trotz des nächsten Erfolgs wollte Nemetschek den Auftritt nicht einfach abhaken. Gerade die erste Hälfte war ihm zu wenig, weil seine Mannschaft aus seiner Sicht nicht mit voller Konsequenz spielte. "Wir haben gefühlt mit 95 Prozent Fußball gespielt. So glaubst du, das Glück fällt schon auf unsere Seite. Nein, wir müssen es erzwingen", sagte er deutlich. Gleichzeitig sieht er darin kein einmaliges Thema, sondern einen Punkt, an dem die Mannschaft weiter arbeiten muss. Vösendorf agiere in vielen Spielen zunächst etwas abwartender, könne dafür nach der Pause "noch ein Schäuferl drauflegen". Genau dieses Muster war auch gegen Enzesfeld zu erkennen. Der Gegner habe sich laut Nemetschek "nicht geschlagen gegeben" und "bis zum Schluss gekämpft", weshalb es nach dem 3:1 noch einmal unnötig spannend wurde. Unterm Strich bleibt für den Tabellenführer aber der perfekte Saisonstart mit 15 Punkten aus fünf Spielen. Oder, wie es Nemetschek nüchtern zusammenfasste: "Was am Ende des Tages zählt, sind die drei Punkte."