In der Gebietsliga West hat der TSV Meisl Grein ein heißes Derby gegen den SV Gottsdorf/M./P. in letzter Minute mit 2:3 verloren. Die Gäste lagen nach der Pause 1:2 zurück, drehten aber dank der späten Treffer von Klaus Fehringer (87.) und Andreas Dörr (90+2) die Partie. Zuvor hatte Stefan Sailer für Gottsdorf getroffen, Greins Doppeltorschütze Samet Yikilmaz glich vor der Pause aus und sorgte nach dem Wechsel zwischenzeitlich für das 2:1. „Entscheidend waren Mentalität und Wille – wir haben bis zum Schluss an uns geglaubt“, sagte Co-Trainer Lukas Mitmasser.

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Gottsdorf erwischte den besseren Start. Über weite Strecken der ersten 20 bis 25 Minuten hatten die Gäste mehr vom Spiel, ohne gleich zwingend zu werden. Das 0:1 fiel dann aus dem Nichts: In Minute 41 versenkte Stefan Sailer einen Freistoß aus großer Distanz wuchtig unter der Latte. Mitmasser hob den besonderen Moment hervor: „Stefan hat erkannt, dass der Tormann weit steht, und den Ball aus rund 40 Metern direkt unter die Latte gehauen. So ein Tor sieht man nicht alle Tage.“ Der Treffer gab dem Derby einen neuen Ton, doch Grein antwortete noch vor der Pause. Nach einem ungeschickten Eingreifen der Gäste gab es Strafstoß, den Samet Yikilmaz zum 1:1 (44.) verwandelte. „Der Elfer war aus unserer Sicht unnötig. Der Greiner hätte aus der Position kaum Gefahr erzeugt. Es war trotzdem ein klarer Elfmeter – da haben wir uns ungeschickt angestellt“, so Mitmasser zur Szene, die das ausgeglichene Halbzeit-Resultat brachte.
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich die offene Partie, die Grein wollte. Die Hausherren kamen druckvoll aus der Kabine und belohnten sich in der 59. Minute: Wieder war es Samet Yikilmaz, der zum 2:1 traf. „Unser Tormann ließ nach vorne prallen, Grein hat es genutzt“, beschrieb Mitmasser nüchtern. Gottsdorf steckte nicht zurück, blieb aktiv und suchte immer wieder die Außenbahnen. „Ab Minute 70 hat man gemerkt, dass dem Gegner die Kräfte ausgehen. Wir haben die Außenräume gut bespielt und nach Standards Chancen gehabt“, erklärte der Co-Trainer. Der Aufwand zahlte sich spät aus: Zuerst traf Klaus Fehringer in der 87. Minute zum 2:2, dann legten die Gäste in der Nachspielzeit nach. „Das 3:2 war ein Angriff über die linke Seite. Wir waren mit vielen Leuten im vorderen Drittel, alle haben nur an den Sieg geglaubt“, sagte Mitmasser. Den goldenen Treffer erzielte Andreas Dörr (90+2). Der Co-Trainer sprach von Gänsehaut: „Wir hatten sicher 70 bis 80 Gottsdorfer Fans in Grein. Als die Mannschaft nach dem 3:2 zu ihnen hinauflief, war das extrem emotional. Genau für solche Momente spielt man Fußball.“
Für Mitmasser war der Sieg vor allem Kopfsache. „Das war ein Mentalitätssieg. Derby ist immer Kampf und Teamleistung – und wir waren die Mannschaft, die es über 90 Minuten mehr wollte“, betonte er. Gleichzeitig verteilte er Respekt an Grein: „Tabellarisch stehen sie schlechter da, als sie sind. Vorne haben sie Qualität, wollen lange den Ball halten und suchen dann schnell den Weg nach vorne – auch über die Außen. Das haben wir in unserer Dreier- beziehungsweise Fünferkette über weite Strecken gut verteidigt.“ Positiv: Trotz Derby-Hitze blieb es fair. „Wirklich strittige Situationen gab es nicht. Unser Elfmeter gegen uns war eigenverschuldet und korrekt. Es war ein faires, geiles Derby mit super Stimmung“, so Mitmasser. Der Co-Trainer hob zudem den breiten Kader und die Jungen hervor: „Einige U23-Spieler haben ausgeholfen und ihre Sache stark gemacht. Kompliment an die ganze Mannschaft.“ Nach zuletzt zähen Wochen soll der Schwung nun mitgenommen werden: „Wir hoffen, dass es gegen Herzogenburg und Waidhofen so weitergeht und wir die restlichen Runden positiv beenden. Die Qualität ist da.“